Tagesmeldung vom 31.10.2026

Tagesmeldung vom 31.10.2026

Törn 0941 | Biskaya Kurs Süd
Vom einem Ender der Welt auf dem Weg zum Nächsten Ende der Welt

 

Position 46°55,1′ N|006°12,2′ W
Kurs, Speed 213 | 4,5kn
Etmal 123nm
Wind ENE – 3bft
Luftdruck 1025 hpa
Bedeckung 5/8
Temp (L/W) 16°C, 16°C

Lappen raus!

Früh beginnt die Wache, doch hell scheint der Mond an diesem Morgen in seiner Schönheit.
Die Wasseroberfläche spiegelt die vielen Farben des Mondlichts und der Ausguck ist sich nicht ganz klar ob er noch träumt. Schon die vorhergehende Wache berichtete von einer Treibjagd von Delphinen, die ein Festmahl an den vor sich hertreibenden Fischschwärmen hatte.
Alles wirkt magisch, bis der Generator anspringt und ein Duftnotengemisch mit sich bringt, von dem wir noch lange träumen werden.

Nun waren auch die Kaffeeverweigerer aus ihrer Traumphase gerissen und wir atmeten gleichmäßig durch den Mund.
Gegen Ende unserer morgendlichen Wache kamen dann 3 gefiederte Freunde an Bord.
Während die einen anfingen nach passenden Namen für unsere kleinen Mitsegler zu suchen, streuten andere heimlich ein paar Krümel aus, um unsere Freunde willkommen zu heißen.
Bis Mittag hatten diese die dann verdaut und markierten fleißig unser Deck, was den lieben Kaptain nicht unbedingt erfreute.

Doch nun zum eigentlichen erfreulichen Thema des heutigen Tages: Wir packten die Segel aus!
Immer wieder wurden „friends“ in den mager besetzten Wachen ausgerufen um Segel auszupacken und zu setzen. Je kleiner die Mannschaft, desto wichtiger der Zusammenhalt.
Eh wir uns versahen waren alle Vorsegel und beinahe alle Rahsegel gesetzt, inclusive das Stagsegel, welches aber kurz darauf wieder geborgen wurde, da es ein Loch hatte. Doch fleißig und motiviert wie heute alle waren, wurde es noch am selben Tag repariert, sowie andere Arbeiten zum Schiffserhalt geplant und erledigt.

Um 15 Uhr gab es eine Notfallübung. Jeder hüpfte in seine ihm zugeteilte Rolle und positionierte sich dann an Deck. Schnell wurde klar, wer fehlte und ein Suchtrupp ging unter Deck, nachdem festgestellt wurde, dass der imaginäre Brand aus der Küche kam.
Der Vermisste wurde (spielend) bewusstlos in seiner Kammer gefunden, doch war nicht ganz klar, ob er an einer imaginären Rauchvergiftung litt oder ob es die üblichen Folgen des langen Ausgehens waren. Von der Einsatzleitung kam dann die Anweisung, das Opfer mit dem Tragetuch durch den Mittelgang zu tragen. Dies gelang uns erfolgreich, doch war die Proportion der Träger deutlich kleiner als die des „Verwundeten“, was die Aktion recht sportlich machte. Seine Werte wurden anschließend gemessen und ein imaginärer Hilferuf wurde getätigt.

Weiter ging es mit einem recht chaotischen Deckspülen und anschließend wurden einzelne Segel wieder gepackt, um dies abends im Dunkeln zu vermeiden.

Nach dem vorzüglichen Abendessen aus vielerlei Resten, als angenehme Abwechslung zum üblichen Abendbrot, spielte unser Kaptain noch ein paar Ständchen auf der Gitarre, so dass der Abend ein gemütliches Ende fand.

P.S. A hamster is missing Berlin, a potato and is looking forward to the 7th. Fly safe.

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