Tagesmeldung vom 15.09.2021

Tagesmeldung vom 15.09.2021

Position 54°52,2 N|010°57,9 E
Kurs, Speed 035, 6,6kn
Etmal 76nm
Wind E – 1bft
Luftdruck 1026 hpa
Bedeckung 1/8
Temp (L/W) 24°C, 17,5°C

Die Nacht war ruhig und sternenklar. Der Himmel – wunderbar. Es gab mehr Sternschnuppen als unerfüllte Wünsche. Das helle Licht des Jupiters warf einen goldenen Schimmer auf das Wasser. Aber das “Durchsegeln in der Nacht” glich eher einem Dümpeln mit schlaffen Segeln.
Kein Wind.
Der Sonnenaufgang dann war fantastisch. Eine glühend rote Sonne stieg strahlend aus dem Meer empor. Der beste Platz für das Frühstück war das Kombüsendach.
Der Wind frischte auf.
Die 8-12-Wache fuhr die erste Halse des Tages.
Und der Wind legte zu.
Die 12-16-Wache lernte getreu dem Motto ihres Toppsis Sven “Besser haben als brauchen” ein Strecktau über Deck zu spannen, um auf schwankenden Planken nicht die Bodenhaftung zu verlieren.
Und der Wind legte zu.
Die Roald flog über die Ostsee. Gischt schäumte vorm Bug wie Flocken von Schnee. Mirko, unser Rudergänger, hielt das Rad John-Maynard-gleich fest in der Hand.
Und der Wind legte zu.
Getreu dem Motto “Besser haben als brauchen” (Teil2) lernten wir, die Arbeitstalje zu benutzen, wenn mal “richtig Zong” auf dem Tampen liegt.
Und der Wind legte zu.
Hermann, Mirko und Steffen genossen auf dem Klüverbaum den Ritt der Roald durch die tosende Ostsee.
Und der Wind legte zu.
Die zweite Halse des Tages lag an. Wache 1 & Friends hatten in großer Höhe wirklich Spaß beim Beifangen der Segel. Hafenfein verpackt.
Und der Wind legte zu.
Andreas ließ interessierte Besucher in sein Reich – den Maschinenraum. O-Ton Mirko: “Es war wunderbar! Aber olfaktorisch erstmal ein Schlag in die Fresse.”
Und der Wind legte zu.
Nach 73 gefahrenen Seemeilen erreichten wir unseren Ankerplatz in der Tromper Wiek in Sichtweite des Leuchtturms Arkona. Bei aufkommendem Regen wurden sämtliche Segel geborgen und die Rahen schön angebrasst.
Und der Wind legte zu.
Dem Seegang zum Trotz hat die Backschaft das bisher feinste Essen der Reise gezaubert. Der Fisch wollte nicht zurück ins Meer, die Bratwurst und der Curryburger auch nicht.
Und irgendwann in der Nacht, als die Wache 1 dieses Prosawerk verfasste…
… schlief der Wind ein.

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