Tagesmeldung vom 26.08.2026

Tagesmeldung vom 26.08.2026

Törn 0931 | Jasmund, Mond und Meer
Unter Segeln Richtung Schweden, östlich von Bornholm

 

Position 55°33,2′ N|015°35,3′ E
Kurs, Speed 353 | 4,5kn
Etmal 100nm
Wind ENE – 4bft
Luftdruck 1026 hpa
Bedeckung 1
Temp (L/W) 19°C, 17°C

Moin ihr Landratten, Leichtmatrosen und Freunde der gepflegten Seefahrt!
Zum ersten Mal auf dieser Reise hieß es in der vergangenen Nacht: Durchsegeln!

Während so manche Landratte um diese Zeit längst friedlich in den Federn gelegen hätte, übernahm die 0-4 Wache unter einem prächtigen Mondschein das Schiff.
Und sie ließ sich nicht lumpen: Beide Untermarssegel, Innenklüver und das Vorstengestagsegel wurden gesetzt, und so zog unsere Roald Amundsen unter Segeln durch die Nacht. Über uns der Sternenhimmel, vor uns nur die dunkle See – und irgendwo dazwischen eine Crew, die langsam verstand, warum Nachtwachen auf einem Traditionssegler etwas ganz Besonderes sind.

Noch unter funkelnden Sternen hieß es schließlich: Wachwechsel!
Die 4-8 Wache erschien erstaunlich motiviert an Deck, setzte Vorobermars-, Außenklüver- und Großstengestagsegel, während die Sonne beim Aufgehen den Horizont in rosa-pink tauchte.

Zum Frühstück gab es die besten Brötchen ever – vermutlich die besten Brötchen, die jemals auf der Roald gegessen wurden. Wer das Gegenteil behauptet, war nicht dabei. Dann ging es im routinierten Wachsystem weiter.
Da uns keine anderen Informationen vorliegen, machten sich Gerüchte breit, dass die 8-12 Wache nach dem Frühstück gar keinen Lärm gemacht hat. Was das bedeutet, weiß nur Neptun allein.
Was die 0-4 Wache anschließend gemacht hat, entzieht sich weitgehend auch unserer Kenntnis. Gerüchten zufolge wurde geschlafen. Viel geschlafen. Aber wir wollen hier schließlich keine unbewiesenen Behauptungen verbreiten.

Ein weiteres Highlight: Die große Klabautergeisterjagd. Sie verstecken sich bevorzugt dort, wo kein Mensch sie vermutet – meistens in Schotkästen – und warten nur darauf ihr Unwesen zu treiben. Mit einem frisch polierten roten Ölkännchen ging es auf die erfolgreiche Jagd in den Vor- und Großtopp.

Zwischendurch durften wir wieder feststellen, dass das Leben an Bord auch kulinarisch einiges zu bieten hat. Während die Sonne unsere Nasenspitzen kitzelte, genossen wir den wie immer leckeren Kaffee und Kuchen. Und wäre das noch nicht genug, nahm sich Kapitän Torsten auch noch Zeit für uns, und wir bekamen eine kleine Einführung in Kurs, Navigation und Kartenlesen.

Mitten ins friedliche Bordgeschehen platzten plötzlich während der 4-8 Wache Bootsmann und Bootsmannsanwärterin und starteten einen außergewöhnlich engagierten Werbeblock. Uns sollte eindrucksvoll vermittelt werden, wie hervorragend sich der Schiffserhalt mit unserer Wellness-Optik verbinden lässt. Doch sie zahlten nichts für diese Sendezeit.

Aber ein Tag auf der Roald wäre kein richtiger Tag, wenn nicht noch irgendetwas verschwinden würde. Diesmal: Der Wasserschlauch. Beim Reinschiff war er plötzlich weg. Ein Wasserschlauch! Auf einem Schiff! Es folgte eine groß angelegte und erfolgreiche Suchaktion. Das Deck glänzte wie neu.

Die 4-8 Wache durfte noch einmal richtig ran und fuhr gemeinsam mit friends eine erfolgreiche Halse, nachdem diese uns durch Toppsi und Steuermann vorgetanzt wurde.

Dann wurde es langsam stiller an Bord.
Und sollte heute irgendetwas nicht nach Plan laufen, gilt die Regel Nummer eins der Seefahrt:
Das war kein Fehler, das war ein Manöver.

Es ist kurz vor Hexenschuss und damit ist jetzt auch wirklich Schluss.

Hasi und Hähnchen grüßen alle Lieben auf dem Festland.

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