Tagesmeldung vom 09.02.2026

Tagesmeldung vom 09.02.2026

Törn 0907 | Karibische See
Nordostküste Kuba

Position 23°0,3′ N|083°12,3′ W
Kurs, Speed 070 | 5,4kn
Etmal 130nm
Wind NNW – bft
Luftdruck hpa
Bedeckung
Temp (L/W) °C, °C

Wie fühlt es sich an, nicht mehr das sagen zu dürfen, was man eigentlich denkt, und nicht mehr das schreiben zu dürfen, was man schreiben will?

In dieser Situation ist Kuba jetzt schon seit vielen Jahren.

Darüber haben uns schon Levi und Louisa in ihren Pathwayreferaten auf dem Weg hierher informiert. Beispielsweise hat uns Levi erklärt, dass Kuba gerade nichts in die USA importieren beziehungsweise exportieren kann – die USA hat mit einem Embargo weitere Länder dazu bewegt, das gleiche zu tun. Es kommt also gerade nichts wirklich nach Kuba rein oder raus.

Dicht können wir auch mit unserem Schiff machen. Es heißt dann aber nicht Embargo, sondern Verschlusszustand. Und es geht auch nicht darum, ob keine Waren von unserem Schiff aus exportiert beziehungsweise importiert werden dürfen, sondern natürlich um die Wasserversiegelung oder auch den Sauerstoffverschluss.

Das war heute Inhalt des Vortrags unseres Kapitäns (obendrauf bescherte uns das Zuhören allen einen Haken im Ausbildungsheft).

Vor diesem Vortrag haben wir Haralds Geburtstag gefeiert. Alles Gute Harald! 🥳
So gab es einen leckeren Nuss-Kuchen und eine Dose kühle Coca-Cola, die er uns aus Panama mitgebracht hat. Vielen Dank Harald (:

Eine weitere Sache, die in Kuba stark beschnitten wird, ist die Medienfreiheit. Die Situation, die ich Anfangs geschildert habe, ist für alle Bürger Alltag und das mit ernsthaften Konsequenzen, falls die Regeln missachtet werden.

Das Privileg der Meinungs- und Medienfreiheit ist ein derart hohes Gut und wird von uns so hoch gehalten, dass ich in Form eines radikalen Themenwechsels zugunsten eines humoristischen Beitrages noch in diesem Bericht davon Gebrauch machen werde. Viel Spaß dabei!

Wolltet ihr auch schon mal auf der Karibischen See segeln, eure Nase in den Wind halten und die salzige Brise einatmen?
So sieht unser Alltag seit fast 4 Monaten aus. Aber wie fühlt man sich überhaupt so? Was vermisst man am meisten und wie hat man sich über die Zeit verändert? Das und vieles mehr erfahrt ihr heute im Spezialteil dieses Tagesberichts. Da ich nicht alle Schüler interviewen kann, habe ich mir den coolsten, tuffsten, muskulösesten, eloquentesten Frauenheld und erfahrensten Seebär herausgesucht
*Trommelwirbel*
Joshua Zander!

Wie alt bist du?

Kommt drauf an wer fragt😉…

Was vermisst du am meisten?

Am meisten vermisse ich Sport💪. Es ist schwer hier fit und durchtrainiert zu bleiben!

Wie bist du auf die Roald gekommen?

Meine Mutter hofft auf eine charakterliche Entwicklung ins Positive.
*Augenzwinkernd: Darauf kann sie lange warten*

Was ist dein coolstes Erlebnis?

Die Expi-Tage sowie der ganze Costa Rica Aufenthalt.

Glaubst du, du hast dich während der Reise verändert und wenn ja, wie?

Ich habe das Gefühl, ich denke mehr darüber nach, was ich sage und bin ein Stück erwachsener geworden.

Wie ist das ohne Handy und ohne Kontakt nach Hause?

Ich finde es sehr gut, dass wir unser Handy nicht haben, weil wir so viel mehr miteinander interagieren. Für den Kontakt nach Hause sind die Briefe ausreichend und man freut sich umso mehr, wenn man einen solchen Brief bekommt. Das einzige schlechte ist, dass wir sehr wenig von der Welt erfahren.

Willst du nach der Reise weiterhin segeln?

Ich will auf jeden Fall einmal bei den Tall Ships Races mitfahren, weil mich das sehr interessiert.

Ist die Reise so, wie du sie dir vorgestellt hast?

Im Großen und Ganzen entspricht die Reise meinen Erwartungen und es ist eine unfassbare Erfahrung, die ich jedem empfehlen würde – nur manchmal ist es ein wenig zu kalt 🥶

Welches Essen vermisst du am meisten?

Den Tortellini-Auflauf von meiner Mama😋

Wovor hattest du am meisten Angst?

Dass ich das achterliche Klo verstopfe und unseren Maschinisten wecken muss, der auch „der böse Wolf“ genannt wird.

Grüße:

Emilian: Alles Gute zum Geburtstag Marlene🎉🎉🎉 Ich liebe dich❤️❤️Vermiss dich

Miriam: Die Beschreibung von Joshua ganz oben hat er übrigens selbst diktiert.

Mario: Liebe Grüße an meine Familie und an Emma.

Anton: Liebe Grüße an die ganze Familie, freue mich schon, euch alle wiederzusehen

Mila: Hallo an alle Zuhause, mir geht’s super -sind bald in Kuba. Vermisse euch alle, hab euch lieb ❤️

Lotti: Heyy, Tjark falls du das liest, alles Gute nachträglich zum Geburtstag 🥳🥳
An meine Familie, hab euch lieb, mir geht’s auch besser.
An Lina und Lotti, vermisse euch beide auch!! 😙

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