Tagesmeldung vom 15.02.2026

Tagesmeldung vom 15.02.2026

Törn 0907 | Westindische Inselwelt
Auf dem Weg nach Nassau

Position 24°49,4′ N|080°08,2′ W
Kurs, Speed 046 | 7,7kn
Etmal 153nm
Wind SE – 4bft
Luftdruck 1020 hpa
Bedeckung 4/8
Temp (L/W) 26°C, 25°C

Stell dir vor, du liegst an Deck, der Generator geht aus und das Einzige, was du hörst, sind die Wellen, die gegen den Bug brechen, Tampen oder Blöcke, die gegen den Mast klappern, oder Joshua, der übers Deck brüllt. So stellt man es sich vor, wenn man ans Segeln in der Karibik denkt. Blöd nur, wenn man – wie auf unserem letzten Törn – schlechtes Wetter, hohe Wellen und vor allem Wind von vorne hat. Was passiert also an Bord, wenn man nicht in der Lage ist zu segeln? Nun ja, dann kommt das Reich (abgesehen von seiner Kammer) unseres Maschinisten ins Spiel: der Maschinenraum. Doch was befindet sich hier eigentlich, und was passiert während einer Maschinenfahrt, zum Beispiel bei einem Anleger? Antworten auf diese Fragen erfahrt ihr in diesem Tagesbericht.

Im Maschinenraum befinden sich essenzielle Dinge, die für das Bordleben wichtig sind. Dazu gehören unsere drei Generatoren. Diese sind unterteilt in zwei kleinere und einen großen. Die zwei kleinen heißen bei einigen Maschinisten Paul und Willi – so, wie es auch auf den Schaltschränken steht. Andere Maschinisten wiederum sind der Meinung, dass sie nicht Paul und Willi heißen können, da unsere alten Generatoren bereits so hießen. Laut ihnen heißen unsere neuen Generatoren Max und Moritz. Sie werden vor allem nachts benutzt, zum Beispiel um Kaffee zu kochen. Praktisch an ihnen ist, dass sie eine Zeitschaltuhr besitzen und somit nicht manuell eingeschaltet werden müssen. Das ist natürlich vorteilhaft für den Maschinisten, da er dadurch durchschlafen kann.

Unser großer Generator heißt Oscar, wird aber von vielen „Oscar in der Tonne“ genannt, da er der erste Generator war, der einen Blechkasten zur Schallisolierung bekommen hat, damit die Leute im Nachbarzimmer gut schlafen können. Dieser Generator kommt vor allem tagsüber zum Einsatz, da er genug Strom liefert, um über den Tag zu kommen. Neben Oscar steht der Bilgenentöler, der nur eine Funktion hat: die Bilge leerzupumpen. Früher war er grün, weshalb er den Namen Hulk trug. Mittlerweile ist er jedoch gelb und trägt offiziell keinen Namen mehr. Manche Maschinisten nennen unseren gelben Bilgenentöler allerdings „Minion“.

Um unser Deck zu spülen oder für jegliche Notfälle, bei denen Wasser benötigt wird, kommt die Feuerlöschpumpe zum Einsatz. Unsere Feuerlöschpumpe hat eine Förderleistung von 30 Kubikmetern pro Stunde. Das waren noch nicht alle Maschinen, die im Maschinenraum stehen, und der ein oder andere weiß, dass mindestens noch eine fehlt. Das stimmt auch, denn fast genauso wichtig wie unsere Hauptmaschine ist die Anlage, die für Frischwasser sorgt: unsere Rosi. Rosi ist unsere Osmoseanlage, weshalb sie auch „Rosi Osmosi“ genannt wird. Sie schafft in einer Stunde ungefähr 140 Liter, was auf den Tag hochgerechnet etwa 1.400 Litern entspricht.

Im Zentrum unseres Maschinenraums steht unsere Hauptmaschine Emma. Emma ist ein Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotor der Firma Burckau-Wolf. Sie besitzt 300 PS und einen Hubraum von 125 Litern, verteilt auf acht Brennkammern.

Um manche Manöver, wie zum Beispiel einen Anleger, zu fahren, benötigt man die Maschine. Wenn der Kapitän die Anweisung zum Benutzen der Maschine gibt, erfolgt zunächst das Kommando: „Achtung auf Voraus“ oder „Achtung auf Zurück“. Die Kommunikation zwischen der Brücke und dem Maschinenraum erfolgt über den sogenannten Maschinentelegrafen. Unten im Maschinenraum leuchtet dann ein Licht bei der gewünschten Geschwindigkeit auf. Da unsere Maschine schon etwas älter ist, funktioniert alles noch mechanisch. Sobald eine Geschwindigkeit angesagt wird, muss der Maschinist mit einem Steuerrad die Drehzahl an der Maschine einstellen. Mit diesem Steuerrad verschiebt er die sogenannte Nockenwelle. Je nachdem, wie die Nockenwelle eingestellt ist, läuft der gesamte Ablauf schneller oder langsamer.

Muss man – wie auf dem letzten Törn – längere Zeit mit der Maschine fahren, kontrolliert der Maschinist alle halbe Stunde verschiedene Werte, trägt sie ein und ölt alle sechs Stunden bestimmte Stellen nach.

Grüße:
Mila: Hey an alle Zuhause, gestern Abend haben wir wieder Briefe bekommen und ich über hab mich richtig gefreut, danke an alle die einen geschrieben haben- hab euch alle ganz doll lieb und vermiss euch ❤️
P.S. Helena und Marie, hab heute auch echt viel an euch gedacht und vermisse euch sehr

Lotti: Huhu!! Hab mich riesig über eure Briefe gefreut, beide angekommen. Vermisse euch 😘😘

TechNik: Alles Gute zum Geburtstag Moritz!!
❤️

Julian: Alle Briefe angekommen. Freu mich riesig euch bald wieder zu sehen.
Hab euch lieb ❤️

One Response

  1. Mike sagt:

    Die/der Schreiber des Berichtes braucht etwas Nachhilfe in Sache Maschine oder ist ein genialer Erfinder.
    Mit dem Verschieben der Nockenwelle die Drehzahl zu aendern schafft ein normaler Maschinist nicht.

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