Tagesmeldung vom 01.03.2026

Tagesmeldung vom 01.03.2026

Törn 0909 | Westindische Inselwelt
Im Bermudadreieck

Position 31°48,6′ N|065°18,5′ W
Kurs, Speed 068 | 4,8kn
Etmal 116nm
Wind S – 4bft
Luftdruck 1021 hpa
Bedeckung 2/8
Temp (L/W) 24°C, 21°C

Heading: In der Gewalt des Teufelsdreiecks
Author: Leonie
Position: Irgendwo im Bermuda Dreieck
Nautical Position: 31*48,6‘N 65*18,5‘W
Etmal: 116sm
Kurs: 060*
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 4 kn

Es ist 19 Uhr und du hast gerade deine Nachtwache. Es sollte dunkel sein, doch der Mond scheint so hell, dass man denken könnte, die Sonne scheint. Doch es ist neblig – sehr neblig. Auf der Brücke sieht man nicht weiter als bis zum Spill. Langsam merkst du, wie deine Klamotten klamm werden und es immer kälter wird.

So ungefähr sah unsere Wache vor ein paar Tagen aus – passend zum Vibe des Bermuda-Dreiecks. Seit sieben Tagen fahren wir nun durch die Gewässer des Bermuda-Dreiecks. Und wohlgemerkt: Wir sind weder von Riesenkraken attackiert noch von Aliens in UFOs entführt worden.

Das berühmt-berüchtigte Gebiet des Bermuda-Dreiecks spannt sich zwischen Miami, Puerto Rico und Bermuda auf. Es ist umwoben von einer Vielzahl mysteriöser Verschwörungstheorien:

Atlantis: Hier soll die versunkene Stadt liegen, die angeblich negative Energien abgibt, wodurch Schiffe und Flugzeuge Navigationsprobleme bekommen. (Meiner Meinung nach ist das sehr plausibel – schließlich stammt Atlantis aus den Geschichten der Alten Griechen, die zu ihrer Zeit noch nicht einmal wussten, dass es den amerikanischen Kontinent gibt. <- Ironie)

Grüner Nebel mit Zauberkräften: Dieser soll die Navigationssysteme von Schiffen und Flugzeugen durcheinanderbringen. (Da wir auf unserem Radar fast täglich grüne Wolken haben und wir noch immer auf Kurs sind – bei manchen Personen vielleicht weniger –, halte ich auch diese Theorie für eher unglaubwürdig.)

Riesenkraken: Solche wie in dem Buch „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. Sie reißen Schiffe mit ihren riesigen, schleimigen Tentakeln in die Tiefen des Meeres, wo sie bis in alle Ewigkeit verschollen bleiben.

Aliens: Sie wohnen im Meer und entführen mit UFOs alles Mögliche. Stell dir vor: Plötzlich liegt ein riesiger Schatten über deinem Schiff, und kurz darauf erscheint ein grelles Licht von oben. Im nächsten Moment schwebst du mit dem Rest der Mannschaft hinauf in die Zentrale eines unbekannten UFOs.

Wurmlöcher oder Zeitreisen: Immer mehr bunte, helle Lichter tauchen um dich herum auf und bilden einen Tunnel. Du kommst nicht heraus und hast keine andere Wahl, als weiterzufahren, bis du ans Ende gelangst. Doch wo landest du dann? In einer anderen Welt? 200 Jahre in der Zukunft oder Vergangenheit?

Das waren nur einige von vielen Sagen und Legenden rund um das Bermuda-Dreieck. Wissenschaftliche Erklärungen gibt es natürlich auch.

Wenn du ein Papierboot faltest, es in eine Schüssel mit Wasser setzt und dann mit einem Strohhalm kräftig ins Wasser pustest, kannst du beobachten, dass das Boot untergeht. Im Bermuda-Dreieck kann etwas ähnliches passieren: Methangashydrat, das unter hohem Druck stabil ist, kann durch Veränderungen – beispielsweise Meeresbeben oder Temperaturänderungen – freigesetzt werden. Steigt das Gas in großen Mengen auf, verringert sich die Dichte des Wassers, wodurch ein Schiff Auftrieb verlieren kann.

Eine weitere Erklärung wären sogenannte Monsterwellen. Das sind riesige Wellen, die bis zu 40 Meter hoch werden können. Ausweichen ist in diesem Fall unmöglich. Sie entstehen, wenn eine große Welle eine kleinere einholt und sich beide zu einer einzigen, gewaltigen Welle vereinen.

Das Bermuda-Dreieck ist ein mysteriöser Ort voller Geheimnisse: viele ungelöste Rätsel, unheimliche Geschichten und unerklärliche Ereignisse. Wir hatten auf unserer Etappe durch das Dreieck zwar keine mysteriösen Vorfälle, aber mehrere besondere Erlebnisse – unter anderem Walsichtungen an mehreren Tagen, neblige „Bermuda-Vibes“, eine erfolgreiche Wende und das Setzen aller Segel der Roald. Damit kann man diese Etappe definitiv als eine der besten einordnen.

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