Törn 976 – Malmö – Götheborg

Lilla Torg und Großer Belt – Von Malmö nach Göteborg
Sonntag, 29. August – Samstag, 4. September 2027

Eine Woche rund um die dänischen Inseln, von der Südspitze Schwedens bis an seine Westküste. Wir nehmen nicht den kurzen Weg nach Norden, sondern den schönen: durch die Ostsee, vorbei an weißen Kreideklippen, unter einer der größten Brücken Europas hindurch und durch den Großen Belt hinauf ins Kattegat. Am Ende wartet Göteborg mit seinen Schären.

Es gibt Strecken, die man fährt, weil sie kurz sind. Und es gibt Strecken, die man segelt, weil sie etwas erzählen. Dieser Törn gehört zur zweiten Sorte. Er beginnt auf einem kleinen Platz in Malmö und führt durch eine der großen Meerengen Nordeuropas – über Wasser, auf dem Könige Zoll erhoben, Armeen marschierten und Kauffahrer seit Jahrhunderten ihren Weg zwischen Ostsee und Nordsee suchten.

Aufbruch in Malmö
Bevor wir ablegen, lohnt ein letzter Gang zum Lilla Torg, dem „kleinen Markt” mitten in der Altstadt. Im 16. Jahrhundert angelegt, umgeben von Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster, ist er heute das Wohnzimmer der Stadt: Cafés, Stimmengewirr, Sommerabende im Freien. Ein Ort, der zeigt, dass Malmö trotz Turning Torso und neuer Hafenviertel eine alte Handelsstadt geblieben ist – eine Stadt, die vom Wasser lebte, lange bevor eine Brücke sie mit Kopenhagen verband.

Dann legen wir ab, segeln unter der Öresundbrücke hindurch nach Süden und lassen Schweden für einige Tage hinter uns.

Die Kreideküsten Dänemarks
Entlang der Ostküste Seelands begegnen uns alte Bekannte – zumindest für alle, die von Rügen kommen. Die Steilküste von Stevns Klint gehört zum UNESCO-Welterbe: In ihren Schichten ist der Moment festgehalten, an dem vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier verschwanden. Weiter südlich ragen die Klippen von Møns Klint bis über hundert Meter aus dem Meer, weiß und grün wie ihre Schwestern auf Jasmund. Wer genau hinsieht, erkennt: Rügen, Møn und Stevns sind aus demselben Stoff gemacht.

In den Großen Belt
Südlich der dänischen Inseln wenden wir nach Westen und dann nach Norden – hinein in den Großen Belt, die breiteste der drei Meerengen zwischen Ostsee und Kattegat. Über Jahrhunderte war er eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, und wer hier durchwollte, musste dem dänischen König Zoll zahlen. Im Winter 1658 schrieb der Belt Geschichte, als eine schwedische Armee über das zugefrorene Meer marschierte und Dänemark zum Frieden von Roskilde zwang – dem Frieden, durch den Schonen und Malmö schwedisch wurden. So hängen Anfang und Mitte dieses Törns zusammen.

Höhepunkt der Durchfahrt ist die Storebæltsbro: Mehr als achtzehn Kilometer spannt sich die Brückenverbindung zwischen Seeland und Fünen, ihre Hängebrücke gehört zu den größten der Welt. Unter ihr hindurchzusegeln, die Pylone hoch über den Masten, ist ein Moment, der lange bleibt.

Durch das Kattegat
Nördlich des Belts öffnet sich das Kattegat, das Meer zwischen Dänemark und Schweden. Flach, oft kabbelig, manchmal überraschend rau – ein Revier, das Aufmerksamkeit verlangt. Hier wird noch einmal richtig gesegelt: Wachen bei Tag und Nacht, Navigation zwischen Sandbänken und Fahrwassern, Ausguck im Verkehr zwischen Ostsee und Nordsee. Anfang September sind die Nächte schon lang und dunkel, der Sternenhimmel kehrt zurück.

Einfahrt nach Göteborg
Am letzten Tag tauchen die Schären vor der schwedischen Westküste auf: glatt geschliffener Granit, rote Seezeichen, kleine Holzhäuser zwischen den Felsen. Wir laufen durch den Schärengarten ein, vorbei an der Festung Nya Älvsborg, die seit dem 17. Jahrhundert die Einfahrt bewacht, und den Göta älv hinauf bis mitten in die Stadt. Göteborg ist Schwedens Tor zur Welt – gegründet von Gustav II. Adolf, von holländischen Baumeistern mit Kanälen durchzogen, Heimathafen der Ostindienfahrer. Eine Hafenstadt durch und durch, und ein würdiger Endpunkt für eine Woche Seefahrt.

„Lilla Torg und Großer Belt” – der Titel
Der Titel spielt mit den Gegensätzen dieses Törns: ein kleiner Platz und eine große Meerenge. Lilla Torg steht für den Aufbruch, für Stadt, Geschichte und Gemeinschaft. Der Große Belt steht für das, was dazwischen liegt: weites Wasser, große Brücken und eine Strecke, auf der europäische Geschichte geschrieben wurde. Klein und groß, Land und Meer – zusammen ergeben sie eine Woche, die mehr enthält, als die Seekarte vermuten lässt.

Messe, Gedeckt, Frühstück

Sailtraining zwischen Ostsee und Kattegat
Auf diesem Törn bist du Teil der Crew: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Wachen bei Tag und Nacht. Die Route bietet von allem etwas – Küstensegeln, enge Fahrwasser unter Brücken, offene See im Kattegat und die Ansteuerung durch einen Schärengarten. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist nicht nötig; wichtig sind Neugier, Teamgeist und Lust, mit anzupacken.

Was dich erwartet
Eine Woche Segeln rund um die dänischen Inseln. Ein Abend auf dem Lilla Torg. Kreideklippen, in denen das Ende der Dinosaurier steht. Zwei der großen Brücken Europas über dir. Der Große Belt, wo einst eine Armee übers Eis marschierte. Das Kattegat bei Tag und Nacht. Und am Ende die Einfahrt durch die Schären nach Göteborg.

Komm an Bord. Segel durch den Belt. Komm an in Göteborg. an Bord. Segel über die Ostsee. Komm an in Schonen.

Sonntag 29.08.2027 – Samstag 04.09.2027

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Lilla Torg in Malmö – der kleine Markt in der Altstadt aus dem 16. Jahrhundert, mit Fachwerkhäusern, Kopfsteinpflaster und Cafés. Der richtige Ort für den Abend vor dem Ablegen.

Die Kreideküsten Dänemarks – Stevns Klint (UNESCO-Welterbe, in dessen Schichten das Ende der Dinosaurier festgehalten ist) und die über hundert Meter hohen Klippen von Møns Klint, Geschwister der Kreidefelsen auf Rügen.

Unter der Storebæltsbro hindurch – die Brückenverbindung zwischen Seeland und Fünen mit einer der größten Hängebrücken der Welt, mitten im Großen Belt, über den 1658 eine schwedische Armee übers Eis marschierte.

Das Kattegat – offene See zwischen Dänemark und Schweden, Wachen bei Tag und Nacht, Anfang September mit langen, dunklen Nächten und Sternenhimmel.

Einfahrt durch die Göteborger Schären – glatter Granit, rote Holzhäuser, vorbei an der Festung Nya Älvsborg und den Göta älv hinauf mitten in die Stadt.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Anreise nach Malmö

  • Direktzug ab Hamburg: Seit 2026 fährt täglich ein Snälltåget-Tageszug ohne Umstieg über Kopenhagen nach Malmö. Er startet um 9:51 Uhr in Hamburg und erreicht Malmö C um 15:35 Uhr. Tickets nach Malmö gibt es ab etwa 30 Euro. Für eine Einschiffung am Sonntag ist das gut machbar.
  • Mit Umstieg in Kopenhagen: Direkte IC-Züge fahren von Hamburg nach Kopenhagen in etwa 4 Stunden 40 Minuten. Von dort fährt der Öresundståg in etwa 40 Minuten nach Malmö, mehrmals pro Stunde und ohne Reservierung. Wichtig: Öresundståg verkauft keine Tickets im Zug, also vorher kaufen.
  • Per Flug: Der Öresundståg hält am Flughafen Kopenhagen (Kastrup) – von dort ist man noch schneller in Malmö.
  • Vom vorherigen Törn: Wer schon auf „Jasmund bis Schonen” dabei war, bleibt einfach an Bord.

Abreise ab Göteborg

  • Mit der Fähre nach Kiel: Die bequemste Option für alle aus Norddeutschland. Stena Line fährt täglich von Göteborg nach Kiel, Abfahrt um 17:45 Uhr. Die Überfahrt dauert rund 14 Stunden, Ankunft also am nächsten Vormittag in Kiel. Bei Ankunft in Göteborg am Samstag passt das zeitlich sehr gut – man hat noch einige Stunden in der Stadt. Das Terminal liegt nahe der Innenstadt.
  • Mit dem Zug: Der Öresundståg fährt ohne Umstieg von Göteborg Central bis Kopenhagen, in rund 3 Stunden 33 Minuten. In Malmö kann man in den Snälltåget-Tageszug umsteigen, der um 15:41 Uhr abfährt und um 21:57 Uhr in Hamburg ankommt. Für den Anschluss sollte man Göteborg spätestens am späten Vormittag verlassen.
  • Per Flug: Göteborg-Landvetter hat Direktflüge nach Deutschland.