Törn 977 Götheborg – Kiel

Belte und Sunde II – Von Göteborg nach Kiel
Sonntag, 5. September – Samstag, 11. September 2027

Eine Woche durch das Labyrinth der dänischen Gewässer, von der schwedischen Westküste bis in die Kieler Förde. Schären, Sunde, Belte und Inseln: Kaum ein Revier in Nordeuropa bietet auf so kurzer Strecke so viel Abwechslung. Ein Törn zum Navigieren, zum Staunen und zum Ankommen – am Ende des Sommers, wenn das Licht weicher wird und die Häfen ruhiger.

Zwischen Nordsee und Ostsee liegt eine Welt aus Wasserstraßen. Drei große Pforten verbinden die beiden Meere: der Öresund, der Große und der Kleine Belt. Dazwischen hunderte Inseln, enge Sunde, flache Gründe und Fahrwasser, die sich zwischen Feldern, Wäldern und Fischerdörfern hindurchschlängeln. Wer hier segelt, segelt durch eine Landschaft – und durch tausend Jahre Seefahrtsgeschichte.

Aufbruch in Göteborg
Wir legen ab mitten in der Stadt und laufen den Göta älv hinunter, vorbei an der Festung Nya Älvsborg, hinaus in den Schärengarten. Glatt geschliffener Granit, rote Bootshäuser, kreischende Möwen – und ganz draußen der Leuchtturm von Vinga, der seit Jahrhunderten die Schiffe nach Göteborg heimleitet. Dann öffnet sich das Kattegat, und Schweden bleibt achteraus.

Über das Kattegat
Das Kattegat ist das Vorzimmer der Ostsee: flach, oft lebhaft, mit kurzer Welle und wechselnden Winden. Hier gewöhnen wir uns an Schiff und Wachen, an Ausguck und Navigation. Im September sind die Nächte schon lang, der Himmel klar, die Luft frisch – beste Bedingungen für eine Nacht auf See.

Durch Belte und Sunde
Dann tauchen wir ein in die dänische Inselwelt. Je nach Wind und Wetter wählen wir unseren Weg: durch den Kleinen Belt, wo sich das Wasser zwischen Jütland und Fünen zu einer schmalen, strömungsreichen Rinne verengt und zwei Brücken hoch über den Masten die Ufer verbinden; oder hinein ins Südfünische Inselmeer, die „Dänische Südsee”, mit ihren kleinen Inseln, engen Sunden und Häfen wie aus dem Bilderbuch. Hier ist Navigation Handwerk im besten Sinne: Tonnen zählen, Strom beachten, Tiefen im Blick behalten – und dazwischen immer wieder innehalten, weil die Landschaft so schön ist.

Diese Gewässer waren über Jahrhunderte das Nadelöhr zwischen Ost und West. Wer von der Ostsee in die Welt wollte, musste hier durch – und dem dänischen König Zoll zahlen. Dänemark wurde reich an seinen Belten und Sunden, und bis heute ist die Seefahrt hier überall spürbar: in den alten Kaufmannshäusern, den Werften, den Fischerhäfen.

In die Kieler Förde
Zum Schluss queren wir die westliche Ostsee nach Süden. Am Horizont erscheint die deutsche Küste, dann das Marine-Ehrenmal von Laboe und der Leuchtturm Friedrichsort an der Engstelle der Förde. Wir laufen ein in die Kieler Förde – eine der berühmtesten Segeladressen der Welt, Heimat der Kieler Woche und Tor zum Nord-Ostsee-Kanal. Kiel ist eine Stadt, die mit dem Wasser lebt: Werften, Fähren, Segelboote, wohin man schaut. Ein passender Ort, um eine Woche zwischen Belten und Sunden ausklingen zu lassen.

„Belte und Sunde” – der Titel
Belte und Sunde – so nennen Segler seit jeher die Wasserstraßen zwischen Dänemark, Schweden und Deutschland. Der Titel steht für das, was diesen Törn ausmacht: nicht das weite, leere Meer, sondern ein Revier voller Durchfahrten, Engstellen und Inseln, in dem jede Wache eine neue Küste zeigt. Ein Törn für alle, die Navigation lieben und Landschaft vom Wasser aus erleben wollen.

Sailtraining zwischen Kattegat und Ostsee
Auf diesem Törn bist du Teil der Crew: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Wachen bei Tag und Nacht. Das Revier bietet die ganze Bandbreite – offene See im Kattegat, enge Fahrwasser zwischen den Inseln, Brücken, Strömungen und eine der verkehrsreichsten Förden Europas. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist nicht nötig; wichtig sind Neugier, Teamgeist und Lust, mit anzupacken.

Was dich erwartet
Eine Woche zwischen Schweden, Dänemark und Deutschland. Die Göteborger Schären im Morgenlicht. Eine Nacht auf dem Kattegat. Belte und Sunde, Brücken über den Masten, Inseln wie aus dem Bilderbuch. Und am Ende die Einfahrt in die Kieler Förde – Heimkehr in eines der großen Segelreviere der Welt.

Komm an Bord. Segel durch Belte und Sunde. Komm an in Kiel.

Sonntag, 05.09 – Samstag, 11. 09.2027

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Auslaufen durch die Göteborger Schären
Vorbei an der Festung Nya Älvsborg laufen wir hinaus in den Schärengarten aus glattem Granit und roten Bootshäusern. Ganz draußen grüßt der Leuchtturm von Vinga, wo Evert Taube als Sohn des Leuchtturmwärters aufwuchs.

Nachtwache auf dem Kattegat
Lange Septembernächte, klarer Sternenhimmel und die Lichter der Leuchttürme von beiden Ufern. Hier wird aus einzelnen Menschen eine Crew.

Durch den Kleinen Belt
Eine schmale, strömungsreiche Rinne zwischen Jütland und Fünen, überspannt von zwei Brücken hoch über unseren Masten. Mit etwas Glück zeigen sich Schweinswale.

Das Südfünische Inselmeer
Die „Dänische Südsee”: kleine Inseln, enge Sunde und bunte Hafenorte wie Ærøskøbing. Ein Revier, in dem man gar nicht schnell vorankommen will.

Einlaufen in die Kieler Förde
Vorbei am Marine-Ehrenmal Laboe und dem Leuchtturm Friedrichsort laufen wir ein in eines der berühmtesten Segelreviere der Welt. Kiel, Heimat der Kieler Woche, ist ein Hafen, in dem sich alles ums Segeln dreht.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Anreise nach Malmö

Anreise nach Göteborg: Am elegantesten mit der Stena-Line-Fähre ab Kiel – am Wochenende um 17:45 Uhr ab Kiel, Ankunft nach rund 14 Stunden am Sonntagvormittag in Göteborg. Alternativ per Zug über Kopenhagen (Öresundståg direkt bis Göteborg, ca. 3,5 Std.). Wer vom Vortörn kommt, bleibt einfach an Bord.

Abreise ab Kiel: Kiel Hbf liegt direkt an der Förde, nur wenige Gehminuten vom Hafen. Von dort fahren Regional- und Fernzüge nach Hamburg (gut eine Stunde) mit Anschluss in ganz Deutschland.