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Tagesmeldung vom 12.03.2022

Tagesmeldung vom 12.03.2022

Törn 0753 | Azoren Cherbourg
Atlantik

Position 45°53′ N|010°29′ W
Kurs, Speed 050 | 8,3kn
Etmal 160nm
Wind SW – 7-8bft
Luftdruck 1000 hpa
Bedeckung 3
Temp (L/W) 14°C, 12°C

Tag 9 an Board…
…davon sechs auf See, die sich wie eine endlose Reise in einer Waschmaschine anfühlen, und 856 Seemeilen (einschl. 6. Etmal), die die Roald hinter sich ließ.
Windstärken von 6 bis 9 mit Böen teilweise bis 11, dazu Wellen bis 7 Meter begleiteten uns die letzten Tage, wie der Kapitän zum „All Hands“ (alle Mann versammelt) berichtete. Weiter gab er uns einen Ausblick auf das, was wir in den kommenden Etappen erwarten können. Auch eine von jedem erhoffte ruhigere Schiffslage soll in den kommenden Tagen unsere Mühen und Schweiß belohnen.
Abwechslungsreich wie die letzten Tage sollte auch der heutige sein.
Bei strahlendblauem Himmel und einem malerischen Regenbogen mutete der Tag zunächst entspannt an, dennoch rang uns der anhaltende Seegang Kräfte ab.
In dieser Kulisse sollte sich für unsere Wache das „Reinschiff machen“ an der frischen Luft ereignen – Deck schrubben. Die immerwährend überschwappende Gischt verwandelt das Deck in eine Rutschbahn. Um die Gefahr zu verringern, schrubbten wir die sich langsam ansiedelnden Algen von den Lärchenplanken des Decks.
Einige erarbeiten sich anschließend erstmalig eine völlig neue Perspektive: Der Blick von der Spitze des Klüverbaums auf das Schiff unter Segeln.
12 Uhr Mittag – Wachwechsel mit einer Ganzkörperdusche für ein schmutziges Dutzend auf Deck.
Am Nachmittag wurde Tauwerk gespleißt, gemütlich in der Messe sitzend Karten oder Mundharmonika gespielt oder sich an einem Buch verweilt. Der einfache Schnack bei einem Tee sollte auch nicht fehlen.
Gegen Abend wurden uns der Seegang wahrlich wieder vor Augen geführt. Hier flogen nicht nur die Untertassen. Wie im Schlaraffenland regnet es Wurst und Käse.
Abschließende Wache zum Tagesende bei 8 bis 9 Windstärken – Sturm.
Neptun, Poseidon oder wer auch immer öffnet nochmal die ganze Trickkiste des Wetters. Regen und als Sahnehäubchen Hagel bei 9° C.
Wir sehnen und freuen uns auf die Tage mit ruhigerer See, die uns schlafen – wieder einmal ausschlafen lassen.
Grüße ins Saarland, den Rangenberg und in dem Breisgau sowie an Dani, Tom, Peanut und die gesamte Klirbes Familie
R&R für die Wache 3
Robert schickt liebe Grüße an A.
Grüße an die Mütter dieser Welt

8 Antworten

  1. Gabriele sagt:

    Oha, da habt Ihr richtig Spaß. Wie gut, dass Euch die gute Laune nicht verlässt. Vielen Dank für die weitere Interpretation der Bft-Tabelle. Ulrike A. möge bitte mal Ausschau nach der Flaschenpost halten, die wir im letzten Sommer in Hitzacker der Elbe anvertraut haben. Ihre wurde wenige Tage später aufgefischt, meine blieb bislang ohne Antwort …

    Weiter gute Reise, einen gnädigen Neptun,
    Gabriele Luise, eine der Mütter dieser Welt/Hitzacker

    • Ulrike Ahrens sagt:

      Hallo und guten Tag. Vielen Dank für die lieben Grüße. Die Flaschenpost ist leider noch nicht vorbei gekommen, halte weiter Ausschau. Die Bretonische Küste an Steuerbord hält sich das Schaukeln jetzt in Grenzen. Ausführlicher Bericht folgt. Liebe Grüße ⛵⚓

  2. Markus Brenner sagt:

    Grüße meinen Schwager Martin und wünsche ihm schonmal einen schönen Geburtstag am Donnerstag mit hoffentlich ruhigerer See und warmen Temperaturen 😀

  3. Dani sagt:

    Grüße an Robbi und hoffentlich bald etwas ruhigere See für alle 🙂

  4. Marlene sagt:

    Alles Liebe von Perth an René. Klingt nach einem wunderschönen Törn. Wünsche euch weitere schöne Tahe. Geniesse jede Welle und jeden Moment :).

  5. Kevin Leuthold sagt:

    Liebe Grüsse vom gesamten MIH-Team an Niko, wir hoffen, dass die See für die letzten Tage nicht mehr allzu rau ist!

    Bis bald,

    Vera, Lou, Kevin, Michael

  6. Gerhard Schering sagt:

    Hallo zusammen,
    die Berichte lassen in mir viele Bilder hochkommen von meiner Fahrt von Spanien durch die Biskaya nach Cherbourg vor 3 Jahren. Sturm, Orkan, hohe Wellen waren damals auch unsere ständigen Begleiter. Wenn ich mal steuern durfte oder mußte, ließ dies den Steuermann stets über soviel Ungeschick verzweifeln. Trotzdem war es für mich eine Fahrt, die unvergessen bleibt und ich nicht missen möchte. Ich wünsche Euch allen weiterhin einen guten erinnerungsreichen Törn, stets mit dem Gefühl, dass es einfach schön ist mit der Roald Amundsen die Meere zu durchpflügen.
    Meine besonderen Grüße an Stefan und Bernhard, mit denen ich bald nach Bornholm unterwegs sein werde. Ich freue mich schon auf die gemeinsame Zeit und wir werden uns viel zu erzählen haben.

    Viele Grüße – Gerhard

    • Bernhard Breuer sagt:

      Lieber Gerhard,
      leider habe ich Deinen Kommentar zur Tagesmeldung vom 12.3. erst heute entdeckt.
      Vielen Dank dafür! Und das Du an uns gedacht hast.
      Mittlerweile sind wir ja zurück (sind erst am 31.3. aus Amsterdam zurückgekehrt) und erfreuen uns der mitteleuropäischen Festland-Zivilisation.
      Warme Dusche und so…
      Aber wir haben den Törn mit der Roald absolut nicht bereut. Im Gegenteil. Auch wenn der Atlantik uns seine Werkzeugkiste nicht nur gezeigt, sondern auch zur Anwendung brachte.
      Aber mit einem guten Schiff, einer tollen Mannschaft und einer absolut kompetenten und feinen Schiffsführung läßt sich auch der Atlantik zähmen.
      Viele Grüße und wir reisen bald gemeinsam nach Gotland, nicht nach Bornholm.
      Freuen uns darauf und ja, es gibt sehr viel zu erzählen.

      Gode Ruh‘, gode Wacht.
      Bernhard

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