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Wachwechsel Nr. 11: Echte Leidenschaft endet nicht

Wachwechsel Nr. 11: Echte Leidenschaft endet nicht

Vor langer, langer Zeit, die Roald war gerade 3, ich 16 Jahre alt, machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Törn als Stammcrew. Ein langer Weg, von Süddeutschland, alleine mit dem Zug und der Fähre nach Turku in Finnland. Dort sollte die zweite Etappe des Cutty Sark Race starten. Zur Roald gekommen war ich zwei Jahre vorher mit einer Pfadfindergruppe. Die Idee auf einem Großsegeler mitzufahren kam auch dadurch zustande, dass mein großer Bruder in seinem Zimmer ein Poster von einer Viermastbark hängen hatte und immer Werbezettel von den Tall Ships Friends bekam, die meistens ich mir unter den Nagel gerissen habe. Hornblower hatte ich spätestens nach meinem ersten Törn gelesen, und auch sonst alles in mich aufgesogen, was ich zu dem Thema finden konnte. 
Nun kam ich also in Turku an. Geflasht von 200 Großseglern und 3000 feiernden jungen Menschen. Zwei Tage Party in den Knochen liefen wir in einer grandiosen Sail Parade bei bestem Wetter aus. Nach einer 8-stündigen Revierfahrt ankerten wir am Abend mit allen Class-A Schiffen, also den ganz großen Rahseglern, gemeinsam in einer Bucht in den Schären. Am nächsten Tag sollte das Rennen starten. 
Und ich war endgültig völlig überwältigt. Diese Stimmung – die vielen Traditionsschiffe auf Rede im Sonnenuntergang – genau so muss es früher gewesen sein, so hatte ich mir das immer vorgestellt. Ich hatte die Schiffe aus meinen Büchern gefunden. Und war endgültig angefixt… 
(das Bild zeigt die Sedov von der Roald aus gesehen an jenem Abend vor Anker) 
Helge, Sommer 1996