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LAAAAANGE PAUSE AN DER PIER: LEINEN LOS!

LAAAAANGE PAUSE AN DER PIER: LEINEN LOS!

… auf den Meeren der Welt zuhause. Die ROALD AMUNDSEN geht in Trainings- & Refresher-Fahrten nach der langen Pause an der Pier. DANKE für das Engagement der Ehrenamtlichen. Kurzer Rückblick auf die lange Liegezeit.

.. die ROALD AMUNDSEN hat aus der Werft verholt – nach 316 Tagen Liegezeit an der Pier, verteilt auf mehr als ein Jahr. … die Seeleute haben viel geschafft: etwa 920 laufende Meter stehendes Gut sind gepflegt, 160 Meter Rahen und Holzspieren geschliffen und liebevoll mit mehreren Schichten Tonki versehen – und wir sprechen dabei noch nicht über die Nagelbänke, Belegnägel, Schiebeluks oder die unendlich vielen Details unter und an Deck. Mehr als vier Kilometer Tauwerk wurden durchgesehen und gegebenenfalls ersetzt. Viele Hände und ein Kleed-O-Mator haben mehrere hundert Meter Hüsing verarbeitet für das Bekleeden des stehenden Gutes, um Segel anzunähen oder Webeleinen neu zu setzen. Dockfegen, Schneefegen, Schleifstaub fegen, Niedergangs-Treppen nicht nur fegen sondern komplett herausoperieren und wieder an ihren angestammten Platz verholen, traditionelle aber heutzutage ungewöhnliche Methoden des Schiff-Verholens – das alles und noch viel mehr war dabei. Kabel aus und in die Masten operieren und dito im Rigg und in Schaltschränken oder an irgendwelchen anderen gefühlt widrigst zugänglichen Stellen. Komplett alle Spieren abriggen, abtakeln und wieder operationell an ihren Platz bringen. Das Gangspill zerlegen und in Farbe wieder zusammenfügen. Die Bootsmann-Last komplett umkrempeln, Dinge mehrmals hin— und herräumen (inclusive eines Zeltes) und jeden Abend die Baustelle aufräumen. Gefühlte Kilometer von Rohrleitungen pönen, alle Kammern in Farbe setzen und alles rund um den Steuerstand erneuern, so als wäre es schon immer so gewesen. Und immer wieder pickern und pönen und pickern und pönen – bei alledem sehr wohl wissend, dass die Zeit die eigene Arbeit auch wieder auffrisst, ganz gleich ob das Schiff auf See ist oder an der Pier. Daneben immer wieder wirklich gründlich Reinschiff machen und Motivations–Mahlzeiten in der Kombüse zaubern: wie viele Seemanns-Sonntag-Frühstückseier das wohl waren? In der Sonne schwitzend oder beim Kneifbändseln die Eisränder an den Schnürsenkeln habend, Labels und Markierungen nachhalten, erneuern und mit Notizen für die Weiterbearbeitung versehen und alles auf Stand halten, inklusive der Seekarten: vor nichts hat die Crew haltgemacht. Die längste Liegezeit in der Geschichte der ROALD AMUNDSEN.

CHAPEAU!!! an alle Ehrenamtlichen: knapp 170 verschiedene Seeleute haben in kleiner und kleinster Besatzung vor Ort an Bord und an Land ca. 2700 Manntage gespendet als Engagement für ‚den ollen schwatten Kahn‘ .. auf die nächsten Jahre!