Tagesmeldung vom 21.09.2026

Tagesmeldung vom 21.09.2026

Törn 0936 | Windjammerpflege
fest in Rostock

Position 54°05,6′ N|012°07,8′ E
Kurs, Speed 000 | 0,0kn
Etmal nm
Wind NNW – bft
Luftdruck hpa
Bedeckung
Temp (L/W) °C, °C

Werftzeit! Fröhliches Werkeln überall!

Eigentlich ist an Bord die Vergabe der Tagesmeldungszuständigkeit ja an den Reinschiffstationen der drei Wachen orientiert. Hat man Deck spülen und Messing, schreibt man auch die Tagesmeldung – folglich jeden dritten Tag. Jetzt haben wir aber kein Drei-Wachsystem momentan, sondern arbeiten alle tagsüber an unseren verschiedenen Aufgaben. Damit alle interessierten (nicht anwesenden) Menschen trotzdem zumindest lesen können, was hier so passiert, möchten wir euch mal ein wenig von den letzten paar Tagen berichten…

Jeder Tag geht früh los! Und für die Backschaft noch früher als früh. Flugs aus der Koje gekrabbelt und zum Frühstück geschlurft, anschließend wird in der Arbeitsbesprechung alles Wichtige verteilt und zur Tat geschritten. Das tägliche Reinschiff ist natürlich ebenfalls notwendig. (Ich wage zu behaupten, dass auf Werftzeit zum Beispiel die Waschbecken häufiger in Verwendung sind als im Seebetrieb. Und die Waschpaste, die in jeder Dusche steht, hat definitiv ihre Berechtigung. Also: Reinschiff lohnt sich!)

Was machen wir jetzt überhaupt auf dieser Werftzeit? Ein sehr wichtiger und großer Punkt sind die Arbeiten im Maschinenraum. Aus diesem Grund haben wir auch unfassbar viele Maschinisten auf einmal an Bord. Gut, dass es da unten so groß ist, sonst würden die sich nur auf den Füßen stehen! Was die da unten genau machen… Jedenfalls tauchen sie mit schwarzen Händen wieder auf und sind alle fleißig am Arbeiten! Ab und zu unterstützen wir sie mit unserem Jolltau. („Ab und zu“ kann sich ganz schön häufen! Rauf und runter ging das gefühlt im Minutentakt!) Wenn nämlich etwas aus der Maschine an- oder herausgehoben werden muss, machen wir das von Deck und holen am Spill, sodass man die Teile nicht selbst tragen oder ziehen muss.

An Deck laufen verschiedenste Dinge ab. Versuchen wir es mal mit einer Aufzählung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir haben zwei Rahen nach unten geholt, die sind auch schon abgeschliffen und die erste Schicht Tonkie (quasi Holzlack) ist auf dem Holz. Das wird auch die nächsten Tage noch weitergehen.
Nachdem gestern nach dem Abendessen für alle Interessierten noch der Drahtspleiß geübt und erklärt wurde, konnten wir das Wissen heute direkt anbringen. Die Obermars besitzt nun einen neuen Toppnanten, bekleedet und angeschäkelt ist er auch schon! Außerdem sorgte unsere Arbeit auch immer für sehr interessierte Blicke und Nachfragen. Passiert ja auch nicht alle Tage, dass hier an der Pier das alte Semmannshandwerk so nah betrachtet und erlebt werden kann.
Die Bootsmannslast und das Material im Messelogis ist vollkommen ausgeräumt, inventarisiert und neu sortiert worden und Stück für Stück wandert nun alles an seinen (neuen) Platz.
Die Drehschäkel zwischen Anker und Kette wurden ausgetauscht. Das war eine mehrstündige Aktion, ist aber auch erfolgreich beendet worden.
Zudem haben wir die Pardunen (das sind lange, dicke Stahlseile, die den Mast abstützen) routinemäßig nachgespannt. Die eigentliche Aktion dauert überhaupt nicht so lange, aber die Vorbereitung, bis man an die Teile hinkommt, die man braucht… Dreckige Hände sind garantiert und bei dem ganzen Fett sind sie auf jeden Fall auch nicht zu trocken. Da kommt dann mal wieder die nach Marzipan duftende Handwaschpaste zum Einsatz. Ein Dufterlebnis!
Nicht zu vergessen natürlich: Die Dosenlast! Das Dosenlast-Dreamteam-Duo! Ausgeräumt war sie ja schon, aber es wurde fleißig gefegt, gestaubsaugt, geputzt, geschrubbt und gemalert! Getrocknet, gestaunt und gestaut! Und kaum ist die eine fertig, kommt die nächste dran: die Trockenlast! Das ganze Toilettenpapier ist nun in Kammer 2, die Last ist leer und morgen kann dann mit den Punkten gestartet werden, die nach dem Fegen notwendig sind.

Ihr merkt: Es ist viel zu tun! Und auch, wenn ich diese Tagesmeldung sehr gerne geschrieben habe, ist es doch so langsam Zeit für wirklichen Feierabend! Gemütliches Beisammensitzen in der Messe und dann früh ins Bett, damit wir morgen alle gut ausgeruht sind, um unser Schiff weiter zu unterstützen.

Hoffentlich habt ihr nun einen kleinen Eindruck von unserem Tag. Wenn ihr wollt, kommt doch vorbei, wir haben genug zu tun.

Grüße gehen raus an alle, die gegrüßt werden wollen, insbesondere an alle, die diese Tagesmeldung bis zum Ende gelesen haben.

Für meine Familie: „Rolltreppe runter, Rolltrepper empor“ ist (leider) nicht so ganz richtig, aber „tausend Rollen Klopapier“ kommt hin!

Und Julian meint: Wir müssen Katha grüßen! Deshalb – Katha, ganz liebe Grüße von Bord!

One Response

  1. Tina sagt:

    Danke für euren Bericht von der Windjammerpflege! Wow, was ihr so alles schön macht auf der Roald! Da staunen die Binnenländer und alle werden sich freuen, die demnächst in See stechen!
    Herzliche Grüße aus NRW nach Rostock! Tina

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