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Tagesmeldung vom 09.01.2023

Tagesmeldung vom 09.01.2023

Törn 0794 | St.Cruz de Tenerife – Fort-de-France
Westlich Kapverden

Position 017°05,7′ N|037°20,9′ W
Kurs, Speed 250 | 5,5kn
Etmal 141nm
Wind E – 4bft
Luftdruck 1022 hpa
Bedeckung 0/8
Temp (L/W) 26°C, 23°C

Sanftes Gemurmel weckt mich um 0 Uhr aus dem schaukelnden Schlaf meiner Hängematte, die seit zwei Wochen mein Zuhause ist. Schlaftrunken nickend, obwohl ich ohne meine Hörgeräte noch nichts höre, sagt ein kurzer Blick auf die Uhr und aus dem Niedergang, dass gleich die 0 – 4 Wache bei gewöhnlich mildem Wetter (also Pulli an Deck) beginnt. Yogaeinheiten und der ein oder andere flache Witz füllen die ruhige Nacht, bis endlich um 4 Uhr die zweite Hälfte des Schlafs eingeholt wird.

Das jedoch nicht lang, ich habe mir nämlich so einiges vorgenommen für heute! Nach außerordentlich guten Brötchen (langsam kriegt unsere Wache das mit dem Teig auch hin) geht es ab auf die Vor-Royal, um den Außengording an Backbord zu erneuern. Diesen Ausblick mit der seit Wochen 360° türkisblauen Weite und fliegenden Fischen über der Oberfläche werde ich auf jeden Fall vermissen, das weiß ich jetzt schon.

Nach dem Mittagessen startet unsere Wache mit dem Riggen des Sonnensegels für die Brücke – in der prallen Sonne sind es heute nämlich ziemlich warme 26° und ich frage mich immer mehr, wieso ich drei Pullis eingesteckt habe… Danach wird auf der Brücke eine organisierte Produktion eröffnet, bei der fleißig gespleißt und getakelt wird, um Zeiser aus einem alten Gording zu fabrizieren (mein neues Segelmesser kommt dabei mal wieder zum Einsatz – bestes Weihnachtsgeschenk!). Anschließend bekommen wir von der Kapitänin persönlich einen interessanten Vortrag über Warm- und Kaltfronten, Hoch- und Tiefdruckgebiete und ich verstehe endlich mal, wieso Regen nicht immer direkt abregnet. Begleitet wird das Ganze mit äußerst bunten komplexen Zeichnungen, die unsere Wache beim Deck spülen leider wieder abschrubben muss. Unmittelbar davor gibt es allerdings wieder eine herrlich erfrischende Seewasserdusche, die luxuriöserweise jeden zweiten Tag veranstaltet wird, damit wir auf unserer langen Überfahrt nicht zu viel Frischwasser verbrauchen.

Ein gelber, fast orangener Sonnenuntergang (rot werden die hier nie), begleitet von Kalimba-Musik, beendet den ereignisreichen schönen Tag und ich freue mich schon mich gleich wieder in meine Hängematte zu begeben. Mein Herz ist erfüllt von der Intensität des Lebens und der unglaublich herzlichen empowernden Gemeinschaft mit all den tollen Frauen, mit denen ich gemeinsam der Sonne Richtung Westen hinterhersegeln darf.

Ganz liebe Grüße gehen an meine Familie nach Berlin, Hamburg und Kiel – alles Gute nachträglich für Kayla (wenn ich wieder da bin, muss ich dir von den Delfinen und Walen erzählen!) und liebe Grüße auch von meiner tollen Toppsgastin Corinna an Nanni. Außerdem einen fetten Gruß an die I41-Gang und nicht zuletzt ein „Shuhuuu“, das quer über den Atlantik zu einer gewissen Nase schallt.

Nina, fette Geburtstagsumarmung von Irma nach Hamburg, falls du das liest! Zur Feier des Tages wurde heute schon eine Lieblingszeile von salomé am schiffseigenen Kotti zitiert (mehr dazu bald). Große Küsse gehen auch raus an Linus, Jule, Mama, Papa, Anai und Lena.

Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht! Die Hälfte ist fast schon rum… Sonnige Grüße aus dem Blauwasser von Jana nach Münster, Düsseldorf und Hamburg!

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