Tagesmeldung vom 03.09.2026

Törn 0932 | Tausend Inseln und noch Meer
Hafen Swinemünde
Position 53°54,5′ N|014°16,5 E
Kurs, Speed 000 | 0,0kn
Etmal 100nm
Wind SW – 4bft
Luftdruck 1015 hpa
Bedeckung 7/8
Temp (L/W) 18°C, 18°C
Von Karlskrona nach Swinemünde – oder:
Die Fische waren satt, die Pier blieb ganz und wir würden es wieder tun.
Nun ist unser Törn tatsächlich vorbei. Was vor einigen Tagen noch vor uns lag, liegt nun im Kielwasser – und wenn wir eines mit Sicherheit sagen können, dann dies:
Wir sind gesegelt! Wir haben die Roald nicht einfach gemütlich über die Ostsee geschippert, wir sind durchgesegelt, haben Segel gesetzt und geborgen, an Schoten und Brassen gearbeitet, unzählige Halsen und sogar zwei Wenden gefahren.
Unser Kapitän Tham war während des gesamten Törns ausgesprochen töfte drauf. Mit Ruhe, Erfahrung und offenbar einem ziemlich guten Draht zu Wind und Wetter hat er uns sicher über die Ostsee geführt. Wir wussten vielleicht nicht zu jeder Zeit wo wir waren, aber wir wussten: der Kapitän weiß es.
Nun wollen wir bei all der Seefahrtromantik allerdings nicht verschweigen: die Ostsee hatte zwischendurch offenbar beschlossen einmal nachzuschauen, wer von uns wirklich seefest ist. Das Ergebnis war…sagen wir: durchwachsen.
Während draußen Wind und Wellen ihr Bestes gaben, um uns den Appetit auszutreiben, kämpfte Smut Elke unbeirrt dagegen an. Frühstück. Mittag. Kaffee und Kuchen. Abendessen. Immer wieder wurden wir 1A versorgt.
Natürlich hätte Petrus uns zum Abschied noch einmal Sonne, blauen Himmel und eine leichte Brise schenken können. Hat er aber nicht.
Aber echte Seeleute packen trotz Regen natürlich trotzdem an!
Und dann kam Swinemünde. Das letzte Anlegemanöver. Noch einmal Konzentration. Noch einmal Kommandos. Noch einmal Leinen klar. Alles lief bestens. Das Anlegemanöver war elegant und geschmeidig! Und am Ende darf man wohl sagen: Törn erfolgreich abgeschlossen!
Das Schiff wurde gemeinsam für das Ende unseres Törns klargemacht, denn wenn wir schon gehen müssen,
dann hinterlassen wir unsere Roald schließlich so, wie es sich gehört.
Am Abend kam noch einmal einer dieser besonderen Momente: Captains-Dinner. Nach all den Wachen, Segelmanövern, durchsegelten Nächten, müden Augen, nassen Klamotten, gefütterten Fischen, unzähligen gemeinsamen Stunden, saßen wir noch einmal zusammen. Aus einer Gruppe Menschen ist während dieses Törns eine Mannschaft geworden. Wir haben zusammengearbeitet, zusammen gefroren und geschwitzt, zusammen gelacht und vor allem ganz viele unvergessliche Momente gemeinsam erlebt.
Nach dem Törn ist vor dem Törn. Und deshalb sagen wir nicht „Lebewohl“.
Wir sagen einfach: „Wir sehen uns auf der Roald“.