Küstenkriecher – Von Rostock zurück nach Wismar
Montag, 31. Mai – Samstag, 5. Juni 2027
Ermäßigt: 485 € | Erwachsener: 650 €
Sechs Tage entlang der mecklenburgischen Ostseeküste – langsam, aufmerksam und mit Zeit für Ankerlieger, kleine Häfen und die Buchten, an denen die Segler:innen sonst nur vorbeifahren. Ein Törn im besten Wortsinne: ein Küstenkriecher.
Es gibt Törns, auf denen die Meilen gefressen werden. Und es gibt Törns, auf denen die Meilen genossen werden. Dieser hier ist von der zweiten Sorte. Sechs Tage sind viel Zeit für die Strecke zwischen Rostock und Wismar – und genau darum geht es: die Zeit nehmen. Anker fallen lassen, wo es schön ist. In kleine Häfen einlaufen, die auf Reisenden nicht warten. An Deck sitzen, wenn die Sonne untergeht, und morgens das Land betrachten, das noch schläft.

Auslaufen in Rostock
Wir starten in Rostock und segeln durch die Warnow hinaus, vorbei an alten Werften und den charakteristischen Backsteingebäuden des Hafens. Vielleicht machen wir kurz vor der Warnow-Mündung einen Zwischenstopp in Warnemünde – dem berühmten Ostsee-Vorort Rostocks mit seinem breiten Sandstrand, dem Leuchtturm und dem markanten Teepott. Ein kurzer Spaziergang am Alten Strom, ein Fischbrötchen zum Auslauf – und dann geht es raus auf die Ostsee.
Der Küstenkriecher-Rhythmus
Anders als auf einer Passage kennen wir hier kein festes Ziel für den Tag. Wind, Wetter und Laune bestimmen, wo wir hin- und wo wir bleiben. Die mecklenburgische Küste bietet dafür eine hervorragende Kulisse: viele kleine Häfen, gut geschützte Buchten, verlässliche Ankergründe, kurze Distanzen zwischen den Zielen. Ein Traumrevier für alle, die entschleunigt segeln möchten.
Mögliche Stationen unterwegs – je nach Wind und Wetter:
Kühlungsborn – das größte Ostseebad Mecklenburg-Vorpommerns, mit langer weißer Strandpromenade, Backstein-Bäderarchitektur und einem hübschen Yachthafen. Ideal für einen langen Nachmittag an Land.
Rerik und das Salzhaff – ein Ankerplatz für alle, die die Ostsee in ihrer stillsten Form erleben möchten. Das Salzhaff ist eine Boddenlandschaft mit reicher Vogelwelt und einer besonderen Atmosphäre, die man nur vom Wasser aus wirklich versteht.
Insel Poel – die grüne Insel westlich der Wismarbucht. Der kleine Hafen Timmendorf an ihrer Nordspitze ist ein Klassiker: eine Handvoll Boote, ein Leuchtturm, ein Fischrestaurant, eine Handvoll Häuser. Genau die Sorte Ort, an dem man abends noch eine Weile am Kai sitzen bleibt.
Ankerbuchten unterwegs – die mecklenburgische Küste ist reich an geschützten Buchten, in denen wir bei ruhigem Wetter die Nacht vor Anker verbringen können. Das Frühstück an Deck bei aufgehender Sonne über der Ostsee gehört zu den schönsten Erlebnissen des Törns.

Frühsommer auf der Ostsee
Anfang Juni ist auf der deutschen Ostsee eine besondere Zeit. Die Pfingsttouristen sind wieder abgereist, die Hauptsaison hat noch nicht begonnen. Häfen sind ruhiger, Restaurants entspannter, die Küste gehört ein Stück weit denen, die früh dran sind. Das Wasser wird langsam wärmer (zwar noch frisch, aber schon einladend für den Sprung ins Meer). Die Tage sind lang, die Abende hell bis 22 Uhr. Ein Törn zu genau der Zeit, in der die Ostsee zu ihrer besten Form aufblüht.
„Küstenkriecher“ – der Titel
Küstenkriecher – auf Englisch coast crawler – ist der liebevolle Spitzname für alle, die nicht mit Hochdruck über die Weltmeere jagen, sondern gemütlich an der Küste entlangsegeln, jeden Hafen mitnehmen, in jede Bucht schauen und den Weg zum eigentlichen Erlebnis machen. Es ist ein Bekenntnis zum langsamen Reisen. Kein Adrenalin, keine Rekorde – dafür Ruhe, Aufmerksamkeit und die Zeit, ein Revier wirklich kennenzulernen.
Auf diesem Törn machen wir das Prinzip zum Programm. Wir kriechen die Küste entlang. Bewusst. Und wir tun es auf einem der schönsten Großsegler, die auf der Ostsee unterwegs sind.
Für wen ist dieser Törn?
Für alle, die einen entschleunigten Törn suchen. Für Einsteiger:innen, die keine große Passage wollen, sondern das Segelleben in Ruhe kennenlernen möchten. Für Familien und Paare, die zusammen einen ganz besonderen Kurzurlaub verbringen wollen. Für Wiederkommer:innen, die die Ostsee schon lieben und sie in einem neuen Rhythmus erleben möchten. Und für alle, die einfach mal ausbrechen wollen aus dem Alltag – ohne dabei sofort auf hoher See zu sein.

Sailtraining im gemütlichen Rhythmus
Wir segeln aktiv, aber ohne Hetze. Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Ankermanöver, Hafeneinläufe – all das gehört dazu und wird gemeinsam gemacht. Die kurzen Distanzen ermöglichen es, in Ruhe zu erklären, zu üben, Fragen zu beantworten. Wer möchte, kann auch ins Rigg steigen. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist willkommen, aber ausdrücklich kein Muss – dieser Törn ist ein wunderbarer Einstieg in die Welt des traditionellen Segelns.
Ankunft in Wismar
Nach ein paar Tagen entlang der Küste laufen wir in die Wismarbucht und schließlich in den historischen Hafen von Wismar ein. Die Hansestadt mit ihrer komplett erhaltenen Backsteingotik-Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein würdiges Ziel für einen Küstenkriecher-Törn: langsam gewachsen, ehrlich, mit Geschichte, die man an jeder Ecke spürt. Wer möchte, bleibt noch einen Tag – die Altstadt, die Kirchen St. Nikolai, St. Georgen und St. Marien und die alte Wasserkunst am Markt sind einen ausführlichen Bummel wert.

Was dich erwartet
Sechs Tage entschleunigte Ostseesegelei zwischen zwei Hansestädten. Kleine Häfen, stille Ankerbuchten, lange helle Abende an Deck. Das erste Sommerlicht auf den weißen Segeln und der Duft von Salz, frischem Fisch und Kiefern. Eine Crew, die in der Ruhe schnell zur Gemeinschaft wird. Und die Erkenntnis, dass eine langsame Reise oft die reichere ist.
Komm an Bord. Kriech mit uns die Küste entlang.
Rostock – Wismar
Montag, 31. Mai – Samstag, 5. Juni 2027
Ermäßigt: 485 € | Erwachsener: 650 €
Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.
Highlights
Entschleunigung als Programm
Sechs Tage für eine Strecke, die man auch in zwei fahren könnte. Ankern, wo es schön ist, bleiben, wo es sich lohnt. Ein Törn im Zeichen des langsamen Reisens – ein Gegenprogramm zum Alltag.
Kleine Häfen abseits der Reiseführer
Timmendorf auf Poel, Kühlungsborn, vielleicht Rerik am Salzhaff – Orte, die vom Wasser aus einen ganz anderen Charakter zeigen als von der Autobahnabfahrt. Die mecklenburgische Küste in ihrer stillen Version.
Ankerlieger und Abende an Deck
Der Frühsommer schenkt uns lange, helle Abende bis 22 Uhr. Sonnenuntergänge über der Ostsee, ein Glas in der Hand, das Schiff sanft in der Bucht schaukelnd – so gehen die Tage zu Ende.
Der perfekte Einstieg – oder das perfekte Wiederauflegen
Kurze Distanzen, ein gutmütiges Revier, Zeit für Erklärungen und erste Manöver. Ideal für alle, die zum ersten Mal an Bord kommen. Und ebenso schön für alle, die einfach mal wieder Salz auf der Haut spüren wollen.
Zwei UNESCO-Welterbe-Städte als Klammer
Rostock mit seiner Hansegeschichte und Warnemünde am Auslauf, Wismar mit seiner komplett erhaltenen Backsteingotik-Altstadt am Ziel. Ein Törn, der Kultur und Küste elegant verbindet.
Bordalltag
Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.
**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen**
Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:
– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr
– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr
– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr
In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See**
An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.
An- und Abreise
An- und Abreise
Rostock und Wismar liegen beide in Mecklenburg-Vorpommern und sind aus Deutschland unkompliziert und günstig zu erreichen.
Anreise nach Rostock
Mit der Bahn: Die entspannteste Variante. Rostock ist gut an das deutsche Fernverkehrsnetz angebunden.
- ICE-Verbindungen direkt aus Berlin, Leipzig, Frankfurt und München.
- Aus Hamburg in rund 2 Stunden mit IC oder RE.
- Aus Berlin in rund 2,5 Stunden mit dem ICE.
- Aus süddeutschen Städten rund 6 bis 8 Stunden mit einmaligem Umstieg über Berlin oder Hamburg.
Vom Rostocker Hauptbahnhof bringt dich die S-Bahn oder ein kurzer Bustransfer in wenigen Minuten zum Hafen.
Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Rostock-Laage (RLG) liegt rund 30 Kilometer südöstlich der Stadt, bedient aber überwiegend saisonale Ferienflüge. Für die Anreise ist Hamburg (HAM) meist die bessere Wahl – mit der Bahn in 2 Stunden gut angebunden.
Mit dem Auto: Über die A19 aus Berlin oder die A20 aus Lübeck/Hamburg gut erreichbar. Parken in Hafennähe ist möglich, für die Törndauer aber kostenpflichtig.
Mit dem Bus: FlixBus verbindet Rostock mit Berlin, Hamburg, Leipzig und vielen weiteren deutschen Städten – oft die günstigste Option.
Unser Tipp für die Anreise: Reise gerne einen Tag früher an. Rostock hat mit Marienkirche (astronomische Uhr!), Kröpeliner Straße und Universitätsviertel einiges zu bieten. Und Warnemünde – der Ostsee-Vorort mit Sandstrand, Alter Strom und Leuchtturm – ist ein Muss, wenn du das erste Mal in der Region bist.
Abreise aus Wismar
Wismar ist zwar weniger an das ICE-Netz angebunden als Rostock, aber die Anreise aus dem Süden ist kein Problem.
Mit der Bahn: Der Wismarer Hauptbahnhof ist gut an den Regionalverkehr angeschlossen.
- Nach Hamburg in rund 2 Stunden mit dem Regionalexpress (RE1/RE8), umsteigefrei.
- Nach Berlin über Bad Kleinen oder Rostock in rund 3 bis 3,5 Stunden.
- Nach Rostock in unter einer Stunde – für Rückkehrer:innen, die ihren PKW dort haben.
- In den Süden über Hamburg oder Berlin mit IC/ICE weiter.
Vom Hafen zum Bahnhof sind es rund 15 Minuten zu Fuß – ein hübscher Abschluss durch die Altstadt.
Mit dem Bus: FlixBus fährt von Wismar direkt nach Hamburg und Berlin. Günstig, aber langsamer als der Zug.
Mit dem Auto: Wismar liegt an der A20, die Lübeck, Rostock und Stettin verbindet – gut angebunden in alle Himmelsrichtungen.
Unser Tipp: Bleib gerne noch einen Tag in Wismar. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist einer der eindrucksvollsten geschlossenen Backsteingotik-Stadtkerne Nordeuropas:
- Marktplatz mit Wasserkunst – einer der größten Plätze Norddeutschlands, mit dem hübschen Renaissance-Pavillon.
- St. Nikolai, St. Georgen und St. Marien – die drei mächtigen Backsteinkirchen der Stadt (St. Marien nur noch als Turm erhalten, aber beeindruckend).
- Alter Hafen – der historische Hafen mit den Speicherhäusern, klassischen Zeesbooten und viel Atmosphäre. Ein Fischbrötchen am Kai gehört zum Pflichtprogramm.
- Nosferatu-Tour – ein Teil des Kult-Vampirfilms von 1922 wurde in Wismar gedreht. Ein hübsches Detail für Filminteressierte.
- Insel Poel – wenn du sie nicht schon vom Wasser aus gesehen hast: ein Tagesausflug per Bus oder Fahrrad lohnt sich.
Praktische Hinweise
Wetter Anfang Juni an der Ostsee: Angenehm, meist stabiler als im Mai. Tagestemperaturen um 18 bis 22 Grad, sonnige Abschnitte häufiger. Wasser noch kühl (14 bis 16 Grad), aber schon einladend für Mutige. Regenkleidung, Fleece- oder Wollpullover für die Wachen, feste Schuhe gehören trotzdem ins Gepäck – die Ostsee behält sich immer das Recht auf einen Wetterumschwung vor.
Verpflegung: Alle Bordverpflegung ist im Törnpreis enthalten. An den Landgängen findest du in den kleinen Häfen frische Fischbrötchen (ab 4 €), gute Cafés und mecklenburgische Küche in der überschaubaren Preisklasse (Hauptgericht meist 15 bis 25 €).
Ein Törn, der zeigt, wie schön die deutsche Ostseeküste im Frühsommer ist – wenn man sich nur die Zeit nimmt, ihr zuzuhören.
