STS Brigg ROALD AMUNDSEN | TSG 508
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FAQs

MITSEGELN

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um mitzusegeln?
Für einen mehrtägigen Törn ist eine Mitgliedschaft in unserem Verein „LebenLernen auf Segelschiffen“ (LLaS) e.V. Voraussetzung (siehe Formulare). Diese Mitgliedschaft endet nach einem Jahr, es sei denn du fährst weiter… was wir wir natürlich sehr begrüßen!

Muss ich vorher schon segeln können?

Nein, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Alles zum Segeln notwendige (und mehr) wird an Bord vermittelt – das macht die Stammcrew. Bringe einfach die Bereitschaft mit, Neues lernen zu wollen. Segelvorkenntnisse (z.B. aus dem Bereich Jolle oder Yacht) sind zwar hilfreich für das Grundverständnis – einen Windjammer zu segeln ist noch einmal eine völlig neue Welt, versprochen.

Was ist, wenn ich die Erklärung an Bord nicht verstehe?
Ganz einfach: nachfragen. Es ist ganz normal, nachzufragen oder etwas noch einmal zu trainieren – auch an Bord macht Übung den Meister, und das gilt für alle. Die Stammcrew hat nicht nur eine Replay-Taste, sondern die darf auch jede und jeder drücken.

Wie kann ich mich an Bord einbringen?
Bleib neugierig und offen, in einem Team zu segeln! Sei dabei und mache mit. Die ROALD AMUNDSEN zu segeln funktioniert nur, wenn alle mit anpacken: an Deck, im Rigg, in der Kombüse, und nicht zuletzt beim Schiffserhalt oder bis hin zum täglichen Reinschiff. Achso, was diese Schiffs-Begriffe bezeichnen und bedeuten, erklärt Dir die Stammcrew ebenfalls vor Ort an Bord.

Jeder ist Teil der Crew? – Was ist damit gemeint?
Alle zusammen sind EINE Crew, egal ob zum ersten Mal auf einem Schiff oder alter Salzbuckel, geborene oder gelernte Meerjungfrau. Ein Team – denn die Brigg ROALD AMUNDSEN bewegt niemand alleine. Alles ist erlernbar, jede und jeder ist Teil des Teams. Vom ersten Tag an, auch Du. Zusehen wie im Kino im Liegestuhl an Deck – das ist nicht Programm an Bord der ROALD AMUNDSEN.

Wer ist die Stammcrew?
Die Stammcrew besteht aus einer großen Gruppe Menschen, die ausgebildet sind, auf der ROALD AMUNDSEN und anderen Traditionsschiffen zu fahren. Ein Querschnitt durch alle Altersstufen und Berufe – ein Teil der Gesellschaft eben. Dies haben alle gemeinsam: Die Leidenschaft für die See und die ROALD AMUNDSEN hat sie an Bord gebracht und das Engagement an Bord ist ehrenamtlich.

MITBRINGEN

Was ziehe ich an?
Strapazierfähige, warme, bequeme Kleidung, die auch schmutzig werden darf. Für viele Arbeiten an Bord empfehlen sich alte Klamotten – wir wählen nicht den Best-Angezogenen.
Regenkleidung (Ölzeug) – es kann schon mal nass und windig werden an Bord. Da helfen wind- und wasserfeste Jacke und Hose sowie Gummistiefel weiter. Generell ist der Zwiebel-Look am praktischsten. Bitte auch nicht vergessen: Mütze, Schal und warme Unterwäsche – denn auf den Nachtwachen kann es kühl werden, so ist die Natur.

Brauche ich teure Sicherheitsausrüstung?
Klettergurte werden an Bord gestellt, ansonsten ist die ROALD AMUNDSEN ausgestattet mit aller für Notfälle vorgeschriebenen Ausrüstung für die gesamte Crew – Sicherheit hat Priorität.

AUF SEE

Wie sieht ein Tag auf See aus?
Die Crew der ROALD AMUNDSEN fährt im Drei-Wach-System – übrigens mit einer wunderschönen traditionellen Wachübergabe. Die sogenannte ’stehende Wache‘ übernimmt alle Aufgaben von Navigation über Ruder gehen bis Ausguck und Segelsetzen, Manövern und Ronden. Jeder ist Teil der Crew, Trainees und Stammcrew segeln das Schiff gemeinsam.

Fahren wir auch nachts?
Klar! Durch die Einteilung der gesamten Crew in ein Drei-Wach-System (0-4, 4-8, 8-12) hat jede Wache zweimal pro Tag die Aufgabe, für das Schiff und die Crew verantwortlich zu sein: einmal vor und einmal nach 12 Uhr. Damit ist rund um die Uhr immer eine Wache für das Fahren des Schiffes zuständig. Ob das Schiff die Nacht durchsegelt oder in Küstennähe vor Anker liegt, wird vor Ort an Bord je nach Route, Wind und Wetter entschieden.

Wie ist die Unterbringung?
Es gibt feste Kojen in gemütlichen Kammern unter Deck. Bettwäsche und -bezüge werden zur Verfügung gestellt. Die meisten Kammern sind 4er Kammern, dazu gibt es eine 6er Kammer – und wer möchte, kann auch ganz klassisch in einer Hängematte übernachten. Platz für diese gibt es im sogenannten Messelogis – ein Raum im vorderen Teil des Schiffes mit 8 festen Kojen und Platz für bis zu vier Hängematten. Auch langgewachsene Menschen finden einen Platz an Bord. Die Crew teilt sich Sanitärräume, als Aufenthaltsraum gibt es eine gemütliche Messe unter Deck. Wie die Kammern belegt werden, das wird vor Ort an Bord organisiert, ebenso die Einteilung in Wachen.

… und Essen?
Jeden Tag frisch zubereitet von der Crew in der Kombüse, auf Wunsch vegetarisch und auch für hungrige Jugendliche und generell Bärenhunger habende ausreichend. Der Proviant für die Reise wird vor Beginn von der Stammcrew organisiert, während des Törns wechselt die Kombüsen-Crew sich ab: jeder darf seine Talente zeigen und der Smut macht auch nicht Halt davor, jede und jeden in die Tellerwäscherei einzuweihen. Wasser, Tee und Kaffee stehen durchgängig zu Verfügung – übrigens: keine alkoholischen Getränke. Es gibt auch einen Bord-Konsum mit Softdrinks und Knabbersachen.

Gibt es Internet an Bord?
Nein. Das Schöne an Bord ist im Übrigen, genau NICHT diesen Teil des Lebens an Land zu reproduzieren – denn „auf See“ heißt auch: keine Verbindung zum www oder Daten. Autark unterwegs, abseits des Internets – denn die Mobiltelefon-Verbindung ist garantiert offline, sobald die Küste weit genug weg ist. Ja, ein Schiffs-WLAN vernetzt die Bord-Technik, aber nur für diesen Zweck. Genau, auch damit ginge es nicht auf die Daten-Autobahn, selbst wenn es zugänglich wäre …

Muss ich ins Rigg klettern?
Nein, du darfst Klettern🙂 Aufentern ins Rigg erfolgt auf freiwilliger Basis und nach eigenem Ermessen. Es ist ein einmaliges Erlebnis, von oben die Weite des Meeres zu sehen und in der Takelage zu arbeiten (z.B. Segel aus- und einpacken). Manche brauchen einfach einen Moment, sich mit der Höhe anzufreunden – einfach probieren! Übrigens: die Klettergurte stellt die Brigg ROALD AMUNDSEN zur Verfügung.

ICH PACKE MEINE TASCHE

Nein, bitte nicht „ich packe meinen Koffer…“
Bitte auf keinen Fall einen Koffer! Der lässt sich nicht stauen. Geeignet sind Reisetasche oder der traditionelle Seesack. Statt Handtasche hat sich ein kleiner Rücksack oder Barrel-Bag bewährt.

Bitte mitbringen:
Waschzeug und Handtuch – idealerweise ein schnell trocknendes. 

Bitte nicht mitbringen:
Schlafsack. Was nicht gebraucht wird: ein Wecker – das Team der vorherigen Wache wird rechtzeitig die aufziehende Wache wecken.


Nicht vergessen:
Die persönliche Reiseapotheke und die Reisedokumente!

Weiteres Unabkömmliches, Wichtiges und Praktisches:
Siehe in der Sektion Tipps und Tricks, Reisedokumente und in den anderen FAQ. Noch mehr Fragen? Weitere Infos finden gibt es für im internen Bereich für Vereinsmitglieder oder per Kontakt ans Schiffsbüro.

TIPPS & TRICKS

Von Kopf bis Fuss, über Lesestoff und Konzertflügel bis Reiseapotheke und Reisepass…

Praktische Helferlein für jeden Tag an Bord:
Nachfüllbare Trinkflasche – wir versuchen, Einwegplastik an Bord zu reduzieren. Stirnlampe – kommt zwar nur sehr sporadisch zum Einsatz, ist dann aber hilfreich. Für Mehrfach-Stirnlampen-Besitzer: im besten Fall die mit dem rotem Licht, das blendet weniger. Taschenmesser, wenn daran ein Sicherungsbändsel angebracht werden kann.

Tipps für Schuhwerk:
Festes und rutschfestes Schuhwerk sorgt an Deck und in der Takelage für festen Stand. Für das Klettern im Rigg empfiehlt sich dabei ein Schuh mit fester Sohle und kleinem Absatz. Als besonders geeignet haben sich Wanderschuhe (idealerweise wasserdicht) erwiesen. Warme Socken für die Biskaya oder auch Crocs für die Freiwache sind ebenfalls beliebt. Unser Deck ist ein robustes Arbeitsdeck und hat keine Angst vor ebenso robustem Schuhwerk oder Sicherheitsschuhen. Pumps mit Absatz oder ähnliche Fuss-Umhüllungen wiederum sind höchst unpraktisch und nahezu gefährlich bei Seegang.

Wind und Wetter – Sonnenbrand?
Nicht vergessen: Sonnenschutz, am besten mit hohem Lichtschutzfaktor. Auf dem Wasser ist die Sonnenbrandgefahr durch die Reflexion besonders hoch – es empfiehlt sich auch eine Kopfbedeckung. Ebenso wichtig: eine UV-Schutz bietende Sonnenbrille, bitte gleich mit Brillenbändsel, damit sie sich nicht in die See verabschiedet.

Musik, Bücher, Kamera, Freizeit-Accessoires?
Wir haben eine kleine Bordbibliothek und auch mindestens eine Gitarre an Bord. Das Klavier also bitte nicht mitbringen, eher die Mundharmonika – für Musikhören oder Hörbücher bitte Kopfhörer einpacken, die Mitseglerinnen und Mitsegler werden es danken. Für eine Kamera bitte auch an Befestigung denken (Schulterriemen oder ähnliches). Bitte beachten: das www reicht nicht bis auf See; Streaming-Services oder ähnliches inklusive Daten-Parken in der Cloud sind nicht erreichbar. Es gibt für Akkus 220V-Lademöglichkeiten an Bord, allerdings steht der ,Ladestrom‘ nur zu Generatorzeiten zur Verfügung. Übrigens, trotz aller modernen Technik kann es auch zu Spannungsspitzen kommen – sorry.

Was gehört in die Reiseapotheke? Impfungen?
Persönliche Medikamente – z.B. Augentropfen, die Pille, Medikamente, die im Alltag an Land genommen werden sollen, ggf. Mittel gegen Insektenstiche, Kopfschmerzen, Seekrankheit, kleine Auswahl an Pflaster (kann ja immer mal praktisch sein). Die Brigg ROALD AMUNDSEN ist ausgestattet für medizinische Zwischenfälle auf See; die Ausstattung ist konzipiert für dringende medizinische Fälle – jeder sollte daher eine kleine persönliche Reiseapotheke dabei haben, die individuelle Gesundheits-Bedürfnisse berücksichtigt und die kleinen Herausforderungen des Segel-Alltags begleiten kann. Bitte auch den allgemeinen Impfstatus überprüfen – Tetanus sollte aktuell sein, andere Impfungen bzw. deren Auffrischungen auch.

Seekrankheit – gibt es das?
Luck happens – alles andere auch: Jeden kann es treffen, mal stärker, mal schwächer oder auch gar nicht oder nie. Summasummarum für alle, die es manchmal trifft: Der Körper gewöhnt sich an die Bewegung – es hilft, ausreichend zu schlafen, aktiv zu segeln, den Horizont im Blick zu behalten. Tricks, Kniffe, Tipps und Mittel bis Medikamente für Vorbeugung und den Fall der Fälle gibt es viele – Empfehlung: Fragen Sie Ihren Apotheker oder Arzt.
P.S.: Legenden um die Seekrankheit sind fast so zahlreich wie die um See-Ungeheuer, aber was bei Seekrankheit eine Wahrheit ist: sie geht vorbei und ist keine Schande. Das großartige Erlebnis der See schmälert das aber mitnichten – selbst manchen Helden der klassischen Literatur hat es irgendwann mal erwischt.

REISEDOKUMENTE

Krankenversicherung
Eine Auslandskrankenversicherung, die Segelreisen (Aktivurlaub) und einen Rücktransport abdeckt, ist Pflicht – für alle Crewmitglieder.

Reisepass oder Personalausweis?
Am einfachsten ist der Reisepass; für EU-Bürger genügt bei Reisen innerhalb des Schengen-Raums auch ein Personalausweis.
Bitte beachten:
* das Schiff kann auch dann internationale (nicht-Schengen-assoziierte) Gewässer besegeln, wenn Start- und Zielhafen im Schengen-Raum liegen (zB Ärmelkanal: Grossbritannien..) – falls Zwischenhäfen angelaufen werden, ist ein Personalausweis ggf nicht ausreichend, um an Land gehen zu können.
* für die Reise an Land über Ländergrenzen sind ggf. andere / ergänzende Dokumente erforderlich.
* für eventuell erforderliche Visa oder Einreisegenehmigungen bitte vor Reiseantritt entsprechende Formalitäten erledigen.
* je nach Staatsangehörigkeit, Start- und Zielhafen oder Reiseroute an Land zum und vom Schiff können individuell für jede Person andere Vorgaben gelten.

Die Bordkarte – mitnehmen?
Ja, Du darfst Sie auf jeden Fall als Souvenir behalten! In vielen Häfen liegt die ROALD AMUNDSEN aufgrund der Größe des Schiffes in einem Bereich, in dem der Zugang durch eine eigene Eingangspforte geregelt ist. Es hat sich oft bei der Anreise zum Schiff als praktisch erwiesen, die Bordkarte dabeizuhaben, denn das vereinfacht dem jeweiligen Sicherheits-Personal, die Schiffsliste hervorzusuchen, auf der Dein Name eingetragen ist ..

REISE AN LAND
VON ZUHAUSE BIS ZUM SCHIFF & ZURÜCK

Welche Teile der Reise sind im Törnbeitrag enthalten?
Der Törnbeitrag ist inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Andersherum – dazuzurechnen sind die Reise an Land und der Vereinsbeitrag:
* Reise an Land: von Haustür zu Schiff und von Schiff retour. Wir organisieren alles von Hafen zu Hafen, Du die Reise zwischen Haustür und Hafen. Wir können Windjammer, Traditionsschiff und vieles mehr – aber sind kein Reiseveranstalter.
* Vereinsbeitrag: Das erste Mal dabei? Zum Törnbeitrag kommt der Mitgliedsbeitrag im Verein LLaS e.V. – alle an Bord sind Mitglied. Denn alle an Bord gehören zur Crew. Der Mitgliedsbeitrag gilt für ein Jahr.
* Gut zu wissen: alle Einnahmen der Törnbeiträge werden verwendet zum Betrieb und Erhalt der Brigg ROALD AMUNDSEN – dafür steht nicht nur die anerkannte Gemeinnützigkeit des Betreibervereines LLaS e.V sondern auch das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen. Übringens bringen auch alle Ehrenamtlichen ein Hand- und Kostgeld mit für den Schiffsbetrieb.

Wie finde ich das Schiff im Hafen?
Zwei Masten mit Rahsegeln sind nicht allzu häufig, es sei denn bei einem Windjammertreff – den Hafenmeister fragen ist immer eine gute Idee. Nicht wundern, falls die ROALD AMUNDSEN in einem nur eingeschränkt zugänglichen Bereich liegt – wegen Größe und Tiefgang wird die Brigg in manchen Häfen in den mit Sicherheitszone abgetrennten Bereich gelegt. Meistens gibt das Schiffsbüro vor Törnbeginn den Liegeplatz per E-Mail allen Törnteilnehmern bekannt.

Reisedokumente – was ist damit gemeint?
Nicht nur das Ticket bis zum Hafen sondern auch der ganze Rest – siehe im Abschnitt Reisedokumente.

Wie erreiche ich jemanden, der gerade auf der ROALD AMUNDSEN segelt?
In dringenden Fällen bitte Kontakt zum Schiffsbüro aufnehmen – bitte auch daran denken, dass ein Schiff nicht eben schnell in einen Hafen laufen kann.