De lange Weg nah Süden
Von Göteborg nach Kiel
Montag, 26. April – Dienstag, 4. Mai 2027
Neun Tage von der schwedischen Westküste durch das dänische Inselreich bis in die Kieler Förde. Ein Törn, der Skandinavien und Deutschland verbindet, quer durch eines der klassischsten Segelreviere der Ostsee – mit einem Namen, der schon platt sagt, worum es geht: der lange Weg nach Süden.
Wer die Ostsee kennt, kennt sie meistens als eigenes Meer – als deutsches Küstenrevier oder als Zielgebiet für den Sommerurlaub. Doch die Ostsee beginnt woanders. Sie beginnt im Norden, in den schwedischen Schären, im dänischen Inselmeer, dort, wo die salzige Nordsee sich mit dem süßeren Ostseewasser langsam vermischt. Auf diesem Törn segeln wir genau diese Verbindung. Von Göteborg nach Kiel – die klassische Fahrt in den Süden, wie sie seit Jahrhunderten von schwedischen, dänischen und deutschen Schiffen gemacht wird.

Aufbruch in Göteborg
Wir werfen die Leinen in Göteborg los, Schwedens zweitgrößter Stadt und einem der wichtigsten Häfen des Nordens. Der Göta älv führt uns hinaus in die Bohuslän-Schärenküste – ein Landstrich für sich, mit rundgeschliffenen Granitfelsen, roten Fischerhäuschen und einem klaren, oft klaren Licht, das der Küste ihren berühmten Ruf beschert hat. Wenn wir die Schären hinter uns lassen und Kurs nach Süden nehmen, öffnet sich vor uns das Kattegat.
Durch das Kattegat
Das Kattegat ist das Meer zwischen Dänemark und Schweden – wörtlich übersetzt auf Deutsch etwa „Katzenloch“, ein alter Ausdruck für ein enges, schwer navigierbares Fahrwasser. Für uns ist es ein Übergangsrevier: nicht mehr die weiten, ruppigen Verhältnisse der Nordsee, aber auch noch nicht das geschlossene Binnenmeer der Ostsee. Wechselnde Winde, wechselnde Sichtweiten, ein Verkehr aus Frachtern, Fährschiffen und dänischen Fischern, dazu die kleine Insel Anholtmit ihren berühmten Sandstränden und Robbenkolonien mitten im Meer.
Wir segeln entweder direkt weiter nach Süden oder – wenn Wind und Wetter es nahelegen – mit einer geschützten Etappe in einem der dänischen Häfen an der Ostküste Jütlands. Die Ostsee zieht uns langsam näher.

Vorbei an Kopenhagen oder durch den Großen Belt
Ab hier gibt es zwei klassische Routen nach Süden, und welche wir wählen, entscheiden Wind, Wetter und Zeitplan mit uns:
Der Öresund führt uns zwischen Helsingør und Helsingborg hindurch – auf der einen Seite Dänemarks Nordspitze mit dem berühmten Kronborg-Schloss, in dem Shakespeares Hamlet spielt, auf der anderen die schwedische Küste. Weiter südlich passieren wir Kopenhagen mit der Skyline der dänischen Hauptstadt und der markanten Öresundbrücke, unter der wir hindurchsegeln.
Der Große Belt ist der klassische westliche Weg – zwischen Fünen und Seeland, unter der spektakulären Storebælt-Brücke hindurch, einer der längsten Hängebrücken Europas. Ein Anblick, den man vom Deck aus so schnell nicht vergisst.
Beide Routen führen uns in die eigentliche Ostsee, das Herz eines Reviers, das seit der Wikingerzeit befahren wird.

In die Kieler Förde
Von der westlichen Ostsee nehmen wir Kurs auf die deutsche Küste. Die Kieler Förde öffnet sich schließlich vor uns – ein tiefer, geschützter Meeresarm, an dessen Ende Kiel liegt. Der Einlauf in die Förde ist einer der schönsten der deutschen Ostseeküste: an Backbord passieren wir Laboe mit seinem imposanten Marine-Ehrenmal und dem U-Boot U 995 als Museumsschiff, dahinter öffnet sich der Blick auf Friedrichsort, die alten Marineliegenschaften, die Kieler Werften und schließlich das Herz der Stadt.
Kiel – Segelstadt am Ostseeeingang
Kiel ist Segelstadt schlechthin: Heimathafen der berühmten Kieler Woche, der größten Segelregatta der Welt, seit 1882 fest im Kalender jeder Segelbegeisterten. Kiel ist auch das östliche Ende des Nord-Ostsee-Kanals, jener 98 Kilometer langen Wasserstraße, die Nord- und Ostsee verbindet und zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt gehört.
Die Stadt selbst ist ehrlich und maritim – geprägt vom Meer, von der Marine, vom Handel. Ein Spaziergang entlang der Kiellinie, ein Kaffee im Wissenschaftshafen mit Blick auf die Segelyachten, ein Besuch in der Alten Mühle oder im Schifffahrtsmuseum am Wasser – Kiel ist der perfekte Ankunftshafen für einen Ostseetörn, der von Norden kommt.
„De lange Weg nah Süden“ – der Titel
Der Titel ist Plattdeutsch – die Sprache des norddeutschen Küstenlands, die einst über die ganze Ostsee gesprochen wurde und die als Verkehrssprache der Hanse Jahrhunderte lang zwischen Skandinavien, Deutschland und dem Baltikum vermittelt hat. „De lange Weg nah Süden“ – der lange Weg nach Süden – beschreibt genau das, was wir tun: Wir fahren die klassische Route, die schon die Hanseschiffe fuhren, wenn die Sommersaison in Skandinavien zu Ende ging und die Handelspartner in Lübeck, Wismar oder Rostock warteten.
Es ist ein Titel, der bewusst nicht hochdeutsch ist – weil dieser Törn das segelnde Nordwesteuropa verbindet, das lange vor den heutigen Ländern schon zusammengehörte.

Sailtraining auf klassischer Route
Auf diesem Törn segeln wir aktiv im Wachrhythmus. Das Revier ist abwechslungsreich: offene Passagen im Kattegat, konzentriertes Fahren im Sund oder Belt, klassische Ostseesegelei zwischen den dänischen Inseln. Du bist Teil der Crew – mit allem, was dazugehört: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Wachroutinen. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist willkommen, aber kein Muss – Neugier, Anpackbereitschaft und Lust auf das Leben an Bord reichen.
Der Frühling ist im April/Mai gerade richtig da: die Tage werden spürbar länger, das Wasser beginnt sich zu erwärmen, das Bordleben wird jeden Tag ein bisschen freundlicher.
Preise und Leistungen
Ermäßigt: 785 € | Erwachsener: 1040 €
Die Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren deinen Segeltörn, du organisierst deine Reise zwischen Haustür und Hafen.
Was dich erwartet
Neun Tage auf einer der klassischsten Nord-Süd-Routen der europäischen Segelei. Die Bohuslän-Schären im Rücken, die dänischen Inseln unter dem Kiel, Kronborg oder Storebælt-Brücke am Kurs, die Kieler Förde als Ziel. Ein Übergangstörn zwischen zwei Meeren, zwei Sprachen und zwei Klimazonen – und ein perfekter Einstieg in die Ostseesaison.
Kumm an Boord. Segel den langen Weg nah Süden.
Göteborg – Kiel
Montag, 26. April – Dienstag, 4. Mai 2027
Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.
Highlights
Von Skandinavien nach Deutschland unter Segeln
Ein klassischer Nord-Süd-Törn, wie ihn schon die Hanseschiffe fuhren. Skandinavische Schären und deutsche Fördeküste an einem Bordfaden – ein Übergangserlebnis mit Charakter.
Kattegat und dänisches Inselreich
Das Meer zwischen Dänemark und Schweden bringt eine besondere Segelatmosphäre mit: klare Luft, wechselnde Winde, kleine Inseln wie Anholt mit ihren Robbenkolonien mitten im Meer.
Kronborg oder Storebælt-Brücke
Je nach Route passieren wir entweder das Shakespeare-Schloss Kronborg an der engsten Stelle des Öresunds – oder gleiten unter der spektakulären Storebælt-Brücke hindurch. Beides sind Sichtachsen, die man nur vom Segelschiff aus wirklich erlebt.
Frühlingssegeln zwischen Winter und Saison
Ende April/Anfang Mai ist der perfekte Moment: Die Tage werden spürbar länger, das Bordleben angenehmer, die Ostsee erwacht. Ein Törn, der genau in den Übergang zur neuen Segelsaison fällt.
Einlauf in die Kieler Förde
Vorbei am Marine-Ehrenmal Laboe, am U-Boot U 995, an alten Marineliegenschaften und Werften – der Einlauf nach Kiel gehört zu den schönsten der deutschen Ostsee. Eine echte Segelstadt als Ziel.
Bordalltag
Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.
**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen**
Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:
– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr
– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr
– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr
In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See**
An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.
An- und Abreise
An- und Abreise
Anreise nach Göteborg
Göteborg ist Schwedens zweitgrößte Stadt und international gut angebunden – die Anreise ist mit mehreren guten Optionen unkompliziert.
Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Göteborg-Landvetter (GOT) liegt rund 20 Kilometer östlich der Stadt.
- Direktflüge aus Deutschland: Berlin, Frankfurt und München werden regelmäßig direkt angeflogen – mit Lufthansa und SAS.
- Umsteigen über Kopenhagen, Amsterdam oder Stockholm: Zusätzliche zuverlässige Verbindungen aus praktisch jeder deutschen Stadt.
Vom Flughafen zum Hafen sind es etwa 30 bis 45 Minuten mit dem Flygbussarna (Flughafenbus) oder Taxi.
Mit der Bahn: Für Zugliebhaber:innen eine wunderschöne Anreise. Mit ICE und dänischen Bahnen erreichst du Göteborg in einem langen Reisetag über Hamburg und Kopenhagen. Ab Hamburg dauert die Bahnfahrt etwa 8 bis 9 Stunden – landschaftlich reich, mit dem Übergang durch Dänemark und über den Öresund.
Mit der Fähre (die maritime Variante): Von Kiel verkehrt täglich die Stena Line direkt nach Göteborg – eine ca. 14-stündige Nachtfahrt mit Kabine und Abendessen an Bord. Ein wunderschöner, entschleunigter Einstieg in die Reise. Auch von Rostock und Travemünde gibt es Fährverbindungen nach Trelleborg mit anschließender kurzer Zugfahrt.
Mit dem Auto/Bus: FlixBus verbindet Hamburg und Berlin direkt mit Göteborg. Die Fahrtzeit beträgt rund 10 bis 14 Stunden.
Unser Tipp: Reise ruhig einen Tag früher an. Göteborg ist eine warme, freundliche Stadt mit exzellenter Fischküche – die Feskekôrka (Fischkirche) am Rosenlundskanalen ist ein absoluter Muss. Auch ein Spaziergang durch das Haga-Viertelmit seinen kleinen Cafés und Holzhäusern oder eine Fika (schwedische Kaffeepause) in einem der klassischen Konditoreien sind ein hübscher Auftakt.
Abreise aus Kiel
Kiel ist Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und verkehrstechnisch bestens angebunden – die Rückreise ist sehr unkompliziert.
Mit der Bahn: Der Hauptbahnhof liegt direkt am Wasser, nur wenige Minuten Fußweg vom Hafen entfernt. Direkte IC- und Regional-Express-Verbindungen führen nach Hamburg (rund 1:15 Stunden), von dort weiter mit ICE in praktisch alle deutschen Städte (Berlin, Frankfurt, München, Köln, Stuttgart). Nach Berlin bist du in rund 3:30 Stunden, nach Frankfurt in rund 5 Stunden.
Mit dem Flugzeug: Kiel selbst hat keinen internationalen Flughafen. Die praktischsten Optionen:
- Hamburg (HAM) – in rund 1:30 Stunden per Bahn erreichbar, aus allen wichtigen Städten der Welt anfliegbar.
- Lübeck (LBC) – kleiner, mit einigen Verbindungen nach Osteuropa.
Mit dem Auto: Kiel liegt an der A215/A7 und ist verkehrstechnisch gut angebunden.
Mit dem Bus: FlixBus verbindet Kiel direkt mit zahlreichen deutschen und europäischen Städten.
Mit der Fähre: Wer die Ostsee gleich noch weiter erkunden möchte: Von Kiel fahren tägliche Fährverbindungen nach Göteborg (Stena Line) und nach Oslo (Color Line) – ein maritimer Anschluss für alle, die noch nicht genug haben.
Unser Tipp: Bleib gerne noch einen halben oder ganzen Tag in Kiel. Die Stadt ist maritimer, als viele denken:
- Kiellinie – die Uferpromenade entlang der Förde, mit Blick auf Segelyachten, Fährschiffe und Marine.
- Wissenschaftshafen (Bootshafen) – das Herz der Kieler Segelszene, mit Cafés, Restaurants und dem berühmten Sartori & Berger-Speicher.
- Schifffahrtsmuseum Kiel – klein aber fein, direkt am Wasser.
- Ausflug nach Laboe – mit dem Ausflugsboot in einer halben Stunde erreichbar, mit Besuch am Marine-Ehrenmal und dem U-Boot U 995.
- Der Nord-Ostsee-Kanal – ein Spaziergang an der Schleuse Kiel-Holtenau gehört für jeden Segler zum Pflichtprogramm.
- Kieler Sprotten und Fischbrötchen – der klassische maritime Snack am Bahnhofsforum oder in der Fisch-Halle.
Praktische Hinweise
Wetter Ende April/Anfang Mai: Frühling im Norden, mit dem vollen Übergangsspektrum. Tagestemperaturen in Göteborg um 8 bis 12 Grad, in Kiel etwas milder um 10 bis 15 Grad. Auf See spürbar kühler und feuchter, besonders bei Wind. Gute Regenkleidung, warmes Wachzeug, feste Schuhe, Mütze und mehrere Wechselschichten gehören unbedingt ins Gepäck.
Sprachen: In Göteborg reicht Englisch problemlos, in Kiel selbstverständlich Deutsch. Ein „Tack!“ zum Abschied in Schweden und ein „Moin!“ zum Ankommen in Kiel machen viel Freude.
Währung: Schweden gehört nicht zur Euro-Zone – in Göteborg bezahlst du in Schwedischen Kronen (SEK), in Kiel in Euro. Kartenzahlung ist in beiden Ländern überall möglich, in Schweden sogar bevorzugt (Schweden ist eines der bargeldärmsten Länder der Welt).
Zeitzonen: Beide Häfen liegen in der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) – kein Uhrenumstellen nötig.
Ein Törn, der den skandinavischen Frühling und den norddeutschen Küstenzauber unter einen Kiel bringt. Wenn die Roald in Kiel festmacht, weißt du: Die Ostseesaison hat begonnen – und du warst bei ihrem Auftakt dabei.
