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Tagesmeldung vom 12.01.2023

Tagesmeldung vom 12.01.2023

Törn 0794 | St.Cruz de Tenerife – Fort-de-France
Westlich Kapverden

Position 012°18,9′ N|042°51,7′ W
Kurs, Speed 225 | 6kn
Etmal 144nm
Wind ENE – 5bft
Luftdruck 1020 hpa
Bedeckung 2/8
Temp (L/W) 27°C, 24°C

Wau! Was für ein Tag. Für meine Wache und mich startete der Tag, wie die letzten Tage, bereits direkt zum Tageswechsel um 00:00 Uhr. In den folgenden vier Stunden verwandelten wir uns zu fleißigen Partyvorbereiterinnen. Denn am Nachmittag stand unser Bergfest an. Wir nannten es ganz liebevoll das „JWD-Fest“. Das Janz-weit-draußen-Fest. Denn laut kompetenter Berechnung unserer dritten Steuerfrau Jana sollten wir am heutigen Tage das 43 Längengrad und somit den am weitesten entfernten Punkt vom Land erreichen.

Ganz müde und erschöpft, aber voller Vorfreude fielen wir von der Brücke direkt in die Kojen, manche sogar in die vielen gespannten Hängematten an Deck. Jealous!
Als hätte ich nicht geschlafen, schoss mir beim Aufwachen der Gedanke durch den Kopf „Ich muss das angesetzte Ginger-Ale aus dem Bräter herausholen.“ In langer Abwägung endlich einmal auszuschlafen oder die wichtigste Person an Bord (Smut Anna) nicht in ihrer fantastischen Arbeit zu behindern, steuerte ich halb schlaftrunken und verpeilt in Richtung Kombüse und rekrutierte eine weitere Seefrau, um mir zu helfen. Ganz erschöpft von dieser Heldentat, taumelte ich zurück in meine noch warme Koje. Noch 45 Minuten Zeit bis es mit dem Mittagessen wieder im offiziellen Programm weitergeht.

Es folgen Mittagessen – Wachwechsel – Deck spülen – große Maschinenraumführung mit Maschinistin Sascha – Klüverbaum mit Tonki lackieren – wachinterne Gesprächsrunde zu was wir noch alles lernen wollen und wie es uns insgesamt geht. Wir haben alle festgestellt, dass die Zeit viel zu schnell vorbei geht – heute, wie auch die letzten zahlreichen Tage. Was haben wir doch für ein Glück, mit so vielen tollen Frauen an diesem Abenteuer teilnehmen zu dürfen und wie gut es uns bei gelegentlichen Jammern über Schlafmangel und immer weniger werdendem frischen Gemüse doch eigentlich geht.

Und dann war es endlich soweit: The Point of no Return 12° 05,8 ´N und 043° 00,0 ´W.
Unsere JWD-Fete startete angeleitet von Topsgästin der Wache 3 mit einem Tampentanz der „Toptanten“ mit schnellen Brillen an den Toppnanten. Ein gelungener Einstieg. Es folgte das „Sardinchen Spiel“, bei dem wir feststellten, dass 20 Personen in Kammer 09 passen und dabei sogar auf den oberen Kojen noch Platz war. Anschließend erfuhren wir bei einem Improtheater, in dem die Wache 3 innerhalb einer Selbsthilfegruppe in die Rollen unsere Segel an Bord schlüpften von deren Bedürfnissen und inneren Konflikten. Sie überzeugten mit ihren Schauspieltalenten so sehr, dass das Publikum jedes dargestellte Segel im Anschluss erraten konnte. Unsere freudig erhitzen Gemüter konnten wir direkt danach mit yummi Ginger-Ale bei feinster Sonnendeck-Mukke und Crush!-Ice abkühlen. Dazu wurden leckere Selfmade-Cookies und Schnittchen aus frischen fluffigen Baguette mit leckerer Tomatenbutter gereicht. Doch weiter im Programm: Beim Aktivitätswichteln inspirierten wir uns für noch mehr Quality-Time und freuen uns auf das noch intensivere Kennenlernen mit unseren Los-Schwestern. Bootsfrau Anna wurde in ihren tighten Fortschritten im Umgang mit der Jugendsprache getestet und brachte dabei ihr sprachliches Geschick ganz schön stabil zum Ausdruck. Und die good Vibes wurden bei Jung und Alt in unserer Crowd gespreaded und sogar in den Sprachgebrauch der Kapitänin integriert. Damn respect. (Cringe! … auch von mir)

Durch die eigens ertüftelte Black-Story meiner Wache deckte die Crew durch das Stellen von Ja-Nein-Fragen endlich auf, weshalb so manche mysteriöse Dinge hier an Bord geschehen, wofür wir bis dato einfach keine Erklärung fanden. (Den Rätselspaß wollen wir gerne mit euch teilen. Siehe unten.)
Zum Abschluss genossen wir das „Alleine-janz-weit-draußen-sein“ mit lautem Grölen, bei dem sogar das Schiffshorn mitertönte. Frau, tat das gut! Mit nun aufgewärmten Rachen ertönten die sanften Stimmen des “The Sea Gals” Decks-Chor und unterstrichen dabei die malerische Stimmung.

Abgerundet mit einer berührenden Ansprache von Kapitänin Conni zum Background dieses besonderen Frauentörns, dessen Wichtigkeit und hoffentlich weiterer positiver Auswirkung für mehr Gleichstellung, beendeten wir das rauschende und verbindende Bergfest.
„Tampen, Belegnägel, roter Schäkel. In die Ferne gucken, hoch die Muggen. Mit viel Duarst, Proast!“

Und nun viel Spaß beim Rätseln: Black Story „Mugg 48“ – Teil 1
„Wie wir alle mitbekommen, passieren hier an Bord, seitdem wir losgesegelt sind, bis dato unerklärliche und mysteriöse Dinge. Als Kapitänin Conni den Befehl zum Verlassen des Schiffes gibt, klärt sich alles auf.“

Liane grüßt ihre Herzallerliebsten im Rheinland! Ich vermisse Euch und freue mich schon aufs Wiedersehen. Knuddelumarmung!

Küsschen + Kuscheln an Linus von Anna und Irma <3
Und ganz liebe Geburtstagsgrüße an Dina. Lieb dich Hasi 2!

Es ist schade, dass du nicht dabei bist, liebe Hille. Ganz liebe Grüße von Jana, Corinna & Birgitt

4 Antworten

  1. Jan Steinmetz-Hellerstedt sagt:

    Hallo,
    es ist super, täglich zu lesen, wie es bei Euch läuft und was Ihr alles erlebt!

    Viele liebe Grüße und weiterhin Gute Reise!
    Jan

    P.S.: neulich gab es eine Tagesmeldung auf englisch und deutsch. Vielleicht könnte Alicia auch mal eine auf schwedisch und deutsch schreiben? Så att hennes morfar kan läsa den?

  2. B. sagt:

    Meine liebste C.,

    jeden Tag denke ich Landratte an Dich und freue mich janz dolle auf unser Wiedersehen. Ich vermisse Dich sehr und schicke Dir tausend Küsse und Umarmungen weit übers Meer.

    Pass gut auf Dich auf und sei liebevollst gegrüßt von

    Deinem B.

  3. Karin Hanawitsch sagt:

    Die ganzen kucos grüssen Maren
    Na spinnst du fleissig Seefrauengarn??

  4. Nina sagt:

    Liebe Pia!
    Da ich mal wieder zu früh aufgewacht bin und nicht mehr einschlafen kann, habe ich euer Schiff gegoogelt und diese Seite gefunden. Ich freue mich unheimlich für dich, dass ihr schon einen Wal gesehen habt. Und das auch noch unter einem Regenbogen! Ich hoffe du warst dabei. Wir vermissen Dich alle! In Lappland war es wunderschön und der Kater lebt noch. Eine schöne Weiterreise wünscht dir
    Mumai

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