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Tagesmeldung vom 06.01.2022

Tagesmeldung vom 06.01.2022

Törn 0748 | Liegezeit
Santa Cruz de Tenerife


Position 28°27,8 N|016°14,6 W
Kurs, Speed , 0kn
Etmal na
Wind na
Luftdruck na
Bedeckung na
Temp (L/W) na

Irgendwie lässt uns das Schiff nicht los. Da sind wir kurz vor Heilig Abend abgestiegen, um die Insel zu erkunden und die Beine hochzulegen, auszuschlafen und nach eigenem Gusto zu schalten und walten, und kaum zwölf Tage später sind wir wieder an Bord.

Die lustige Gesell*innenbande hat sich auf vier Personen verkleinert, denn Zimmerer und Holzbildhauerin sind weiter nach Gomera unterwegs, aber wir sind dennoch kompetent aufgestellt mit Zimmerei, Tischlerei, Maßschneiderei und Schlosserei und es gibt genug zu tun (Gottlob! Beine hochlegen und ausschlafen ist sowas von 2021!)

Tagesaktuell steht weiterhin das Klüvernetz auf dem Arbeitsplan. Aber eigentlich beginnt der Tag doch früher. Nämlich mit einem, dem Donnerstage angemessenen, Frühstück mit Ei und Speck. Darob gestärkt wurden anstehende Arbeiten in Angriff genommen, bei wechselndem Wetter, das aber mehr der Unterhaltung als der Abschreckung diente und wir konnten zwischen Spleiß und Knoten die einfahrende Dreimastbark Gunilla gebührend betrachten (Steiner Optics macht’s möglich). Der Hafen wird zunehmend von Traditionssegelschiffen bewohnt, was uns natürlich in heitere Seefahrtsromantik versetzt. Aufgrund der auch hier spürbar angespannten Coronalage ist leider kein Austausch zwischen den verschiedenen Crews möglich, aber so ist das ja gerade überall.

Ein Außenbordspazierhang (sic!) vermittels Klettergurt und mit Labsaleimerchen und Pinsel ausgerüstet rundet den Tag ab. Irgendwas muss immer eingestrichen werden. Unser geschätzter Maschinenassistent Techno-Dieter sorgt mit Drucklufthammerentrostergelöt für den richtigen Beat, und wir mit Kapselgehörschutz für die Arbeitssicherheit. Ein großer Spaß für die ganze Familie.

Unsere schwimmende WG ist launenmäßig nicht platt zu kriegen, und so gehen die verschiedenen Baustellen gut von der Hand und die Tagesroutine bietet genug Zeit, das Leben an Bord zu genießen. Zum Abendessen gibt es dann ein Curry, eine Kooperation zwischen Maßschneiderei und Tischlerei, wir dürfen also gespannt sein.

Grüße an all unsere Bordkamerad*innen in der fernen Heimat, deren Anwesenheit wir schmerzlich vermissen, und eine gute Heimreise all jenen, die uns heute und in den nächsten Tagen verlassen haben und werden. Wir reisende Handwerksleute sagen Danke für die schönen, bereichernden, horizonterweiternden, rührenden, spannenden und lustigen Erlebnisse mit euch.

//HBSchlosserA&K, seit drei Monaten eingespleißt und festgemusingt auf der Roald Amundsen

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