Tagesmeldung vom 21.01.2026

Törn 0906 | Karibisches Panama
zu Anker in den Cayos Holandes
Position 09°35,0 N|078°41,0 W
Kurs, Speed 000 | kn
Etmal 23nm
Wind NNE – 4bft
Luftdruck 1013 hpa
Bedeckung 0/8
Temp (L/W) 30°C, 27°C
Willkommen im Windows-Desktop…
lange stellte ich mir die Frage, ob mein Bildschirmhintergrund, also der mit den Inseln und Palmen, echt oder von den Grafikern etwas gepimpt wurde. Seit heute kenne ich die Antwort. Eigentlich schon seit gestern Abend, seit dem Einlaufen in dieses kleine paradiesische „Archipel der Träume.“
Und heute, mit der aufgehenden Sonne, wurde alles noch einmal übertroffen. Wir sind umgeben von flachen kleinen Inseln, großen und kleinen Palmen. Dem sattesten Grün in tausend Variationen. In einiger Entfernung weiße Yachten, aber viel näher, auf dem tiefblauen Wasser, das je nach Sonnenstand auch schon mal silbrig schimmert, die Schatten der kleinen einheimischen Boote. Teils mit ganzen Familien, teils mit mutigen Einbaumseglern, die ausgerüstet mit Stöcken als Mast und Baum sowie Bettlaken als Segel, ihren Einbaum in aller Seelenruhe zur nächsten Insel treiben lassen.
Immer wieder, aber in völliger Gelassenheit, taucht dabei der Arm mit dem Schöpfgefäß auf, um das kleine Boot gegen das Meer zu verteidigen. Manana-Manana – gesunken wird später.
Und mitten in diesen Traum erklärt der „Herr unseres Schiffes“ diesen Tag zum „Insel und Badetag.“ Aber vorher Rein-Schiff, weil sich das so gehört, wie er sagt. Wir lassen uns nicht lange bitten! Fix die Feudel geschwungen, Backschaft geklärt, Messing geputzt. Dabei in großen Schritten über die Waren der schon wieder an Bord aufgebauten Händlerinnen hinweg steigen. Dabei schon wieder Gefallen an dem einen oder anderem Souvenir findend.
Es ist eine nicht enden wollende Geschichte… Aber auch ein toller Gedanke, das friedliche Matriarchat der Kuna thematisch in die Welt hinaus zu tragen. Ich höre mich schon in 1-2 Monaten im Gespräch: „Und, wie sind die so? – Taffe Frauen. Die haben übrigens in Ihrer Sprache kein richtiges Wort für Eigentum (Landbesitz)“ Ist wirklich so. Bei den Kuna besitzt man das Land nicht, sondern man bekommt die Verantwortung dafür, es mit der Familie für die Gemeinschaft zu versorgen.
Aber nun genug des Ocean-College´s für Oldies. Während wir auf das Shuttle an Land warten, finden sich die ganze Zeit fleißige Hände für dies und das. Mit kleinen Zahnstochern werden die Öffnungen der Brotbackbleche wieder durchlässig gemacht. Eine Gruppe lernt weiter die Nagelbelegung und bekommt Segeleinweisung. Ich erfülle mir mit anderen einen lang ersehnten Wunsch und lerne endlich das „Mastgeheimnis“ kennen :-)) Andere nähen am Segel oder spleißen Tampen.
Nach und nach verlassen wir aber auch das Schiff und erkunden schwimmend oder mit Shuttle die Inseln. Dort finden wir Schneckengehäuse, groß wie Melonen, oder sehr kleine, die sich auf dem Rücken kleiner Krebse ein Rennen liefern.
Farblich abschreckend sind dagegen einige lilafarbene portugiesische Galeeren, die zum Abstand halten mahnen. Aber wunderschön anzusehen. Die Strandbesuche lassen wir schließlich in einer kitschigen Bar mit Kokosnuss und einem kühlen Getränk ausklingen. Und da ist er wieder, der Blick auf das Windows-Hintergrundbild.
Grüße gehen raus:
Katrin grüßt ihre Mama, Magdalena und alle, die Oli grüßt 🙂 Oli grüßt seine Mama und Familie Männle 🙂
Mario grüßt ganz lieb Emma und seine Familie
Hallo Louisa, möglicherweise liest du ja zufällig auch die Tagesmeldungen der Roald. Heute ist dein Geburtstag und du verbringst ihn weit weg von deinem gewohnten Umfeld.
Ich wünsche dir es sei ein Tag, der dir lange in positiver Erinnerung bleiben wird.
Es hat mich gefreut dich kennen lernen zu dürfen. Alles Gute für dein weiteres Leben und vielleicht sehen wir uns auf der Roald.
Viele Grüße, Hermann