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Tagesmeldung vom 22.01.2023

Tagesmeldung vom 22.01.2023

Törn 0794 | St.Cruz de Tenerife – Fort-de-France
vor Anker bei Ste. Anne, Martinique

Position 14°26,7′ N|060°53,7′ W
Kurs, Speed 000 | 0,0kn
Etmal 0nm
Wind ENE – 4bft
Luftdruck 1019 hpa
Bedeckung 5/8
Temp (L/W) 28°C, 26°C

Wenn man die letzten Tage jede Nacht aufs Neue um kurz vor Mitternacht aus dem Schlaf geflüstert wurde, muss man sich nach einiger Zeit auf die Vorteile der 0-4 Wache konzentrieren, um nicht spätestens im Tigergang um 180 Grad kehrt zu machen und zurück ins Messelogis zu tapsen. Ein Highlight war ohne Zweifel der atlantische Sternenhimmel bei Neumond. Wie eine leuchtende Glaskugel, die jemand gegen eine Wand geschleudert hat, und die dabei in Millionen Kleinstteile zersprungen ist. An Backbord zieht sich das Band der Milchstraße quer über den Himmel, zwischen den Toppen thront das Sternenbild des Löwen und wenn am Ende der Wache Orion langsam vor uns hinter den Horizont sinkt, steht Sirius noch immer hell leuchtend am Himmel.

Auf unserem Ankerplatz ist die Weckzeit gleich, der Weg aus der Koje zur Wache noch genauso lang, aber die astronomische Orientierung dauert kurz. Westen ist nicht mehr vorn sondern achtern und der Polarstern ist jetzt an Backbord zu sehen. Bei klarem Himmel ist der Blick nach oben aber ebenso schön wie auf See.

Tagsüber war heute Landgang angesagt, im Stundentakt fährt das Dinghi-Shuttle und nachdem wir den beschwerlichen Weg mit Wasser von unten und wahlweise auch von oben durchgestanden haben, können wir endlich von uns behaupten, Fuß auf eine karibische Insel gesetzt zu haben. Oder wie eine Mitseglerin sagte: „Jo also um nach Frankreich zu kommen haben wir ja einen ganz schönen Umweg gemacht.“ Also zusammengefasst: Das Wetter ist gut (meistens), der Sand ist weiß und fein (endlich), das Meer ist warm (26 Grad) und die Cocktails sind zu aller Zufriedenheit.

Gleichzeitig setzt auch immer eine größere Wehmut ein, die einen großen Teil der Besatzung doch noch am Schiff fesselt und den Landgang verhindert. Wer wir am Anfang der Reise waren und was wir damals dachten und fühlten, verblasst im Nebel der Erinnerung. Es zählt, wer wir jetzt sind und was wir gelernt und erlebt haben. Und vor Allem, was wir mit all den neuen Erkenntnissen und Erfahrungen jetzt anfangen. Wir schauen gespannt in die Zukunft. Und auf die Insel, die vor uns liegt.

Grüße an die Crew der Törns 0790 & 0791 von Alicia. Die Karibik ist – wie erwartet – warm. Der liegende Mond hat uns auch auf diesem Törn einiges an Kopfschmerzen bereitet und trotz gesteigerter Denkleistung konnten wir sein Rätsel nicht voll umfänglich lösen.

Lieber Pappa! Nur noch eine Woche, dann bin ich da! Freu mich auf euch! In Liebe, Meike

4 Antworten

  1. jürgen Kretzshmar sagt:

    Liebstes Töchterchen Jelka, herzlichen Glückwunsch zum
    bestandenen Abenteuer. Ich bin gespannt, aus deinem Munde
    live diese Atlantiküberquerung zu hören, du weißt, ich liebe
    Erzählungen. Viel Erfolg beim Wiedererlernen des Landganges.
    dicke Umarmung Jürgen

  2. Thomas Gysel-Basler sagt:

    Grüsst unsere beiden Lieben Annabarbara und Dvid welche heute in Martinique aus der Schweiz anreisen und bis Tortola die Karibik erleben wollen. Sind gespannt ob unsere Tochter Annabarbara als aktive Journalistin sich in den Tagesberichten melden wird. Selber kenne ich Beef Island aus dem Jahre 1974 auf einem Segelzörn durch Jungfraueninseln.

    Bin sehr gespannt ob den Berichten zum TEAM Brigg Roal Amundsen

    Herzlichst Thomas Gysel

  3. Ina Berger sagt:

    Ich freue mich mit euch….feiert euch und das Leben, Ziel erreicht :)!

  4. hans rauscher sagt:

    Moin ihr wunderbaren
    starke Seefrauen.
    Ihr habt es geschafft, daran habe ich nie bezweifelt.
    Chapeau!
    Ich beneide euch positiv um diesen Törn.
    Hans

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