Tagesmeldung vom 05.09.2026

Törn 0933 | Haff und Brigg
Hafen Swinemünde
Position 53°54,5′ N|014°15,7′ E
Kurs, Speed 246 | 0,0kn
Etmal 0nm
Wind NW – 5bft
Luftdruck 1020 hpa
Bedeckung 7/8
Temp (L/W) 16°C, 16°C
Erster Tag! Wie aufregend! Für viele alte Hasen ein begeistertes Wiedersehen, für uns Neulinge ein Tag voller Überraschungen. Endlich geht es los. Neugierig und ehrlich gesagt nervös gehen wir an Bord. Die Begrüßung ist eine gute Mischung aus herzlich und pragmatisch – wir bekommen erstmal einen Teller warme Suppe und leckeres Brot. Geht schonmal gut los. Und dann wirds unübersichtlich: 46 unbekannte Gesichter, ein Schiff voller Räume, Luken, Lasten, Tampen, Stagen … und dann die ganzen Fachbegriffe dazu.
Zum Glück gibt es die fabelhafte Crew, die einem tatsächlich die ganze Zeit das Gefühl gibt, es gäbe keine doofen Fragen und man würde das eh schon gut machen oder in kurzer Zeit gut machen werden können. So richtig vorstellen kann man es sich nicht. Begrüßung durch den Kapitän, Sicherheitseinweisung, Einteilung der Wachen, Rundgang durchs Schiff – das muss erst mal alles verdaut werden. Zum Glück zwingen uns Regen und Gewitter dazu, erstmal ne Pause einzulegen. Bei Kaffee und Kuchen machen wir es uns unter dem Sonnensegel gemütlich.
Pünktlich nach der Kaffeepause hört auch der Regen auf. Bei strahlend blauem Himmel heißt es plötzlich: „Aufentern!“. Und ehe man sich versieht, ist man ins Rigg geklettert und hängt in 10 bis 15 Metern Höhe auf einem Holzbalken rum. Inklusive genialer Aussicht über den Hafen und Erleichterung darüber, dass man einen Probelauf ohne Seegang machen darf. Wie wird sich das wohl die nächsten Tage anfühlen, wenn die Segel gesetzt sind und man nicht mehr im Hafen liegt…
Beim Abendessen fühlt sich alles eigentlich schon relativ vertraut an. Es ist wirklich überraschend, wie schnell man sich mit der Crew verbunden fühlt und sich mit seiner Wache identifiziert. Die ersten spannenden Geschichten hat man schon ausgetauscht, die ersten Namen gelernt und Steuerbord und Backbord auseinanderhalten gelernt. Als es nach dem Essen heißt „Brassen!“, wissen schon fast alle Neulinge was damit gemeint ist und packen kräftig mit an. Und auch wenn bei weitem noch nicht jeder Handgriff sitzt – wir helfen einander und kriegen das hin. So langsam kann man sich vorstellen, wie die nächsten Tage ablaufen werden und man freut sich von ganzem Herzen auf alles, was man erleben wird.
Als die Sonne dann langsam untergeht, bemerkt jemand: „Alle strahlen – ist das die Abendsonne oder liegts an der Roald?“. Und ehrlich – ich glaub es liegt an der Roald. So viel zu lernen, so viel zum Ausprobieren, so schön das Meer, die Sonne, die Wolken, die Menschen, das Schiff… Was für ein Glück, dabei zu sein.
Danke an Steffen – ohne dich wäre ich nicht hier, wir sehen uns in der Chorprobe
Grüße an KW und Z7 – wir denken an euch
und Kathi – vielleicht kommst du ja doch auch mal mit
P.S. Heike arbeitet am Sonnenschein. Heute Morgen hat das gut geklappt, aber dann ist sie wohl müde geworden…