Törn 953 -Gran Canaria – Madeira

Längs Ilhas Selvagens – Vom Kanaren-Archipel zu den wilden Inseln des Atlantiks

Donnerstag, 25. Februar – Freitag, 5. März 2027 

Ermäßigt: 885 € | Erwachsene: 1285 €

Neun Tage entlang eines der letzten wirklich unberührten Fleckchen im europäischen Atlantik. Von Las Palmas nach Norden zurück ins Madeira-Archipel, mit Kurs an den geheimnisumwitterten Ilhas Selvagens vorbei – Inseln, die kaum jemand kennt und noch weniger je zu sehen bekommen.

Es gibt Reviere, die man auf keiner Reiseroute findet und in keinem Reiseführer beschrieben stehen. Die Ilhas Selvagens– die wilden Inseln – gehören zu dieser Kategorie. Sie liegen mitten im Atlantik, ungefähr auf halbem Weg zwischen Madeira und den Kanaren. Unbewohnt, abgelegen, streng geschützt. Für die allermeisten Segler:innen sind sie nichts als ein Punkt auf der Seekarte. Für die wenigen, die sie zu Gesicht bekommen, sind sie unvergesslich.

Frauentörn 08/2021, Annika, Klara Marquardt

Aufbruch aus Las Palmas

Wir verlassen den lebendigen Hafen von Las Palmas de Gran Canaria und nehmen Kurs nach Norden. Es ist die umgekehrte Richtung zur klassischen Passat-Route – wir segeln gegen den vorherrschenden Nordost-Wind und lernen dabei ein anderes Gesicht des Atlantiks kennen: kreuzen, wenden, den Wind lesen, die richtige Windschräge finden. Kein ruhiger Passat-Downwind-Ritt, sondern echte, forderende Seemannschaft in einem Revier, das Aufmerksamkeit belohnt.

Mit jeder Meile lassen wir die belebten Kanaren-Küstenrouten hinter uns. Das Meer wird stiller, leerer, weiter. Vor uns liegt ein Stück Ozean, in dem Woche für Woche nur eine Handvoll Schiffe unterwegs sind.

Kurs auf die Selvagens

Nach etwa zwei Tagesreisen erreichen wir die Ilhas Selvagens. Sie bestehen aus zwei Hauptinseln – Selvagem Grandeund Selvagem Pequena – sowie einigen kleineren Felsen. Beide sind winzig: Selvagem Grande, die größere, misst gerade einmal drei Kilometer im Durchmesser. Beide sind unbewohnt. Beide sind Teil eines der ältesten und strengsten Naturschutzgebiete Portugals – bereits 1971 wurden sie geschützt, lange bevor Naturschutz in Europa selbstverständlich war.

Selvagem Grande ist geologisch alt, ein flacher Vulkan mit Kraterrand und einer erstaunlich fruchtbaren Fläche im Vergleich zur Umgebung. Selvagem Pequena ist deutlich niedriger, karger, felsiger – und beheimatet trotzdem eine der bedeutendsten Kolonien von Seevögeln des Atlantiks.

Ein Vogelparadies mitten im Ozean

Was die Selvagens so besonders macht, sind ihre Bewohner in der Luft. Hier brüten hunderttausende SturmtaucherSturmvögelKanarenschmätzer und der äußerst seltene Madeirasturmvogel, eine der bedrohtesten Seevogelarten der Welt. Die Inseln sind der wichtigste Nistplatz der Atlantik-Sturmtaucher weltweit – nirgendwo sonst brüten so viele dieser eleganten Vögel wie hier.

Ein Segelschiff, das die Selvagens in Sichtweite passiert, wird oft von riesigen Vogelscharen begleitet. Sie umkreisen das Schiff, tauchen elegant zwischen den Wellen, streichen dicht über die Masten. Ein Anblick, den kein Zoo, kein Nationalpark und keine Fernsehsendung ersetzen kann.

Ankern und Anlanden – nur mit Genehmigung

Die Selvagens dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der portugiesischen Naturschutzbehörde ICNF und in Anwesenheit der stationierten Ranger:innen betreten werden. Selbst das Ankern in bestimmten Bereichen ist reglementiert. Wir planen den Törn so, dass wir in respektvollem Abstand vorbeisegeln – ein Segeln in Sichtweite ist ohne besondere Erlaubnis möglich und schon ein außergewöhnliches Erlebnis. Ob ein Ankerlieger möglich wird, hängt von Wetter, Genehmigungen und Absprachen ab. Wir teilen es rechtzeitig mit.

Weiter nach Norden

Nach dem Vorbeisegeln an den Selvagens nehmen wir Kurs weiter Richtung Porto Santo im Madeira-Archipel. Rund 200 Seemeilen liegen noch vor uns. Der Wind bleibt herausfordernd, das Wetter im späten Februar oft freundlich, mit Sonne und tiefblauem Wasser.

Wenn die goldenen Sandstrände von Porto Santo am Horizont auftauchen, hast du eine Passage hinter dir, die in Ruhe und Weite kaum zu übertreffen ist. Ein Anlaufhafen wie aus dem Sehnsuchtsbuch: ruhig, ehrlich, überschaubar – und mit einem der schönsten Atlantikstrände Europas als Belohnung.

„Längs Ilhas Selvagens” – warum der Titel?

„Längs” ist der klassische seemännische Ausdruck für „an etwas entlang” – der Törn führt uns längs der Selvagens, also an ihnen vorbei, in Sichtweite, aber ohne dass sie unser Endziel wären. Ein bescheidener Titel für eine Passage, deren eigentliche Attraktion nicht der Zielhafen ist, sondern das, was zwischen Abfahrt und Ankunft liegt: der Weg selbst. Und in diesem Fall ist der Weg ein Stück Atlantik, das viele Seeleute ihr Leben lang nicht zu Gesicht bekommen.

Sailtraining gegen den Wind

Diese Passage segeln wir hauptsächlich am Wind – anders als auf der Route zwischen Portugal und den Kanaren gen Süden. Das heißt: Krängen, kreuzen, die Segelstellung immer wieder feinjustieren, gute Wachroutine, konzentriertes Steuern. Für alle, die schon Meilen unter dem Kiel haben, ist das eine wunderbare Gelegenheit, die eigene Seemannschaft zu vertiefen. Und für alle, die neu dabei sind, ist es eine ehrliche Einführung in das, was Segeln unter realen Bedingungen bedeutet. Wir segeln im Drei-Wach-System, mit einer erfahrenen Stammcrew an Bord, die dir alles beibringt, was du brauchst. Vorerfahrung ist willkommen, aber kein Muss.

Was dich erwartet

Neun Tage in einem Revier, das kaum jemand kennt. Eine echte Blauwasserpassage von Süd nach Nord. Die Selvagens am Horizont – vielleicht sogar in näherer Sichtweite. Sturmtaucher und Sturmvögel als tagelange Begleiter. Kreuzen am Wind, sternenklare Nachtwachen und das besondere Gefühl, ein Stück Atlantik zu segeln, das für die meisten ein weißer Fleck auf der Karte bleibt.

Komm an Bord. Segel längs der wilden Inseln. Entdecke, was die meisten Karten verschweigen.

GranCanariaPorto Santo/ Madera

Do 25. Feb 2027 – Fr 05. März 2027
Erm.: 885 € | Erw.: 1285 €

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Längs der Ilhas Selvagens – Segeln durch weißen Karten-Fleck Ein Stück Atlantik, das kaum jemand zu Gesicht bekommt. Die winzigen, unbewohnten Inseln gehören zu den strengsten Naturschutzgebieten Europas – ein Anblick, den man ein Leben lang mitnimmt.

Ein Vogelparadies auf hoher See Hunderttausende Sturmtaucher, Sturmvögel und der äußerst seltene Madeirasturmvogel brüten hier. Ein Segelschiff in Sichtweite der Selvagens wird oft von riesigen Vogelscharen umschwärmt – ein Naturerlebnis fernab jeder Kulisse.

Am Wind statt Downwind – Blauwassersegeln mit Anspruch Anders als die klassische Passat-Route bietet dieser Törn echtes Am-Wind-Segeln: kreuzen, wenden, Windschräge lesen. Fordernd, lohnend und die beste Schule für alle, die ihre Seemannschaft vertiefen wollen.

Von Vulkaninsel zu Goldstrand Aufbruch aus dem lebendigen Las Palmas mit seiner mächtigen Vulkankulisse, Ankunft am neun Kilometer langen Sandstrand von Porto Santo. Zwei sehr unterschiedliche Atlantikhäfen als Anfang und Ende einer besonderen Reise.

Sternenklare Nachtwachen im leeren Meer Zwischen den Kanaren und den Selvagens liegt eines der ruhigsten Reviere des europäischen Atlantiks. Kaum Schiffsverkehr, keine Lichtverschmutzung – die Nächte hier zählen zu den eindrücklichsten Erlebnissen dieses Törns.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Anreise nach Las Palmas de Gran Canaria

Las Palmas ist in der Wintersaison eines der bestangebundenen Reiseziele Europas – eine unkomplizierte, meist direkte Anreise.

Mit dem Flugzeug: Der Aeropuerto de Gran Canaria (LPA) liegt rund 25 Kilometer südlich von Las Palmas.

  • Direktflüge aus Deutschland: Verbindungen aus Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart, Köln, Hannover und vielen weiteren Städten – mit TUI Fly, Condor, Eurowings, Lufthansa und Ryanair. Im Februar besonders zahlreich, da die Kanaren zu den beliebtesten Winterzielen gehören.
  • Über Madrid oder Barcelona: Zusätzliche Verbindungen mit Iberia und Vueling.

Vom Flughafen zum Hafen sind es etwa 30 bis 45 Minuten mit dem Bus (GuaGuas Global, Linie 60) oder dem Taxi.

Unser Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast, komm ein bis zwei Tage früher an. Las Palmas hat eine der schönsten Stadtstrandpromenaden Europas (Playa de Las Canteras), eine charmante Altstadt (Vegueta), Kolumbus-Geschichte in der Casa de Colón und eine erfrischend ehrliche Café-Kultur. Ein guter Ort, um sich atmosphärisch auf den Törn einzustimmen.

Abreise aus Porto Santo (Madeira-Archipel)

Porto Santo ist klein, aber gut erreichbar – ein bisschen Umstieg gehört zur Rückreise, dafür ist der Ausklang umso ruhiger.

Mit dem Flugzeug: Der Aeroporto de Porto Santo (PXO) hat zwei Hauptverbindungen:

  • Über Madeira (Funchal, FNC): Die schnellste Variante. Mit einem 15-minütigen Kurzflug nach Funchal, von dort mit TUI Fly, Condor, Eurowings oder Lufthansa direkt in alle größeren deutschen Städte (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart, Köln, Hannover).
  • Über Lissabon: TAP bietet mehrmals pro Woche Direktflüge Porto Santo–Lissabon, mit Anschluss zurück nach Deutschland.

Mit der Fähre (die schönste Variante): Die Lobo Marinho verbindet Porto Santo und Funchal in rund 2,5 Stunden. Wer ab Funchal fliegen möchte, kann so entspannt und mit letztem Blick auf den Atlantik übersetzen.

Unser Tipp: Hänge ein paar Tage Porto Santo oder Madeira dran. Nach der Passage vom Süden ist es ein besonderes Gefühl, in Ruhe an Land anzukommen und die Reise langsam ausklingen zu lassen.

Auf Porto Santo:

  • Der neun Kilometer lange goldene Strand – im Winter fast menschenleer.
  • Das kleine Kolumbus-Museum im ehemaligen Wohnhaus des Seefahrers.
  • Eine Wanderung auf den Pico do Facho mit Blick zurück zum Atlantik.
  • Die Thermalquellen am Strand von Ribeiro Salgado – ein warmes, sanftes Ende einer forderungsreichen Passage.

Auf Madeira (falls per Fähre gewechselt):

  • Levada-Wanderungen durch Lorbeerwälder und Wasserfälle.
  • Cabo Girão – eine der höchsten Steilküsten Europas.
  • Funchal mit Mercado dos Lavradores und Madeira-Wein-Verkostung.

Praktische Hinweise

Wetter Ende Februar / Anfang März: Auf den Kanaren angenehm mild, auf der Passage nach Norden wird es tagsüber etwas kühler, nachts frischer. Rechne mit Tagestemperaturen um 18 bis 20 Grad und Wassertemperaturen um 18 Grad. Gute Regenkleidung und warme Wachkleidung gehören unbedingt ins Gepäck – am Wind wird es an Deck feuchter als downwind.

Sprachen: Englisch reicht in beiden Häfen. Spanisch (Las Palmas) und Portugiesisch (Porto Santo/Madeira) helfen zusätzlich.

Währung: Beide Häfen verwenden Euro – der Ländertausch innerhalb des Törns ist logistisch unkompliziert.

Eine Reise, die zeigt, wie viel Weite es noch gibt zwischen den bekannten Namen auf der Atlantikkarte. Und wie viel Ruhe man in einem Revier findet, das kaum jemand kennt.