Biscaya & Aremorica – Von Galicien in die Normandie
Mittwoch, 17. März – Sonntag, 28. März 2027
Ermäßigt: 1090 € | Erwachsene: 1500 €
Zwölf Tage von der grünen atlantischen Ecke Spaniens bis an die windumtoste Küste der Normandie. Eine echte Blauwasserpassage über eines der berüchtigtsten Seegebiete Europas, gefolgt von einer Fahrt entlang der bretonischen Küste – dem alten Aremorica, dem Land vor dem Meer.
Manche Törns sind gemütlich. Dieser ist ehrlich. Er verlangt einer Crew alles ab, was Segeln auf hoher See ausmacht: gute Seemannschaft, echte Wachroutine, Respekt vor dem Meer. Dafür schenkt er etwas, das man auf keiner anderen Route so bekommt: das Gefühl, wirklich gesegelt zu sein, von der iberischen Halbinsel bis nach Nordfrankreich, mitten durch die Biskaya und den keltischen Rand Europas.

Aufbruch aus Vigo
Wir verlassen die geschützte Ría de Vigo und nehmen Kurs nach Norden. Die grünen Küsten Galiciens bleiben zunächst noch backbord in Sichtweite, dann fällt der Blick auf eines der berühmtesten Kaps Europas.
Kap Finisterre – das Ende der Welt
Wenige Stunden nördlich von Vigo passieren wir das Kap Finisterre – Finis Terrae, das Ende der Erde. Für die Römer war dies der westlichste Punkt der bekannten Welt, für die Pilger auf dem Jakobsweg ist es bis heute der symbolische Endpunkt. Ein wildes, dramatisches Kap mit schwerem Ruf und langem Erbe. Wir runden es unter Segeln – ein Moment, der auf Törns wie diesem selten unbewegt bleibt.
In die Biskaya
Hinter Finisterre öffnet sich vor uns eines der berühmtesten Seegebiete der Welt: die Biskaya. Über Jahrhunderte war sie das Bewährungsfeld der großen Seefahrer – berüchtigt für ihre kurze, steile Welle, ihre kräftigen Tiefdrucksysteme und das schnelle Wechselspiel von Sonne und Sturm. Auch im März zeigt sie sich oft von ihrer robusteren Seite: Der Winter ist noch nicht ganz vorbei, das Frühjahr noch nicht angekommen.
Doch die Biskaya ist mehr als ihr Ruf. Sie kann tagelang friedlich und freundlich sein, mit langen Atlantikdünungen und Begegnungen, die man nicht vergisst: Delfinschulen am Bug, Wale am Horizont, Schwärme von Seevögeln, die das Schiff kilometerweit begleiten. Die Biskaya gehört zu den artenreichsten Meeresgebieten Europas – und für viele, die sie einmal gesegelt haben, ist sie ein Revier, das sie ihr Leben lang nicht loslässt.

Landfall an der Spitze der Bretagne
Nach mehreren Tagen offener See erscheint am Horizont die felsige Küste der Bretagne. Ihre Nordwestecke ist eines der spannendsten Segelreviere Europas: Ouessant (Ushant), die westlichste bewohnte Insel Frankreichs, umgeben von starken Gezeitenströmen, dichtem Verkehr und einem Wetter, das seinen eigenen Kopf hat. Wir passieren die Spitze der Bretagne mit besonderer Aufmerksamkeit und Respekt – hier zeigt sich Seemannschaft in ihrer reinsten Form.
Entlang der Küste von Aremorica
Aremorica ist der alte keltische und römische Name für die Region, die heute Bretagne heißt. Das gallische are-moribedeutet wörtlich vor dem Meer – ein Land also, das seine Identität aus dem Ozean zieht. Von den Kelten der Antike bis zu den Fischerhäfen von heute lebt die Bretagne mit dem Atlantik, respektiert ihn, hat manchmal Angst vor ihm, immer aber eine tiefe Verbindung.
Wir segeln nordostwärts entlang der bretonischen Küste, mit ihrem markanten Wechsel aus zerklüfteten Klippen, granitenen Landzungen, kleinen Fischerorten und schmalen Rías. Möglicherweise ankern wir zwischenzeitlich in einer der geschützten Buchten, wenn das Wetter es erlaubt – Bretagne von der Seeseite ist ein eigenes Kapitel Seemannschaft, das sich lohnt.

Ein keltischer Bogen quer durch den Atlantik
Was Galicien und die Bretagne verbindet, ist mehr als nur der Atlantik unter dem Kiel. Beide Regionen gehören zum keltischen Kulturraum Europas – jenem alten Netzwerk aus Sprachen, Sagen, Musik und Meeresmythologie, das von Irland und Schottland über Wales und Cornwall bis nach Galicien und in die Bretagne reicht. Dudelsäcke, keltische Symbole, gemeinsame Wurzeln in der Mythologie: Wer von Vigo nach Aremorica segelt, folgt einer alten kulturellen Linie, die lange bevor es Nationen gab, das nördliche Europa zusammenhielt.
Ankunft in Cherbourg
Unser Zielhafen liegt am östlichen Ende dieser Fahrt: Cherbourg an der Nordspitze der Halbinsel Cotentin in der Normandie. Ein bedeutender Marinehafen mit einer der weltweit größten künstlichen Reeden – geschützt durch gewaltige Wellenbrecher, die schon Napoleon in Auftrag gab. Cherbourg ist ein ehrlicher, wetterfester Hafen mit einer eigenen Geschichte: Auslaufhafen der Titanic auf ihrer Jungfernfahrt, wichtiger Umschlagsplatz im Zweiten Weltkrieg, heute ein charmanter Ort mit maritimer Atmosphäre, guten Fischrestaurants und einem herrlichen Museum für die Titanic und die Auswanderung nach Amerika (La Cité de la Mer, im ehemaligen Bahnhof direkt am Wasser).
Nach zwölf Tagen zwischen Galicien und Normandie ist Cherbourg ein perfekter Ankunftshafen: keine Postkartenkulisse, sondern eine Stadt, die vom Meer lebt und mit ihm rechnet.

„Biscaya & Aremorica” – der Titel
Der Titel steht für die beiden großen Erlebnisse dieses Törns. Biscaya ist das offene Meer, die Herausforderung, das Bewährungsfeld. Aremorica ist die felsige, sagenumwobene Küste am anderen Ufer – das Ankommen, das kulturell dichte Ziel. Zwei Namen, die zusammen den Charakter dieser Reise beschreiben: rauer Atlantik und keltischer Rand Europas.
Sailtraining auf der Langstrecke
Auf diesem Törn segeln wir durchgehend, im klassischen Drei-Wach-System. Du bist Teil der Crew – mit allem, was dazugehört: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Nachtwachen unter dem klaren Atlantikhimmel und Wachübergaben, die zur Routine werden. Die Biskaya-Passage im März verlangt Respekt, Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft – und schenkt dir dafür eine seemännische Erfahrung, die dich prägt. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist besonders auf dieser Route sehr willkommen; wichtig sind die Bereitschaft, dich auf eine forderungsreiche Passage einzulassen, Belastbarkeit und eine gute Portion Neugier.
Was dich erwartet
Zwölf Tage echte Hochseesegelei zwischen zwei keltisch geprägten Küsten. Ein Kap, an dem die alte Welt endete. Ein Meer mit Ruf. Delfine, Wale, Sturmvögel. Die granitene Wildheit der Bretagne. Und am Ende ein französischer Marinehafen mit langer Geschichte, in dem sich der Ausklang eines solchen Törns in Ruhe genießen lässt – mit einem Glas Cidre und einem Blick auf die Reede, über die man gerade gekommen ist.
Komm an Bord. Kreuz durch die Biskaya. Komm an in Aremorica.
Vigo – Cherbourg
Mittwoch, 17. März – Sonntag, 28. März 2027
Ermäßigt: 1090 € | Erwachsene: 1500 €
Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.
Highlights
Die Biskaya unter Segeln Eines der berühmtesten und respekteinflößendsten Seegebiete der Welt. Wer die Biskaya einmal auf einem klassischen Großsegler gekreuzt hat, hat ein Stück echter Hochseesegelei in den Knochen – und Geschichten, die bleiben.
Kap Finisterre – das Ende der alten Welt Der westlichste Punkt Spaniens, das Finis Terrae der Römer, der symbolische Endpunkt des Jakobswegs. Wir runden ihn unter Segeln, mit Blick auf den alten Leuchtturm und die zerklüftete Klippenküste Galiciens.
Der keltische Bogen von Galicien nach Aremorica Zwei Regionen, ein kulturelles Erbe: Dudelsäcke, Sagen, Meeresmythologie und ein tiefer Bezug zum Atlantik verbinden Galicien und die Bretagne. Auf diesem Törn segelst du eine alte kulturelle Linie Europas nach.
Die wilde Nordwestecke der Bretagne Ouessant, starke Gezeitenströme, dichter Verkehr und Wetter, das seinen eigenen Kopf hat – die Spitze der Bretagne ist eines der spannendsten Segelreviere Europas und ein Klassiker traditioneller Seemannschaft.
Ankunft in Cherbourg – Marinehafen mit langer Geschichte Von Napoleons Wellenbrechern über die Titanic bis zur Cité de la Mer: Cherbourg ist ein ehrlicher, wetterfester Hafen mit Charakter. Ein passendes Ziel für eine Reise, auf der es um echtes Segeln geht.
Bordalltag
Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.
**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen**
Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:
– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr
– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr
– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr
In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See**
An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.
An- und Abreise
Anreise nach Vigo (Galicien, Spanien)
Vigo ist von Deutschland aus gut erreichbar – wenn auch nicht ganz so direkt wie manche Sonnenziele.
Mit dem Flugzeug: Der Aeropuerto de Vigo-Peinador (VGO) liegt nur rund 10 Kilometer östlich der Stadt.
- Direktflüge: Saisonal aus München und Frankfurt.
- Über Madrid oder Barcelona: Ganzjährig mit Iberia oder Vueling, Anschluss aus allen deutschen Großstädten.
- Über Porto (Portugal): Der Flughafen Porto liegt rund 150 Kilometer südlich von Vigo und ist mit Bus (ALSA, FlixBus, etwa 2,5 Stunden) direkt erreichbar. Oft günstig und praktisch, da Porto aus vielen deutschen Städten mehrmals täglich angeflogen wird.
Mit dem Zug: Über das spanische Schnellzugnetz (Renfe AVE) erreichst du Vigo in rund 4 bis 5 Stunden ab Madrid – eine schöne, entschleunigte Anreise.
Mit dem Bus: FlixBus und ALSA verbinden Vigo mit Porto, Madrid und dem europäischen Fernbusnetz.
Unser Tipp für die Anreise: Plane einen Tag früher ein. Vigo hat einen ehrlichen, lebendigen Hafencharakter, und ein Abend in einer Marisquería mit Pulpo und Albariño ist ein wunderbarer Einstieg in die Reise.
Abreise aus Cherbourg (Normandie, Frankreich)
Cherbourg ist zwar kein internationaler Verkehrsknoten wie Paris, aber gut erreichbar – ein bisschen Umstieg gehört zur Rückreise, dafür ist die Ankunftsregion umso spannender.
Mit dem Zug: Die eleganteste und einfachste Option. Von Cherbourg fährt der TGV bzw. Intercité direkt nach Paris (Gare Saint-Lazare) – Fahrtzeit rund 3 Stunden. Von Paris geht es mit ICE, TGV oder Nachtzug bequem zurück nach Deutschland (Direktverbindungen nach Frankfurt, Stuttgart, München und über andere Verbindungen praktisch überall hin).
Mit dem Flugzeug: Cherbourg selbst hat einen sehr kleinen Regionalflughafen (CER) mit nur wenigen innerfranzösischen Verbindungen. Die praktikablen Optionen für die Rückreise sind:
- Paris (CDG / Orly): Per Zug bequem in 3 Stunden erreichbar, dann Flug in alle deutschen Großstädte.
- Rennes oder Nantes: Beide etwa 3 Stunden mit dem Zug entfernt, mit Verbindungen nach Frankfurt, München und weiteren Städten.
Mit der Fähre (die maritime Variante): Cherbourg ist ein bedeutender Fährhafen mit regelmäßigen Verbindungen nach Portsmouth, Poole oder Rosslare (Irland). Wer noch nicht genug Meer hatte, kann die Rückreise über England einbauen – Portsmouth ist per Fähre in rund 3 bis 5 Stunden erreichbar, von dort weiter mit Bahn oder Flug.
Mit dem Bus: FlixBus bietet Verbindungen ab Cherbourg über Paris ins deutsche Liniennetz. Die günstige, aber längste Variante.
Unser Tipp: Bleib gerne ein bis zwei Tage in der Normandie oder verlängere die Rückreise mit einem Zwischenstopp:
- Cherbourg selbst – La Cité de la Mer (das große Meeresmuseum im ehemaligen Bahnhof), der weitläufige Hafen, ein Spaziergang auf dem Wellenbrecher. Ein Abend in einer Crêperie oder einer Fischbude mit Blick auf die Reede – ein ruhiges Ausklingen der Reise.
- Die Halbinsel Cotentin – wilde Küsten, kleine Fischerorte, weite Strände. Etwas Ruhe nach der Passage.
- Die Landungsstrände der Alliierten (Utah Beach, Omaha Beach etc.) – historisch bewegende Orte, gut ein bis zwei Autostunden entfernt.
- Mont-Saint-Michel – die berühmte Klosterinsel in der Bucht zwischen Normandie und Bretagne, rund zwei Stunden von Cherbourg.
- Paris – ein bis zwei Tage vor dem Rückflug in der Hauptstadt einlegen ist immer eine gute Idee.
Praktische Hinweise
Wetter im März: Auf der Passage rechnest du mit dem vollen Spektrum des atlantischen Frühjahrs. In Galicien noch mild, aber wechselhaft (12 bis 15 Grad). Auf der Biskaya oft frisch und feucht, mit tiefen Nachttemperaturen. In der Bretagne und Normandie kühl und maritim (8 bis 12 Grad). Gute Regenkleidung, warme Wachkleidung, feste Schuhe und mehrere Wechselschichten sind auf diesem Törn wirklich wichtig – lieber eine Schicht zu viel als eine zu wenig.
Seetauglichkeit: Diese Passage stellt höhere Anforderungen als ein Küstentörn. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte sich vorher gut vorbereiten. Erfahrung ist willkommen, aber vor allem zählt die Bereitschaft, sich auf eine echte Hochseereise einzulassen.
Sprachen: Englisch reicht in beiden Häfen. Spanisch bzw. Galego (Vigo) und Französisch (Cherbourg) helfen zusätzlich – ein bonjour und ein merci öffnen in der Normandie manche Tür.
Währung: Beide Häfen verwenden Euro – der Länderwechsel innerhalb des Törns ist logistisch unkompliziert.
Ein Törn, der etwas verlangt – und viel zurückgibt. Am Ende hast du einen der klassischen Blauwasserabschnitte Europas gesegelt und stehst an einem Ort, der Geschichten von Fischern, Kriegen und Weltreisen erzählt.
