Tagesmeldung vom 01.04.2026

Törn 0910 | King’s Trough und Tiefseeberge
auf dem Nordatlantik
Position 39°54,6′ N|026°03,5′ W
Kurs, Speed 360 | 3,2kn
Etmal 77nm
Wind NE – 4bft
Luftdruck 1034 hpa
Bedeckung 8/8
Temp (L/W) 16°C, 15°C
Autor: Mila
Titel: April April
Schiff: Roald Amundsen
Datum: 01.04.2026
Nautische Position: 39*54,6‘N 026*03,5‘W
Kompass Kurs:030
Durchschnittliche Geschwindigkeit:4kn
April, April – der macht, was er will. Aprilscherze sind fest mit dem April verbunden: Am ersten April nimmt man sich gegenseitig aufs Korn – natürlich auch an Bord. Egal, wie limitiert die Optionen sind, am Ende schaffen es doch alle irgendwie, irgendwem einen Streich zu spielen.
So gab es auch einige Scherze an Bord: Während die 4–8-Wache an Deck war, wurden beispielsweise alle Bettdecken geklaut und im Messelogis versteckt. Doch während dieser Wache passierte nicht nur diese Kleinigkeit. Auch beim Abendessen wurde es interessant, denn zufälligerweise wurde an verschiedene Leute Keksteig verteilt, der „noch übrig“ war. Dass sich in diesem Keksteig nicht nur Teig, sondern auch „leckere“ Zutaten wie Pfeffer, Salz, eine halbe Knoblauchzehe oder eine Chilischote befanden, durfte man dann selbst herausfinden.
In Kammer 8 entschied man sich zudem für eine etwas andere Art der „Pestizidbekämpfung“: Eine halbe Dose Moskitospray wurde versprüht und verlieh dem Raum einen ganz eigenen Geruch.
Doch auch die Lehrer blieben nicht unverschont – sofern sie nicht ohnehin schon ihrer Gier nach Keksteig zum Opfer gefallen waren. In der Lehrerkammer fanden sich plötzlich Unterhosen, Badehosen und Bikinis wieder.
Am schlimmsten traf es jedoch unseren lieben TechNik, dem es in einem heldenhaften Verteidigungskampf zwar gelang, mitten in der Nacht Josh – einen der Aprilscherzkekse – beinahe zu Tode zu erschrecken, indem er ihn beim Sabotageakt seines Bettes bei frischer Tat ertappte und wie aus dem Nichts plötzlich nach seiner Hand griff. Josh erschrak dermaßen, dass er mit seinen überfrequenten Angstschreien nicht nur das gesamte Schiff weckte, sondern auch eine Waldschule anlockte, die sich wohl persönlich angesprochen fühlte. Doch all die Verteidigungsmühen waren vergebens: Nicht nur wurde Niks geliebtes Bett mit Kreppband zugeklebt – nein, zu allem Überfluss wurde das Bett, in dem er sich den lieben langen Tag aufhält, gleich komplett „entführt“. Sowohl Matratze als auch Kopfkissen und natürlich auch die Decke verschwanden auf mysteriöse Weise in verschiedenen Räumen des Schiffs. Wer sich nicht bewegt, findet schließlich auch sein Bettzeug nicht wieder …
So hatte Nik einiges zu suchen. Allerdings ist Nik ein fauler Mann: Wer nicht suchen möchte, bezahlt einfach den armen Karl mit vier Kinderriegeln, damit dieser die Arbeit übernimmt. Doch woher kommt das ganze „Geld“? Wie kann jemand, der so wenig arbeitet, so ein Budget für kleine Köstlichkeiten haben? Wir wissen es nicht.
Ansonsten hatten wir einen relativ unspektakulären Tag. Morgen ist das Shipshandover, daher wurden heute fleißig Bewerbungsgespräche geführt, um morgen das Schiff zu übernehmen. Wir fahren weiterhin unter Maschine durch ein Hochdruckgebiet und hoffen auf mehr Wind aus der richtigen Richtung.
Grüße:
Joshua E wünscht seiner lieben Mutter einen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und ich freue mich, euch recht bald wieder zu sehen. Und meiner Freundin wünsche ich einen schönen Urlaub! Liebe Grüße aus der Mitte eines Schönwetter-Hochdruckgebiets