Tagesmeldung vom 07.03.2026

Tagesmeldung vom 07.03.2026

Törn 0910 | Interkontinental mit Brigg
Atlantiküberquerung die zweite

Position 33°42,4′ N|061°54,5′ W
Kurs, Speed 065 | 6,0kn
Etmal 145nm
Wind W – 2bft
Luftdruck 1028 hpa
Bedeckung 1/8
Temp (L/W) 23°C, 19°C

Titel: Wenn jeder Tropfen zählt
Autorin: Olivia
Datum: 07.03.2026
Position: 33*42,4 N 061*55,5 W
Kompass Kurs: 065
Etmal: 160 sm
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 6 kn

Wir haben eine große Menge Süßwasser in unserem Tank. Theoretisch könnten wir zusätzlich sogar jeden Tag weiteres Trinkwasser mit unserer Osmoseanlage produzieren. Auf unserer Atlantiküberquerung hat uns diese Anlage sehr geholfen – sie war eine wichtige Unterstützung und hat uns ermöglicht, unterwegs stets gut versorgt zu sein.

Allerdings sollte man sich auf die Funktion von technischem Luxus wie dem einer Osmoseanlage nicht blind verlassen. Deshalb gehen wir auf diesem Törn vorsichtig mit ihr um und lassen sie vorerst ausgeschaltet. Für unsere Reise sind einige Tage auf See eingeplant, und erfahrungsgemäß ist es immer gut, auch etwas Puffer einzuplanen.

Damit unser Wasservorrat für die gesamte Strecke reicht, gehen wir nun noch bewusster mit unserem Verbrauch um. Das bedeutet vor allem, dass wir Wasser gezielter nutzen und im Alltag ein wenig sparsamer sind. Wir leben hier auf einer schwimmenden Welt, auf welcher die Ressourcen ebenso endlich sind wie auf unserer Erde. Kleine Veränderungen machen dabei schon einen großen Unterschied: Wir duschen seltener und achten beim Abwasch darauf, nur so viel Wasser zu verwenden, wie wirklich nötig ist.

Auch an Bord gelten dafür ein paar neue, einfache Regeln. Zum Beispiel nutzen wir hauptsächlich die Lotsentoilette, die direkt mit Meerwasser aus dem Atlantik gespült wird. So können wir wertvolles Süßwasser sparen. Beim Duschen achten wir darauf, das Wasser nur kurz laufen zu lassen – eine kleine Umstellung, die sich aber schnell zur Gewohnheit entwickelt.
Beim Waschen der Kleidung konzentrieren wir uns auf das Nötigste, etwa T-Shirts und Unterwäsche. An Bord wird Kleidung ohnehin schnell wieder schmutzig, daher hilft uns diese Regel, den Überblick zu behalten und Wasser zu sparen. Auch in der Backschaft beim Abspülen achten wir nun besonders darauf, sorgsam mit Wasser umzugehen.
Zusätzlich gehört zu unseren Wachen jetzt auch eine kurze „Wasserrunde“. Dabei schauen wir unter Deck nach, ob irgendwo ein Wasserhahn tropft oder versehentlich offen geblieben ist. So stellen wir sicher, dass kein Wasser unnötig verloren geht.
Natürlich darf weiterhin jeder so viel trinken, wie er oder sie braucht. Lediglich beim Kaffee sind wir ein wenig zurückhaltender geworden – was vielen Kaffee-Trinkern das Herz brechen wird.
Auf den ersten Blick wirken diese Maßnahmen vielleicht klein, doch gemeinsam helfen sie uns, unseren Wasservorrat gut über die gesamte Reise zu verteilen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit im Alltag funktioniert das meist erstaunlich gut.

Um für etwas Abwechslung zu sorgen, gab es heute außerdem mehrere schöne Momente an Bord. Eine der letzten Pathway-Präsentationen stand an – diesmal mit der spannenden Frage: „Wie schnell können sich maritime Ökosysteme erholen?“ Die Präsentation von Sophia war sehr interessant und hat viele zum Nachdenken angeregt.
Außerdem hatte Luna, unsere Kombüsenleitung, Geburtstag. Natürlich haben wir das gemeinsam gefeiert: Es wurde ein leckerer Kuchen gebacken, wir haben zusammen gegessen und selbstverständlich auch gesungen.
Den Abend haben wir schließlich ganz entspannt an Deck ausklingen lassen – mit einem kleinen Filmabend unter dem Sternenhimmel. Popcorn, frische Meeresluft und der Film „Mord im Orient-Express“, auf ein Segel projiziert – schöner kann ein Tag auf See kaum enden.

Grüße:

Anton: Hallo ihr lieben, mir geht es weiterhin sehr gut trotz der Wassersparmaßnahmen. Wird wohl eine härtere Atlantiküberquerung… Freue mich schon sehr mit euch auf den Azoren zu telefonieren. Bis dann

Mila: Hallo Familie, mir geht es soweit gut, aber ich denke sehr viel an euch Zuhause was mich ab und zu etwas traurig macht. Die Atlantiküberquerung wird wohl etwas härter, aber ich freue mich schon sehr auf die Azoren und verbringe hier viel Zeit mit meinen Freunden. Hab euch alle lieb und vermiss euch sehr ❤️❤️❤️

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