Törn 968 – Sassnitz – Tallinn

Blaues Wasser, fremde Küste – Von Sassnitz nach Tallinn

Sonntag, 4. Juli – Donnerstag, 15. Juli 2027

Zwölf Tage quer über die Ostsee, von den Kreidefelsen Rügens bis in die mittelalterliche Altstadt Tallinns. Ein Sommertörn mit langen Tagen, weiten Horizonten und einer Route, die Deutschland mit dem Baltikum verbindet – auf klassischen Handelswegen der Hanse.

Es gibt Törns, die immer schön sind – und Törns, die zur richtigen Zeit einfach magisch werden. Ein Ostseetörn im Hochsommer gehört zur zweiten Kategorie. Die Tage sind so lang, dass die Nächte kaum dunkel werden. Das Wasser ist warm genug für einen Sprung von Deck. Und die Häfen am östlichen Ostseerand sind Ziele, von denen die meisten Segler:innen ihr Leben lang träumen. Auf diesem Törn verbinden wir all das: Sommerlicht, weites Wasser und eine fremde, wunderschöne Küste am Ziel.

Aufbruch in Sassnitz

Wir starten in Sassnitz auf Rügen, Deutschlands größter Insel. Der historische Fährhafen liegt in einer geschützten Bucht am Fuße der berühmten Kreidefelsen – jenen leuchtend weißen Klippen, die Caspar David Friedrich im 19. Jahrhundert unsterblich gemacht hat und die heute Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder und alte Buchenwälder“ sind. Vom Deck aus sehen wir sie beim Auslaufen in ihrer ganzen Wirkung: KönigsstuhlWissower KlinkenVictoriasicht – ein Bild, das die Reise unter besonderen Vorzeichen beginnen lässt.

Wer schon einen Tag früher anreist, sollte einen Spaziergang durch den Nationalpark Jasmund einbauen. Die Kombination aus alten Buchenwäldern, weißen Klippen und tiefblauer Ostsee gehört zu den schönsten Landschaften Deutschlands.

Blaues Wasser – die Ostsee im Hochsommer

Wir werfen die Leinen los und nehmen Kurs nach Osten. Vor uns liegt das offene Baltikum – der östliche Teil der Ostsee, ein Meer mit ganz eigenem Charakter. Die Sommerbedingungen im Juli sind für einen Ostseetörn oft ideal: milde Temperaturen, meist beständige Winde aus westlichen Richtungen, klare Sicht bis zum Horizont. Und diese besondere Sommerdämmerung, die im hohen Norden so lang wird, dass es zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang kaum wirklich dunkel wird – die berühmten weißen Nächte des Ostseeraums.

Wir segeln im Wachrhythmus. Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Wachen im Vierstundenwechsel. Aber weil die Distanzen überschaubar und die Häfen zahlreich sind, verbinden sich Passagen auf offener See mit Etappen entlang der Küste oder Ankerabenden in geschützten Buchten.

Vorbei an der polnischen und baltischen Küste

Unser Kurs führt uns entlang der polnischen Ostseeküste – vorbei an den ehemaligen Hansestädten KołobrzegGdańskund Gdynia. Weiter nördlich liegt die klassische Kurische Nehrung vor Klaipėda (Litauen), einer der beeindruckendsten Küstenlandschaften Europas: eine 98 Kilometer lange, schmale Sanddüne, die das Kurische Haff von der offenen Ostsee trennt. UNESCO-Weltkulturerbe seit 2000, mit Dünen, die zu den höchsten Wanderdünen Europas gehören.

Ob wir einen Zwischenstopp einlegen, hängt von Wind, Wetter und Zeitplan ab. Aber allein schon der Blick auf diese Küstenlandschaften vom Wasser aus ist ein Erlebnis, das viele nicht kennen.

Fremde Küste – die baltische Ostsee

Je weiter wir nach Osten segeln, desto mehr verändert sich das Revier. Die Küsten werden nördlicher, kühler, klarer. Wir passieren Lettland mit seiner langen, wenig bekannten Ostseeküste, mit Liepāja und Riga in einiger Entfernung, und nehmen dann Kurs auf das nördlichste Ziel unseres Törns.

Der Finnische Meerbusen öffnet sich vor uns. Auf der einen Seite liegen die Schären Finnlands, auf der anderen die felsige Küste Estlands. Wir steuern die estnische Küste an – ein Revier mit vielen kleinen Inseln, mit klarem, ruhigem Wasser und mit einer besonderen Stimmung, die aus dem Zusammenspiel von Meer, Wald und Fels entsteht.

Ankunft in Tallinn

Am Ende unserer Reise liegt Tallinn, die Hauptstadt Estlands – und eine der schönsten mittelalterlichen Städte Europas. Die Altstadt Tallinns ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe und zählt zu den besterhaltenen Hansestädten überhaupt: mittelalterliche Stadtmauer mit ihren Türmen, das gotische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, verwinkelte Kopfsteingassen, das Handelshaus der Großen Gilde, die Nikolaikirche mit ihrer berühmten Sammlung mittelalterlicher Kunst.

Auf dem Domberg thront das Regierungsviertel mit der prachtvollen Alexander-Newski-Kathedrale, deren Zwiebeltürme das Silhouettenbild der Stadt bestimmen. Vom Aussichtspunkt hat man einen der schönsten Blicke Nordosteuropas – über die Altstadt hinweg zum Hafen und weit hinaus auf den Finnischen Meerbusen.

Tallinn ist gleichzeitig eine Stadt der Gegenwart: ein hochentwickelter Technologiestandort (hier wurde einst Skype erfunden), mit einer lebendigen Kaffeekultur, guten Restaurants und einer jungen, kreativen Szene, die sich in Vierteln wie Kalamaja und Telliskivi entfaltet. Eine Stadt zwischen Mittelalter und Zukunft, und ein perfekter Zielhafen für einen Sommertörn.

„Blaues Wasser, fremde Küste“ – der Titel

Der Titel steht für das, was diesen Törn ausmacht. „Blaues Wasser“ – das ist der Sommeratlantik, die klare, tiefblaue Ostsee im Juli, das Segeln unter langen Tagen und milden Nächten. „Fremde Küste“ – das ist der Kontrast zum Vertrauten: das Baltikum, das für die meisten deutschen Segler:innen ein wenig bekanntes Revier ist, mit einer Kultur, einer Sprache und einer Landschaft, die man erst entdecken muss. Ein Törn, der Deutschland verlässt und weit im Osten wieder ankommt.

Sailtraining unter Sommerhimmel

Auf diesem Törn segeln wir aktiv im Wachrhythmus – aber mit der besonderen Ruhe, die ein Sommertörn erlaubt. Die Distanzen sind machbar, die Bedingungen meist freundlich, und wir haben Zeit, die Reise wirklich zu genießen. Du bist Teil der Crew: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, gemeinsame Mahlzeiten, Wachen unter langen Sommernächten. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist willkommen, aber kein Muss – Neugier, Anpackbereitschaft und Lust auf das Leben an Bord reichen.

Was dich erwartet

Zwölf Tage klassische Ostseesegelei im Hochsommer. Kreidefelsen im Rücken, die weite Ostsee unter dem Kiel, die baltische Küste vor dem Bug. Sommernächte, in denen es kaum dunkel wird. Ein Ziel, das viele nur aus Erzählungen kennen: die mittelalterliche Silhouette Tallinns im Abendlicht. Und eine Crew, die in der Ruhe eines Sommertörns schnell zur Gemeinschaft wird.

Komm an Bord. Segel ins blaue Wasser. Komm an an einer fremden Küste.

Sassnitz – Tallinn
Sonntag, 4. Juli – Donnerstag, 15. Juli 2027

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Kreidefelsen und weite Ostsee als Auftakt
Der Auslauf aus Sassnitz vorbei an den berühmten Kreidefelsen Rügens – Königsstuhl, Wissower Klinken, Victoriasicht – ist einer der schönsten Abschiede, die die deutsche Küste zu bieten hat. UNESCO-Welterbe direkt an Backbord.

Sommernächte im Hochsommer der Ostsee
Im Juli werden die Nächte im Ostseeraum kaum wirklich dunkel. Wachen unter dem langen Abendlicht, Sonnenaufgänge, die früh am Morgen aufziehen – ein Segelerlebnis, das man so nur im hohen Norden bekommt.

Vorbei an einer wenig bekannten Küste
Polen, Litauen, Lettland – die Küstenlinie vom südlichen Ostseeraum bis zum Baltikum ist ein Segelrevier, das kaum ein deutscher Segler wirklich kennt. Von der Kurischen Nehrung bis zu den estnischen Schären eröffnet dieser Törn eine ganz neue Perspektive auf die Ostsee.

Ankunft in Tallinn – Hansestadt zum Verlieben
Die UNESCO-Altstadt Tallinns zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen Europas. Die Zwiebeltürme der Alexander-Newski-Kathedrale, das gotische Rathaus, die Stadtmauer mit ihren Türmen – ein Zielhafen, der jeden Aufwand wert ist.

Sailtraining in einem freundlichen Sommerrevier
Milde Winde, überschaubare Distanzen, viele mögliche Häfen. Die Ostsee im Juli ist ein hervorragendes Übungsrevier – anspruchsvoll genug, um Seemannschaft wirklich zu lernen, angenehm genug, um sich als Neuling wohl zu fühlen.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Wetter Anfang Juli: Hochsommer im Ostseeraum. Tagestemperaturen in Sassnitz und Tallinn um 18 bis 22 Grad, das Wasser um 16 bis 19 Grad. Die Nächte werden kaum wirklich dunkel – rechne mit langen, weichen Abenden und frühen Sonnenaufgängen. Trotzdem: Auf See ist es meist kühler und feuchter als an Land. Gute Regenkleidung, warmes Wachzeug, feste Schuhe und mehrere Wechselschichten gehören ins Gepäck. Sonnenschutz für den Tag nicht vergessen – auf dem Wasser wirkt die Sonne besonders intensiv.

Sprachen: Deutsch in Sassnitz, Englisch in Tallinn (und praktisch überall im Baltikum). Ein „Tere!“ (Hallo) und ein „Aitäh!“ (Danke) auf Estnisch werden immer mit einem Lächeln quittiert.

Währung: Beide Häfen verwenden Euro – der Länderwechsel ist logistisch unkompliziert. Estland ist ein sehr digitales Land, Kartenzahlung ist praktisch überall möglich.

Zeitverschiebung: Estland liegt in der osteuropäischen Sommerzeit (EEST) – eine Stunde vor der mitteleuropäischen Sommerzeit. Bei der Ankunft in Tallinn geht deine Uhr also um eine Stunde vor.

Reisedokumente: Der Reisepass reicht für die Reise.

Ein Törn, der die deutsche Ostseeküste mit dem Baltikum verbindet – ein Sommer, den du nicht so schnell vergisst. Und ein Zielhafen, in dem die Zeitgeschichte in jeder Gasse ihre Spuren hinterlassen hat.