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Tagesmeldung vom 26.02.2022

Tagesmeldung vom 26.02.2022

Törn 0752 | Kanaren – Azoren
ca. 250 sm südöstlich der Azoren

Position 33°35,4′ N|023°52,1′ W
Kurs, Speed 110 | 2,4kn
Etmal 110nm
Wind N – 3bft
Luftdruck 1028 hpa
Bedeckung 3
Temp (L/W) 18°C, 18°C

„Wie wenn da einer, und er fielte
von der Brück, worauf er hielte
sich Hüfte, Po, das Knie, den Kopf,
wär das nicht ein armer Tropf?…“
[nach Robert Gernhardt,
Fortsetzung folgt]

Nachdem der Kapitän dieses Schiffes gestern Nachmittag eine weitere Sicherheitsübung innerhalb der nächsten 24 Stunden angekündigt hatte, war der Toppsgast dieser Wache so frei, einen Wal innerhalb der nächsten 24 Stunden anzukündigen. Beide Ereignisse sollten eintreten, aber während am ersteren durch das damit verbundene „All Hands“ selbstverständlich die gesamte Besatzung mitwirkte, wohnte dem Letzteren leider nur Steuermann Stefan der III. bei, der aber auf treu und Glauben versichert, daß er den Wal gesehen habe und auch, dass es ein großer gewesen sei, der einmal kurz flukerte und dann auch schon wieder seiner Wege zog. Aber Delphine haben wir gesehen und dafür gibt es gleich mehrere Zeugen sowie Bild- und Ton-[?]material. Seit wir intelligente Telephone haben, können sogar Mitglieder der Schiffsführung Filmaufnahmen „anfertigen“.
Eine Freiwache später ist das Thunfischsushi unter Lobpreisungen wiederum Stephans des III. auf Angler und Köchin verspeist, sind die Segel unter Wehklagen der Besatzung auf Wind und Wetter – jammern auf hohem Niveau! – geborgen, hingegen der Mond unter strenger Aufsicht der Bordphotographin Birgit der ersten gesetzt und der Sternenhimmel unter Absingen nächtlicher Weisen blank poliert.
Zwei gelungene Halsen sind noch zu verzeichnen sowie eine Wende, die angekündigt, mangels ausreichender Windstärke aber nur virtuell gesegelt wurde. Außerdem philosophische Gespräche auf der Brücke über Vor- und Nachteile einer Reise mit der Eisenbahn von einem kleinen niederbayerischen Dorf aus nach Peking, mit Umsteigen in Passau, Wien und Moskau. Die Reise per Stahlwahl auf Rädern habe den Vorteil, so ein Mitglied dieser Wache, dass man den Kurs nicht selbst bestimmen oder gar halten müsse, und dass man nicht um 03:30 geweckt würde. Die Reise mit dem Stahlwahl unter Segeln habe sowieso nur Vorteile, so der Toppsgast, die aufzuzählen diese Tagesmeldung endgültig sprengen würde, aber merke: erst abonnieren, dann kündigen; nur wer aufgestanden ist, kann sich auch wieder hinlegen. Eine Zensur findet nicht statt; wir helfen nur bei der Wortwahl.
Niko für die Wache II.

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