Tagesmeldung vom 29.05.2026

Törn 0918 | Kattegat und Schären
Zwischen Anholt und Schweden im Kattegat
Position 56°33,6 N|012°22,5 E
Kurs, Speed 315 | 3kn
Etmal 60nm
Wind SW – 3bft
Luftdruck 1022 hpa
Bedeckung 1/8
Temp (L/W) 16°C, 15°C
Wann begann eigentlich unser Tag heute? Was haben wir überhaupt für einen Wochentag? Jetzt sitzen wir gemeinsam hier in der Messe und überlegen, was heute so alles passiert ist.
Also: Los geht es erstmal mit der Ankerwache. Wir sind ja Wache eins, deshalb hatten wir eine Ankerwache von 0-2.
Zuerst musste nach dem Mehl gesucht werden, haarscharf konnte der Weg in die Trockenlast vermieden werden und der Brötchen- und Brotteig konnte trotzdem hergestellt werden.
Die nächste Ankerwache (2-4) hat dann äußerst wichtige Dinge festgestellt: Eigentlich können wir nur gewinnen! Sind die Brötchen nicht so gut wie erwartet, dann liegt das natürlich entweder an der Herstellung des Teiges oooder der Backschaft, aber ja wohl sicher nicht an uns! Schmeckt es allen gut, liegt das hauptsächlich an den Brötchenformern, die für die perfekten Größen und Gehzeiten gesorgt haben. Selbstverständlich waren die Brötchen spitzenmäßig, insbesondere die verschiedenen Röstgrade.
Bemerkung am Rande: Heute gab es Semmeln statt Brötchen, denn lauter Bayern haben sich um den Teig gekümmert. Sehr wichtig!
Anschließend haben wir uns noch ein paar Stunden Schlaf gegönnt, bevor um Punkt sieben alle geweckt wurden, auch wenn das für manche (die die komplette Nacht durchgeschlafen haben) unerwartet kam.
Plan für den Vormittag: Segel auspacken, Segel setzen. Deswegen ist die Vortoppwache um halb acht aufgeentert, um die gewünschten Segel („alle!“) loszumachen, während die Großtoppwache entspannt gefrühstückt hat. Mit fünf Minuten Verzögerung waren wir relativ schnell fertig und damit um 8:05 Uhr erschöpft beim Frühstück. Währenddessen hat dann auch die Großtoppwache die Segel am Großtopp ausgepackt. Toppsgasten können schnell frühstücken, deshalb haben die Toppsis der Vortoppwache kurzerhand noch ausgeholfen. So ergab sich das folgende Gespräch des wachhabenden Steuermanns mit den Leuten an Deck: „Wo ist mein Toppsi?“ – „Im Rigg!“ – „Ahhh. Hm. Die anderen Toppsi?“ – „Auch im Rigg!“
Wir waren dennoch irgendwann fertig, darum gingen wir Anker auf und das Horrorszenario des Kapitäns (erste Untermars erst um halb elf gesetzt) hat sich nicht erfüllt. Wir waren wie immer sehr fleißig und das Kommando über das Setzen der Segel wurde reihum weiter gegeben: Von der Deckshand über die Anwärter bis hin zum Trainee – alle, die wollten, durften mal und einige, die erst nicht wollten, auch (Sind das zu viele Kommas in einem Satz?).
Nur die Toppsis waren zur Abwechslung mal relativ still, passten auf und gaben Beratung bei allen Fragen von den „Toppsi-Gehilfen“. Um zehn hatten wir alle Rahsegel inklusive Groß und drei Vorsegel gesetzt. Während einer kurzen Nachbesprechung über Kommandosprache wurden weitere Segel ausgepackt und gesetzt (Flieger und Großstengestagsegel). Weil wir schon dabei waren, kamen anschließend noch das Bramstengestagsegel und das Briggsegel hinzu. Vollzeug!
In der Zwischenzeit wurden in der Backschaft riesige Atomzwiebeln geschnitten und bedauert, dass man nicht an Deck helfen konnte.
Wie vorhin erwähnt, sind wir Wache eins. Pünktlich um halb zwölf wurde das All Hands aufgelöst. Wir sind deshalb direkt zum Mittagessen geeilt. Freundlicherweise hat uns die Wache drei noch ein halbes Stündchen Pause ermöglicht und den Wachwechsel auf halb eins verschoben. Nun also im Wachbetrieb bei schönstem Sonnenschein. Messing putzen, Ausbildung, Ruder gehen, was man halt so macht…
Nachdem wir in unserer gestrigen Nachtwache ein Segelschiff mit 13 Segeln leider erfolgreich zu einem Motorschiff mit null Segeln transformiert haben, aber anschließend nicht mehr zum Beifangen gekommen sind (das durfte dann Wache zwei übernehmen), haben wir das zumindest in Ansätzen auch diesen Nachmittag gemacht. Briggsegel und Bramstengestagsegel wurden kurz vor Wachwechsel geborgen und der nächsten Wache überlassen… 🙂
Nach dem Apfelkuchen (wir haben nämlich Unmengen an Äpfeln an Bord!!) und der Übergabe an Wache zwei spülten wir noch Deck, um unsere Reinschiffstation abzuschließen.
Also, fast. Die Tagesmeldung fehlt natürlich noch. Aber die ist ja jetzt erstens fast so lang wie unser Tag heute und zweitens fast fertig. Wird auch Zeit, es gibt bald wieder Essen… Super!
Extralange Tagesmeldung rechtfertigt extralange Grüße!
Wir grüßen wie immer alle, die gegrüßt werden wollen.
Grüße gehen raus an Nina/Lina oder im Zweifelsfalle einfach Chris – bessere Toppsi-Gehilfen könnte ich mir nicht wünschen!
Kleingemüse an Bord: 2/8 – Grüße an den Rest.
Grüße ebenfalls an die dahoam gebliebene Bayern-Bande vom letzten Pfingsttörn und Uta, den damaligen Toppsi von Wache eins.
Grüße gehen raus an Katrin und Oli, Emil, Ramona und Tobias.
Wache eins grüßt Wache zwei und drei. Schreibt mal eine längere Tagesmeldung! Wir können das!
Und von allen viele Grüße an Mike nach Loosen!