Törn 957 – Amsterdam – Edinburgh

Auld Lang Syne – Von Amsterdam nach Edinburgh

Dienstag, 6. April – Donnerstag, 15. April 2027
Ermäßigt: 885 € | Erwachsener 1170 €

Die raue Schönheit der Nordsee erleben.

Segeln auf der Nordsee: Es wird rau, es wird turbulent, es wird unvergesslich. Kein Törn ist wie dieser. Von den Grachten Amsterdams über den offenen Nordsee-Horizont bis in den tiefblauen Meeresarm des Firth of Forth. Ein furioser Ritt über die Wellen. Herausforderung und Tradition. Die Brigg Roald Amundsen macht’s möglich. Du kannst dabei sein.

Das Meer bietet den größtmöglichen Kontrast zum eigenen Alltag. Ein Törn auf der Nordsee vermittelt das Gefühl der Unendlichkeit. In den Ohren singt der Wind, es rauschen die Wellen, die Luft schmeckt nach Salz. Willkommen auf See.

Die Nordsee ist eines der schönsten Segelreviere weltweit. Und eines der anspruchsvollsten. Schnelle Wetterumschwünge, Strömungen, der Wechsel der Gezeiten und die einzigartigen Küstenlandschaften sind markante Eigenheiten dieses Meeres. Aber genau diese Herausforderungen betonen den besonderen Reiz des Reviers. Von Amsterdam nach Edinburgh: Ein Traum von einem Segeltörn. Abenteuer unter Segeln.

Leinen los in Amsterdam

Amsterdam. Grachten, Giebel und der Blick auf die Welt.

Kaum eine europäische Hauptstadt ist so eng mit dem Meer verwoben wie Amsterdam. Was heute Weltkulturerbe ist, war einst pragmatische Ingenieurskunst: die berühmten Grachten, angelegt im 17. Jahrhundert, als Amsterdam die Drehscheibe des Welthandels war. Am zentralen Bahnhof öffnet sich der Hafen, in dem die Roald Amundsen vor unserem Auslaufen liegt.

Wer schon einen oder zwei Tage früher anreist, wird belohnt: Das Rijksmuseum mit Rembrandts Nachtwache, das Van Gogh Museum, das Anne-Frank-Haus, die schmalen Giebelhäuser der Herengracht, Fahrräder, soweit das Auge reicht, und die Kaffeekultur der kleinen Cafés im Jordaan-Viertel. Ende März und Anfang April rühren sich die ersten Tulpen – ein Ausflug in die berühmten Keukenhof-Gärten ist ein hübscher Vorspann.

Wir laufen aus dem Hafen aus, passieren die riesige Schleuse von IJmuiden – eine der größten Seeschleusen der Welt – und gleiten hinaus auf die Nordsee. Ein Moment, in dem die Grachtenstadt hinter uns bleibt und die Weite vor uns aufgeht.

Über die Nordsee

Zwischen den Niederlanden und Schottland liegen rund 400 Seemeilen offener Nordsee. Es ist eines der belebtesten und gleichzeitig eines der einsamsten Meeresgebiete Europas: Bohrinseln, Frachter, riesige Windparks als Vorhut auf den ersten Meilen, dann irgendwann nur noch Meer und Himmel. Wir segeln durch ein Revier, in dem Wetter, Wind und Welle den Ton angeben – im April mit dem ersten Frühlingslicht, aber auch mit den letzten Winterstürmen im Rücken.

Auf hoher See findet die Roald ihren Rhythmus. Wachen im Vierstundenwechsel, Segelmanöver, das Steuern in der Dünung, gemeinsame Mahlzeiten in der Messe, das Wachwechseln in der Dunkelheit. Delfinschulen am Bug, Basstölpel und Silbermöwen als tagelange Begleiter – und mit etwas Glück auch der eine oder andere Wal am Horizont.

Landfall an der schottischen Ostküste

Nach mehreren Tagen offener See taucht die Silhouette der schottischen Küste am Horizont auf. Wir nähern uns dem Firth of Forth – dem tiefblauen Meeresarm, an dessen Ufer Edinburgh liegt. Der Einlauf, vorbei an der monumentalen Forth Bridge (jener rot-braunen Eisenbahnbrücke, die seit 1890 den Firth überspannt und Weltkulturerbe ist), gehört zu den atemberaubendsten Ankunftsbildern Europas. Hügel, Meer, Stadt und ein Himmel, der oft ganz eigene Farben hat.

Edinburgh – „Kein Stern leuchtet schöner als die Lichter der Straßen dieser Stadt“

So beschrieb Robert Louis Stevenson seine Heimatstadt – und wer je in Edinburgh angekommen ist, versteht ihn sofort.

Kilt, Dudelsack, Whisky, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Castle Rock: Die schottische Hauptstadt am Firth of Forth, eingebettet in eine dramatische Hügellandschaft, hat noch viel mehr zu bieten. Neben der mittelalterlichen Altstadt weist die Stadt eine elegante georgianische New Town mit Gartenanlagen und neoklassizistischen Gebäuden auf. Über der Stadt thront das Edinburgh Castle, in dem die schottischen Kronjuwelen und der berühmte Stein der Vorsehung liegen, auf dem die schottischen Könige einst gekrönt wurden.

Vom dramatischen Hausberg Arthur’s Seat im Holyrood Park bietet sich ein atemberaubender Blick über die Stadt. Die farbenfrohe, geschwungene Victoria Street soll die Vorlage für die Winkelgasse gewesen sein, in der Harry Potter alles kaufte, was er für ein Schuljahr in Hogwarts brauchte. Im Port of Leith, unserem Anlaufhafen, liegt die außer Dienst gestellte königliche Yacht Britannia, die die britische Königsfamilie über 40 Jahre lang um die Welt geschippert hat.

Die grandiosen gotischen Sehenswürdigkeiten, die kopfsteingepflasterten Straßen und die versteckten Gassen der Altstadt machen Edinburgh zu einer Anwärterin auf den Titel der schönsten Stadt Großbritanniens. Theodor Fontane kürte sie wegen ihrer Geschichte und Architektur zum „Athen des Nordens“. Und bis Loch Ness ist es auch nicht weit.

„Auld Lang Syne“ – warum der Titel?

Auld Lang Syne ist wohl das berühmteste Lied Schottlands – und eines der berühmtesten Lieder überhaupt. Verfasst 1788 vom schottischen Nationaldichter Robert Burns, wird es traditionell zum Jahreswechsel gesungen, ebenso bei Abschieden, Hochzeiten und Wiedersehen. Der Titel bedeutet auf altem Scots so viel wie „längst vergangene Zeit“ – ein Lied vom Erinnern, vom Wiedersehen alter Freund:innen und vom gemeinsamen Anstoßen auf gute alte Zeiten.

Sailtraining unter Nordseewetter

Auf diesem Törn segeln wir durchgehend im klassischen Drei-Wach-System. Du bist Teil der Crew – mit allem, was dazugehört: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Nachtwachen unter dem klaren Nordseehimmel und Wachübergaben, die zur Routine werden. Das Kanalrevier und die offene Nordsee im April sind ein forderndes, aber lohnendes Übungsfeld: Tide, Strom, Verkehr, Wetterumschwünge – hier lernst du Seemannschaft, die im Rückgrat sitzt.

Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist willkommen, aber kein Muss. Wichtig sind Neugier, Anpackbereitschaft und die Bereitschaft, dich auf eine echte Nordsee-Passage einzulassen.

Wichtig für die Einreise nach Großbritannien

Großbritannien ist nicht mehr Teil der EU. Für die Teilnahme an diesem Törn benötigst du als EU-Bürger:in einen mindestens für die Dauer der Reise gültigen Reisepass„Personalausweise werden von den britischen Behörden grundsätzlich nicht als Reisedokumente für EU-Bürger anerkannt.“ (Quelle: Auswärtiges Amt) Bitte kümmere dich rechtzeitig darum – die Bearbeitungszeit für Reisepässe kann mehrere Wochen betragen.

Was dich erwartet

Zehn Tage klassische Nordsee-Segelei. Eine offene Passage über eines der spannendsten Meeresreviere Europas. Eine Ankunft, die durch die Forth Bridge und in einen der schönsten Häfen der britischen Inseln führt. Und eine Stadt am Ziel, in der Whisky, Geschichte, Nebel und Lichter zusammenfließen wie in kaum einer anderen Metropole Europas.

Komm an Bord. Segel die Nordsee. Feier Auld Lang Syne in Leith.

Amsterdam – Edinburgh

Di. 06.04.2027 – Do. 15.04.2027

Preis: Ermäßigt 885€ Erwachsener 1170€

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Von Metropole zu Metropole – Amsterdam und Edinburgh unter Segeln
Zwei der schönsten Hauptstädte Nordwesteuropas als Anfang und Ende. Grachten und Giebel auf der einen, Castle Rock und Athen des Nordens auf der anderen Seite. Dazwischen: die offene Nordsee.

400 Seemeilen Nordsee
Eines der spannendsten Segelreviere Europas. Rau, tidenbestimmt, wetterfühlig – und mit einer eigenen Poesie aus Wind, Salz und Möwenschrei. Ein Törn, der Seemannschaft in den Alltag bringt.

Einlauf unter der Forth Bridge
Der Firth of Forth öffnet sich, und die monumentale rote Eisenbahnbrücke von 1890 – heute UNESCO-Welterbe – begleitet uns beim Einlauf nach Edinburgh. Ein Ankunftsbild, das bleibt.

Edinburgh – die schönste Stadt Großbritanniens?
Kopfsteinpflaster, gotische Türme, Whisky-Geruch in schmalen Gassen, Arthur’s Seat über allem. Wer den Törn mit ein paar Tagen in Edinburgh verbindet, hat eine der lohnendsten Stadterlebnisse Europas vor sich.

Auld Lang Syne an Bord
Robert Burns‘ berühmtestes Lied begleitet uns spätestens beim Einlaufen in Leith – die musikalische Klammer für einen Törn, der zwischen Nordsee-Ernst und schottischer Wärme vermittelt.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Anreise nach Cherbourg (Normandie, Frankreich)

Cherbourg ist kein großes Verkehrsdrehkreuz – ein bisschen Umstieg gehört zur Anreise, dafür ist die Region umso spannender.

Mit dem Zug: Die eleganteste Option. Von Paris (Gare Saint-Lazare) fährt der Intercité/TGV in rund 3 Stunden direkt nach Cherbourg. Nach Paris kommst du aus vielen deutschen Städten bequem mit dem ICE oder TGV: Frankfurt–Parisin 3:40 Stunden, Stuttgart–Paris in 3:15 Stunden, München–Paris in 5:30 Stunden. Auch Nachtzüge aus Berlin, Wien oder Zürich Richtung Paris sind eine schöne Alternative.

Mit dem Flugzeug: Direktflüge nach Cherbourg gibt es aus Deutschland nicht. Praktisch sind:

  • Paris (CDG/Orly) – aus allen größeren deutschen Städten mehrmals täglich anfliegbar, weiter mit dem Zug nach Cherbourg.
  • Rennes oder Nantes – rund 3 Zugstunden von Cherbourg entfernt, mit einigen Verbindungen aus Frankfurt und München.

Mit der Fähre (die maritime Variante): Wer schon vor dem Törn Seewind spüren möchte, kann aus PortsmouthPooleoder Rosslare per Fähre nach Cherbourg reisen. Ein hübscher Umweg für alle, die England oder Irland vorher besuchen wollen.

Mit dem Bus: FlixBus verbindet Paris mit dem deutschen Fernbusnetz – von Paris weiter mit der Bahn nach Cherbourg.

Unser Tipp: Plane einen Tag früher ein. Cherbourg hat mit La Cité de la Mer (das große Meeresmuseum im ehemaligen Bahnhof, inklusive dem echten Atom-U-Boot Le Redoutable zum Begehen) einen der beeindruckendsten maritimen Erlebnisorte Frankreichs. Auch ein Spaziergang auf dem Wellenbrecher oder ein Abend in einer Crêperie sind ein stimmiger Einstieg in die Reise.

Abreise aus Amsterdam

Amsterdam ist eines der bestangebundenen Reiseziele Europas – die Rückreise ist entsprechend unkompliziert.

Mit der Bahn: Die schnellste, komfortabelste Variante für viele deutsche Städte. Von Amsterdam Centraal fahren tägliche ICE-Verbindungen direkt nach Köln (rund 2:40 Stunden), Frankfurt (rund 4 Stunden) und weiter ins deutsche Bahnnetz. Auch nach Berlin, Basel und in die Schweiz gibt es gute Direktverbindungen.

Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Amsterdam Schiphol (AMS) ist einer der wichtigsten Drehkreuze Europas und aus praktisch jeder deutschen Stadt direkt anfliegbar. Vom Amsterdamer Hauptbahnhof erreichst du Schiphol in nur 15 Minuten mit dem Zug – ideal für einen entspannten Rückflug.

Mit dem Bus: FlixBus und andere Anbieter fahren ab Amsterdam direkt nach Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und vielen weiteren deutschen Städten. Günstig, wenn auch langsamer.

Unser Tipp: Wer die Möglichkeit hat, hängt ein oder zwei Tage Amsterdam dran. Nach den Tagen unter Segeln ist die Stadt ein besonderer Kontrast: Grachtenrundfahrten, das Rijksmuseum, das Anne-Frank-Haus, das Van Gogh Museum, Kaffee und Stroopwafels in einem der vielen kleinen Cafés. Wer eher raus möchte: Der Frühling kündigt sich in den Keukenhof-Gärten an (März/April ist Tulpen-Beginn) – ein Tagesausflug lohnt sich Ende März/Anfang April besonders.

Praktische Hinweise

Wetter Ende März / Anfang April: Nordwesteuropa im Frühlingsübergang – wechselhaft, oft feucht, mit Temperaturen um 8 bis 12 Grad tagsüber und deutlich kühleren Nachtwachen. Gute Regenkleidung, warmes Wachzeug, feste Schuhe und Wechselschichten gehören unbedingt ins Gepäck. Auf dem Wasser fühlt es sich meist kühler an als an Land – eher eine Schicht zu viel als eine zu wenig.

Sprachen: Englisch reicht in beiden Häfen problemlos. Französisch (Cherbourg) und Niederländisch (Amsterdam) helfen zusätzlich – ein bonjour oder goedendag zur Begrüßung wird immer gern gehört.

Währung: Beide Häfen verwenden Euro – der Länderwechsel innerhalb des Törns ist logistisch unkompliziert.

Zeitzonen: Der Törn liegt vollständig in der mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ/MESZ). In der Nacht auf Sonntag, 28. März 2027, wird auf Sommerzeit umgestellt – gerade rechtzeitig zum Törnbeginn.

Ein Törn, der klassisches Nordwesteuropa-Segeln in konzentrierter Form bietet: fordernd, lehrreich, landschaftlich reich – und mit einer Ankunft, die viele als das schönste Ankommen unter Segeln überhaupt bezeichnen.