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Tagesmeldung vom 26.10.2022

Tagesmeldung vom 26.10.2022

Törn 0787 | Cherbourg – Vigo
Englischer Kanal Westeingang

Position 48°54,6′ N|004°15,5′ W
Kurs, Speed 190 | 5,5kn
Etmal 136nm
Wind SW – 6-7bft
Luftdruck 1014 hpa
Bedeckung 4/8
Temp (L/W) 17°C, 17°C

Der heutige Tag begann für mich um Punkt null Uhr mit dem Wachwechsel. Ich war erst zehn Minuten wach und hatte noch nichts im Magen, da man mich leider vergessen hatte zu wecken. Wenn Maija schon vier Stunden mit einem Wache gegangen ist kommt man halt nicht sofort darauf, dass, man Maya noch wecken muss. Ich habe mich jedoch sehr gefreut endlich mal wieder Null-vier wache zu gehen, denn egal was manch anderer sagt, ich habe einfach den besten Schlafrythmus wenn ich mitten in der Nacht aufstehe. Man muss jedoch dazu sagen das ich nur so beruhigt am Wachwechsel teilnehmen konnte, weil ich beim nach oben gehen noch schnell den Obstkorb geplündert hatte. Nach dem Wachwechsel habe ich mich dann darum gekümmert, dass die anderen Wachen auch genug zu essen kriegen und erst mal Brot und Brötchenteig geknetet. Während unserer Wache haben wir gebrasst, damit wir noch höher an den Wind fahren konnten, ohne dass die Segel zu schlagen beginnen. Nach einer Weile hat das dann nicht mehr gereicht und wir haben zusätzlich die Großbram weggenommen und beigefangen. Außerdem befassten wir uns mit der Theorie des Mensch-über-Bord-Manövers, haben einen kurzen Ausflug in die Sternenkunde gemacht, lösten ein Teebeutelrätsel und versteckten einen Apfel für die nächste Wache.
Nach unserer Ablösung ging es nach einer kurzen Müsliparty auch schon in die Koje.

In den Morgenstunden erfolgte das Segelmanöver die Halse. Wir bargen die verbleibenden sechs Rahsegel und drei Stagsegel, fingen diese bei, um den Kurs hoch am Wind anzulegen und uns unter Motor zur französischen Küste zu bewegen. Für die helfenden Hände der Wache eins ging es dann noch einmal kurz in die Koje bis es Mittagessen gab, dieses war leider etwas verspätet, weshalb es danach einen eher unkonventionellen Wachwechsel, mit Toppsgast am Ruder, auf der Brücke gab. Während unserer Wache wurde dann der versteckte Apfel unter der Rettungsinsel drei wiedergefunden, wir sind mehrere Ausbildungseinheiten zu den Themen Falle fallen lassen, Falle auffieren, Stopper aufsetzen und zum Belegplan durchlaufen. Außerdem haben wir die Backschaft tatkräftig unterstützt, damit wir gegen Ende unserer Wache einen leckeren Bananenquark essen konnten. Zum Wachwechsel waren wir dann so fleißig mit Ruder und Ausguck gehen, Backschaften und Seekrankheit auskurieren beschäftigt, dass unsere Wache nur noch aus unserem Toppsgasten und einer weiteren Person bestand. Nach unserer Wache konnte man noch die Bark Belem beobachten.

Der Bordbetrieb unter Maschinenfahrt erfolgte dann wie gewohnt. Jetzt gibt es noch Abendessen und dann ab in die Koje und für alle die gerne rätseln hier noch das Teebeutelrätsel:
Man nehme zwei Teetassen mit je einem Beutel, und trägt sie von der Messe aus an Deck. Dann überreicht man die eine Teetasse einem wartenden Mitmenschen, der sich natürlich sehr über einen warmen Tee freut und wartet eine Weile. Nach ca. drei Minuten befinden sich zwei Teebeutel in einer Tasse und in einer Tasse bloß heißes Wasser. Was ist passiert?

Ganz liebe Grüße an die Umgedrehte Kommode und alle Möwen die gerade auf dem Werderkiosk sitzen. Maya

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