Tagesmeldung vom 20.10.2026

Törn 0940 | Mor Breizh Westwärts
Auf dem Weg nach Westen
Position 50°48,6′ N|001°05,5′ W
Kurs, Speed 285 | 4,7kn
Etmal 104nm
Wind W – 8-11bft
Luftdruck 994 hpa
Bedeckung 6/8
Temp (L/W) 13°C, 12°C
Ein Tag, ein Schiff, verschiedene Personen, ganz verschiedene Eindrücke!
Steuerfrau: So viel Papierkram!
Trainee: Gelegenheit zum Klettern war super!
Masch. Assi (ganz frisch im Job und schwer verliebt in Emma, unsere Hauptmaschine): Die schnurrt wie ein Kätzchen!
Rudergänger: Warum fährt das Schiff nicht dahin, wo es hin soll? So‘n Mist!
Decksleute: Geil, immerhin zwei Segel gesetzt!
Alle: Wie entwickelt sich das Wetter? Was erwartet uns in den nächsten Tagen?
Ja, die Pläne haben sich angesichts der Wetterprognose geändert, morgen geht es nach Portsmouth, um dort das kommende Sturmtief abzuwettern.
Das beschert den Steuerleuten einiges an Vorbereitungen. Aber dort sind wir erst morgen früh. Heute konnten wir tatsächlich wenigstens zwei Stagsegel setzen und sahen immerhin etwas aus wie ein echtes Segelschiff (wenigstens für einige Stunden).
Und einige konnten die Gelegenheit zum Klettern nutzen – wer weiß, wann die wieder kommt? Die sonst in den Wachen üblichen Ausbildungseinheiten für Trainees und Deckshandanwärter gestalten sich in den sehr kleinen Wachen als individuelle Einzelförderung.
Der letzte Sand aus Scheveningen wurde mit viel Schrubbereinsatz vom Deck gewaschen. Und da wir uns in einem extrem stark befahrenen Gewässer bewegen, gibt es auch für die Nautiker immer wieder spannende Situationen (Wache 2 scheint ein besonderes Abo darauf zu haben). Und irgendwie scheinen Wind und Strom den Rudergängern immer dann das Leben besonders schwer zu machen, wenn präzises Kurshalten aufgrund der Verkehrslage besonders wichtig ist.
Wache 2 hat ein kreatives System des Rudergehens im Team entwickelt.
– Unterbrechung: Es scheppert verdächtig aus der Kombüse. Zum Glück waren die fliegenden Brötchenbleche leer und sind somit schnell wieder verstaut. –
Nach wechselndem Wetter (Sternenhimmel inklusive Milchstraße in den frühen Morgenstunden, später immer mal Regen aber auch etwas Sonne) nehmen Wind und Welle nun zu und wir schaukeln von Emma vorangetrieben und gut geführt von Wache 3 in die Nacht.