Tagesmeldung vom 27.08.2026

Tagesmeldung vom 27.08.2026

Törn 0931 | Jasmund, Mond und Meer
Zu Anker vor Utklippan

 

Position 55°57,3′ N|015°41,8′ E
Kurs, Speed 242 | 0,0kn
Etmal 183nm
Wind E – 4bft
Luftdruck 1026 hpa
Bedeckung 1
Temp (L/W) 19°C, 17°C

Tagesmeldung vom 27.08.2026 Törn 0931

Der Morgen graut, die See liegt glatt und weit,
doch schon wird eifrig Halse um Halse gefahrn.
Die Segel trimmt man voller Tapferkeit,
als wär’n die Winde uns untertan.

Die Wache 1, sie hat sich wohl verdient,
nach treuem Dienst ein wenig Ruh’ zu finden.
Doch kaum hat sie den Schlaf noch angepeilt,
ruft All-Hands um elf – vorbei mit Linden!

Unter Segeln dann – welch tolles Bild! –
wird vor Utklippan der Anker ausgebracht.
Die See wird still, der Wind ist mild,
und selbst der Anker wirkt beinah bedacht.

Gemeinsam werdn die Segel beigefangen,
mit Kraft, Geschick und seemännischem Verstand.
Was eben noch im Wind hat wild gehangen,
liegt nun gezähmt und ordentlich zur Hand.

Dann, mittags, kommt der große Augenblick:
Die Bootsleut’ treten an, geschniegelt, munter.
Für jeden finden sie – Stück für Stück –
ein Werk und machen sich eifrig drunter.

Hier wird gelabsalt, dort wird bekleedet,
tonkiniert, geschliffen mit Elan.
Die Farbe wird aufs Holz geleitet,
wo irgendwer noch Farbe sehen kann.

Es schmiert die Stenge, tauscht die Webeleinen,
und Rost wird mit dem Hammer fortgejagt.
Er wollte dort vermutlich länger bleiben,
doch seine Zeit war offensichtlich vertagt.

So wird nach Können, Neigung und Talent
das Schiff gepflegt mit größter Hingabe.
Ein jeder zeigt, was man am besten kennt,
und manche zeigen, dass sie besondre Kräfte haben.

Ist schließlich alles fertig und vollbracht,
kommt Kaffee auf den Tisch, dazu der Kuchen.
Man sitzt erschöpft und glücklich in der Pracht,
bereit, alsbald die Insel heimzusuchen.

Per Dinghy-Shuttle geht es nun an Land,
Utklippan empfängt die wilde Meute.
Man wandert dort mit fachkundiger Hand –
und bewegt Ruderboote. Irgendwie. Leute!

Man nimmt Kontakt zum Einheimischen auf
und zeigt dabei Kultur und Welterfahrung.
Der Leuchtturm wirkt indes im Dauerlauf
wie festgefroren ohne Stromversorgung.

Doch dann: Geballte Kompetenz tritt vor!
Ein Blick genügt – konzentirert und heiter.
Man starrt den Leuchtturm einfach gründlich an,
und plötzlich geht in ihm das Licht dann weiter.

Zurück an Bord, die Abendsonne lacht,
und unter freiem Himmel wird gespeist.
Der Tag hat uns erneut viel Freud gebracht,
wobei mancher schon ziemlich müde kreist.

Doch wer kraft noch in den Gliedern spürt,
dem wird die Ostsee freundlich offeriert:
Mit siebzehn Grad, von Kennern „mild“ tituliert,
wird heldenhaft ins kalte Nass marschiert.

Unter den wachsamen Augen der Crew
darf gern inst Baltische verschwinden.
Die Crew schaut fachgerecht dazu,
falls Menschen plötzlich unter Wasser schwinden.

Erfrischt, belebt und innerlich geläutert,
wird wieder alles an Bord verstaut.
Das Deck wird für den nächsten Tag gesäubert,
und jeder hat noch einmal draufgeschaut.

So endet dieser großartige Tag,
an dem die Roald tapfer vor Utklippan lag.
Mit Arbeit, Wind, mit Kuchen und viel Mut –
und morgen wird’s bestimmt genauso gut.

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