Tagesmeldung vom 30.10.2026

Törn 0941 | Biskaya Kurs Süd
Define Tags und Nachts spielen in der See. mit 12 Segeln genießen wir die See
Position 48°06,1′ N|005°07,1′ W
Kurs, Speed 268 | 6,2kn
Etmal 32nm
Wind SSE – 2bft
Luftdruck 1025 hpa
Bedeckung 8/8
Temp (L/W) 14°C, 15°C
Leinen los in Brest – Kurs Biskaya!
Geweckt wurde heute früh, aber das Aufstehen fiel nicht schwer: Um 06:45 Uhr hieß es für die Crew der ROALD AMUNDSEN: Antreten an Deck! Ein neuer Törn beginnt, und diesmal wartet mit der Biskaya ein ganz besonderes Stück Atlantik auf uns.
Noch lag Brest im morgendlichen Dunkel. Die bretonische Hafenstadt blickt auf eine lange und bewegte maritime Geschichte zurück. Ihre mächtige Festung, deren Ursprünge bis ins Mittelalter reichen, und die zahlreichen Leuchttürme rund um die Rade de Brest erzählen von Jahrhunderten der Seefahrt, der Verteidigung und der Navigation. Besonders die Leuchtfeuer am Goulet de Brest weisen den Schiffen seit Generationen den Weg hinaus auf den Atlantik. Auch wir sollten heute diesen Weg nehmen.
Zunächst hieß es allerdings: Anker auf! Mit vier Kettenlängen am Anker zogen wir uns aus dem Hafenbecken hinaus, bevor wir durch den Goulet den offenen Atlantik erreichten. Hinter uns blieb Brest zurück, vor uns lag das weite, blaue Meer. Das Wetter zeigte sich dabei von seiner ausgesprochen freundlichen Seite: Für die Region waren milde Temperaturen und überwiegend sonnige Verhältnisse vorhergesagt. Der Wind hielt sich zunächst zurück – beste Voraussetzungen für einen entspannten Start in unseren Biskaya-Törn.
Kaum hatten wir die offene See erreicht, wurde es auch schon richtig spannend. Die Crew machte sich ans Werk und nach und nach erwachte unser Schiff unter Segeln zum Leben. Großstengestagsegel, anschließend kamen die Rahsegel – bis auf Royals und Groß – hinzu. Außenklüver, Innenklüver und Vorstengestagsegel vervollständigten unser Segelkleid. Ein herrlicher Anblick!
Und als wäre das nicht schon genug, bekamen wir unterwegs auch noch besonderen Besuch: Delfine begleiteten uns eine Weile am Bug, spielten in der Bugwelle und sorgten für strahlende Gesichter an Deck. Dazu das tiefe Blau des Meeres, die warme Sonne und immer wieder der Blick über den Horizont – so darf eine lange Atlantikpassage gerne beginnen!
Im Laufe des Tages blieb genügend Zeit, die Seele baumeln zu lassen, leckere Mahlzeiten zu genießen und gute Gespräche mit den Mitseglerinnen und Mitseglern zu führen und sich an das Leben an Bord zu gewöhnen. Zwischen Wachwechseln, Manövern und gemütlichen Begegnungen wurde schnell deutlich: Es sind genau diese Momente, die einen Törn auf einem Traditionssegler so besonders machen.
Auch die Natur legte zum Tagesende noch einmal nach. Ein wunderschöner Sonnenuntergang tauchte den Horizont in warme Farben. Später standen die dunklen Rahsegel eindrucksvoll vor dem tiefschwarzen Nachthimmel. Über dem Meer ging schließlich ein leuchtend roter Mond auf – ein Anblick, bei dem selbst die erfahrensten Seeleute einen Moment innehalten. Über uns ein beeindruckender Sternenhimmel, unter uns das stetige Rauschen des nachtschwarzen Atlantiks. Und wäre das nicht alles schon überwältigend genug, begleitete uns im Dunkeln noch einmal eine große Delfinschule fast stundenlang und begeisterte mi ihren pfeilschnellen und wilden, fast akrobatischen Bewegungen!
Was für ein Auftakt! Ein Tag voller unvergesslicher Eindrücke.
Brest liegt achteraus, die Biskaya vor uns und die Vorfreude auf die kommenden Tage ist groß.
Besonders herzliche Grüße gehen an Ki,SiNiRoLeiHaMo und Teo, Kayla, Philine, Leni und Joris