Tagesmeldung vom 05.02.2026

Tagesmeldung vom 05.02.2026

Törn 0907 | Karibische See

Position 17°57,5′ N|081°47,2′ W
Kurs, Speed 320 | 6.1kn
Etmal 320nm
Wind NNW – bft
Luftdruck hpa
Bedeckung
Temp (L/W) °C, °C

An die Taille / Bordalltag
Seit sieben Tagen sind wir nun auf dem Weg nach Kuba – und gefühlt gleicht jeder dem vorherigen. Wir fahren weiterhin dasselbe Wachsystem: jeden zweiten Tag Unterricht, jeden zweiten Tag Wache. Dazu kommt seit einer Woche dasselbe Wetter – Regen. Viel Regen. So viel, dass man beim Betreten der Messe alles volltropft und das Ölzeug, wenn man Pech hat, noch nass ist, wenn man zur nächsten Wache wieder hineinmuss.

An Deck regnet es, unter Deck ist es unglaublich warm. Besonders in der Messe, die direkt an den Maschinenraum grenzt. Trotzdem ist das immer noch besser, als draußen im Regen zu sitzen, weshalb sich alle irgendwo unter Deck aufhalten: in den Kabinen, auf dem Gang oder eben doch in der Messe. Ich persönlich versuche Letzteres zu vermeiden – 36 Grad bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit sind nicht unbedingt einladend. Wie das wohl auf dem Weg über den Nordatlantik wird?

Unsere 0–4-Wache war heute alles andere als langweilig. Schon beim Mittagessen sahen wir die fahrende Wache triefend durch die Messe laufen und hofften, dass der Platzregen bis zu unserer Wache weiterziehen würde. Tatsächlich konnten wir den Wachwechsel halbwegs trocken absolvieren – zumindest anfangs. Nass wurden Jule und Paula trotzdem, als wir auf den Klüverbaum geschickt wurden, um Innenklüver und Vorstengestag auszupacken.

Mit jeder größeren Welle gab es eine kostenlose Dusche, und nach der Arbeit waren sogar meine Füße wieder sauber. Gummistiefel halten Wasser bekanntlich zuverlässig draußen – aber leider auch drinnen. Zum Glück verfügt das Schiff über eine „private Sauna“, in der die Stiefel bis morgen wieder trocken sein dürften (der Maschinenraum).

Bis dahin blieb es von oben trocken, doch dann sagte Julius:
„Boah, jetzt hätte ich auch nichts gegen ein bisschen Regen, dann ist meine Jacke auch wieder sauber und nicht so salzig.“
Und wie bestellt riss der Himmel auf – Jules Jacke dürfte inzwischen wieder blitzblank sein.

Nachdem wir drei Segel gesetzt hatten, mussten die Schoten dichtgeholt werden. Eine gefühlte Ewigkeit später waren sie schließlich am Vor- und Großstengestag an den jeweiligen Niedergängen gezeisert. Kaum war das erledigt, trat die gesamte Wache zum Reinschiff an – selbstverständlich in voller Ölzeugmontur. Ausziehen lohnt sich ja ohnehin nicht, man muss sie ja doch gleich wieder anziehen. Nichtsdestotrotz hat der Regen auch etwas positives: Wir müssen beim Reinschiff kein Messing polieren!

Zurück auf der Brücke stellten wir fest, dass sich das Bramstengestag aus seinen Zeisern befreit hatte und erneut beigefangen werden musste. Die Zeit, die ich dabei im Gurt saß, war vermutlich die längste zusammenhängende Sitzphase meiner gesamten Wache. Bei dem Wetter und mit Blick auf zunehmenden Seegang morgen war heute außerdem der perfekte Tag, um weiter am Außenklüver zu nähen. Danke an dieser Stelle an Sandra, die das alleine übernommen hat.

Normalerweise gibt es gegen 15:30 Uhr Kaffee und Kuchen – ideal, um innerhalb der Wache noch etwas zu essen und danach direkt ins Bett zu fallen. Heute gab es zwar zwei unglaublich leckere Zimtschnecken, allerdings etwas zu spät. Am Ende spielte das ohnehin keine Rolle, denn unsere Wache dauerte bis zwanzig vor fünf statt bis 16 Uhr. Wenden fährt man eben besser mit zwei Wachen.

Obwohl ich jetzt müde und erschöpft bin, war der heutige Tag sehr Spaßig, denn Wenden fahren wir nicht oft, und ereignisreiche Tage mag ich.

Grüße
Von Anton und Joshua: Happy Birthday an Christiano Ronaldo grüß bitte deinen Sohn von uns. Und Happy Birthday an Tora Kewes.

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