Tagesmeldung vom 15.09.2026

Törn 0935 | Eine Woche zwei Masten ein Team
Wismar nach Fehmarnsund
Position 54°05,3′ N|011°27′ E
Kurs, Speed 347 | 4,5kn
Etmal 17nm
Wind S – 4bft
Luftdruck 1017 hpa
Bedeckung 2/8
Temp (L/W) 22°C, 17°C
Tagesmeldung vom 15.09.2026
Wir profitieren von der Arbeitsleistung vom Vortag – wir die neue Crew der Roald, seit gestern an Bord, bestehend aus 45 Crewmembers, ein bunt gemischtes Team von 30 Trainees, zum Teil nicht ganz unerfahren durch Vortörns der letzten Jahren, und der Stammbesatzung.
Der Tag 2 des Törns beginnt mit der Ankerwache in der Wismarer Buch – 54° 05,3 N und 011° 27 O. Der Anker liegt gut im Grund und im Laufe der Nacht und des beginnenden Tages frischt der Wind auf – Vorzeichen eines zu erwartenden brauchbaren Segeltages.
Die am Vortag erfolgte Sicherheits- und Riggeinweisung verhalf zu einem Schnellstart. Zügig waren durch „all hands“ die Tücher gesetzt, die Roald nahm Fahrt auf und bei klarem Himmel und 5 Kt Wind wurde es still an Deck – die Maschine hat Ruh.
Vom Ankerplatz in der Wismarer Bucht läuft das Schiff unter Wind mit Nordkurs Richtung Fehmarn, Container-, Fähren und Kreuzfahrtschiffe flankieren und kreuzen unsere Verkehswege.
Nach der Forecast ist im Lauf des weiteren Tages mit einem Drehen des Windes zu rechnen – so wollen wir zunächst Höhe mit Nordkurs Richtung Großer Belt laufen, um die nächsten Tage den auf West drehenden Wind für den weiteren Kurs Richtung Rostock nützen zu können.
Im Lauf der einbrechenden Dämmerung erreichen wir noch den Langelandbelt.
Günstges Wetter erfüllt die Erwartungshaltung aller Bord.
Aber Erwartungen an das seemännische Geschick werden offenbar auch erfüllt, wenn Kapitän, Steuerleute und Toppsgasten die Seemannschaft der drei Wachen bereits nach ihrem kurzen Zusammenspiel mit anerkennenden Worten auszeichnen und damit motivieren.
Was zeichnet uns, die Seemannschaft offenbar aus.
Spürbar wird ein hohes Interesse aller an den neu zu erfüllenden Aufgaben. Spürbar wird aber auch ein Interesse an den unterschiedlichen Menschen und ihren Persönlichkeiten. Sichtbar wird dies durch eine Bemerkung, die fast alle bejahen: „Ich habe mir noch nie so schnell alle Vornamen merken können, wie bei dieser Crew.“
Nicht nur die von fast allen getragenen blauen Shirts, Kapuzenshirts und Mützen weisen darauf hin, dass wir uns als Team verstehen. Wissen und Können lassen sich am besten mit Achtsamkeit, Respekt und auf Augenhöhe vermitteln und das wird der Garant dafür sein und bleiben, dass die nächsten Tage zu einer nicht nur mit maritimen und seemännischen Erfahrungen bereicherten Zeit werden. Alle tun mit – und das ist gut so.
Und Nina grüßt noch ihre Mama, der sich die ganze Crew anschließt.
Liebe Mama, ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag – iss ein Stück Apfel-Brombeerkuchen für mich mit!