Törn 954 – Madeira – Vigo

Atlantische Tiefseeberge: Sagengestalten – Von Porto Santo nach Vigo

Samstag, 6. März – Dienstag, 16. März 2027 

Ermäßigt: 1045 € | Erwachsene: 1485 €

Zehn Tage von der subtropischen Atlantikinsel bis an die grüne Küste Galiciens. Eine Passage über eines der geheimnisvollsten Seegebiete Europas – wo unter dem Kiel Berge liegen, die niemand je gesehen hat, und wo Mythen von versunkenen Reichen bis heute weiterleben.

Wenn man auf einer Seekarte zwischen Madeira und der iberischen Küste den Blick über das tiefe Blau schweifen lässt, sieht man erst mal nichts. Nur Meer. Doch was die Karte im Detail zeigt, ist eine der spektakulärsten Landschaften Europas – nur eben unter Wasser. Riesige Tiefseeberge ragen hier vom Meeresgrund empor, teilweise mehrere Kilometer hoch. Manche reichen fast bis an die Oberfläche, andere bleiben ewig verborgen. Und um sie ranken sich Geschichten, die bis in die Antike reichen. Auf diesem Törn segeln wir mitten über diese verborgene Bergwelt hinweg – begleitet von den Sagengestalten, die dort seit Jahrtausenden zu Hause sind.

Aufbruch von Porto Santo

Wir starten am goldenen Strand von Porto Santo und nehmen Kurs nach Nordosten. Die Insel verschwindet allmählich hinter uns am Horizont, und schon nach kurzer Zeit liegt unter dem Kiel eines der tiefsten Wasser Europas: die Iberische Tiefseeebene und die Madeira-Tore-Ebene. Über 5.000 Meter tief ist das Meer hier stellenweise. Vor uns liegen rund 900 Seemeilen offener Atlantik – eine echte Blauwasserpassage, die uns bis in die grünen Rías Galiciens tragen wird.

Über den Bergen, die niemand sieht

Auf halber Strecke passieren wir eines der geologisch faszinierendsten Gebiete des Nordatlantiks: den Gorringe-Rücken(Banco de Gorringe). Ein gewaltiger Unterwasserberg, dessen Gipfel – die Gettysburg- und Ormonde-Bank – nur etwa 25 bis 40 Meter unter der Wasseroberfläche liegen. Von hier aus fällt das Gebirge bis auf über 5.000 Meter Tiefe ab. Zum Vergleich: Der Gorringe-Rücken ist damit höher als der Mont Blanc. Und niemand sieht ihn.

Über solchen Tiefseebergen sammelt sich Leben. Aufstieg kalter, nährstoffreicher Wasser bringt Plankton nach oben, Plankton lockt Fische an, Fische locken größere Räuber. Wale, Delfine, Thunfische und Seevögel finden sich hier zusammen. Ein Segelschiff, das über den Gorringe-Rücken hinwegfährt, hat eine erhöhte Chance auf besondere Begegnungen – und tut es, ohne dass die Menschen an Bord etwas davon merken würden, wenn sie es nicht wüssten.

Die alte Legende vom versunkenen Reich

Genau in diesem Seegebiet, so vermuten manche, könnte Platons Atlantis gelegen haben. Die Idee ist nicht neu: Der griechische Philosoph beschrieb vor über zweitausend Jahren ein mächtiges Inselreich, das jenseits der Säulen des Herakles – also westlich der Straße von Gibraltar – lag und in einer einzigen Nacht im Meer versank. Moderne Wissenschaftler:innen halten das Ganze meist für Metapher, doch die Vorstellung, über den Ruinen einer versunkenen Zivilisation zu segeln, hat auch heute noch Kraft. Der Gorringe-Rücken wird in einigen Publikationen als möglicher Kandidat für „Atlantis” gehandelt – ganz einfach deshalb, weil er einer der wenigen Orte im Atlantik ist, an denen ein Untergang tatsächlich physisch denkbar wäre.

Für uns an Bord bleibt es Fantasie. Aber wenn wir in einer klaren Nacht über den Gorringe-Rücken segeln, mit Wasser, das kilometertief unter dem Kiel steht, und dem Wissen, dass unter uns Berge stehen, die niemals ein Menschenauge gesehen hat, öffnet sich für einen Moment jener Zwischenraum, in dem Sagen entstehen.

Sagengestalten der Küste – Meerfrauen und Seewesen

Je weiter wir nach Norden segeln, desto näher rücken die alten Küstenmythen. Galicien und der Nordwesten der iberischen Halbinsel sind ein Land der Sagen – ein Land, in dem die Mouras in Höhlen an der Küste leben, in dem Meerjungfrauen die Fischer:innen warnen und in dem der Wind selbst eine Stimme hat. Die keltisch geprägten Kulturen dieses Raums haben eine dichte, atmosphärische Mythologie hinterlassen, die bis heute lebendig ist. Wenn wir schließlich in die Rías Galiciens einlaufen, verlassen wir das offene Meer und tauchen ein in ein Land, in dem der Nebel manchmal so dicht ist, dass man versteht, wie Sagen überhaupt entstehen konnten.

Ankunft in Vigo

Vigo liegt am tiefen Einschnitt der Ría de Vigo, einer der schönsten Meeresbuchten Galiciens. Die Stadt ist Spaniens wichtigster Fischerei- und Handelshafen an der Atlantikküste – lebendig, ehrlich, mit einer Tradition, die eng mit dem Meer verbunden ist. In den Bars der Altstadt gibt es frische Pulpo á feira, gegrillten Fisch und das kühle, säurige Weiß des Albariño aus den Reben oberhalb der Bucht. Ein Ankunftshafen, in dem man den Törn schön ausklingen lassen kann.

„Atlantische Tiefseeberge: Sagengestalten” – der Titel

Dieser Titel ist eine kleine Hommage an das, was diese Passage besonders macht: das Zusammenspiel aus realer, verborgener Geologie – jenen unglaublichen Tiefseebergen, die kaum jemand kennt – und den Mythen, die sich seit Jahrtausenden um diesen Teil des Atlantiks ranken. Atlantis, Meerjungfrauen, versunkene Städte, das Ende der Welt: All das lebt in einem Meer, das oberflächlich betrachtet einfach nur blau und leer wirkt. Wer aber weiß, was sich darunter befindet und was Menschen sich seit jeher darüber erzählt haben, segelt eine andere Reise.

Sailtraining auf der Langstrecke

Auf diesem Törn segeln wir durchgehend im klassischen Drei-Wach-System. Du bist Teil der Crew – mit allem, was dazugehört: Segel setzen und bergen, Ruder gehen, Ausguck, Navigation, Nachtwachen unter dem klaren Atlantikhimmel. Die Passage von Süd nach Nord im März ist wetterlich variabel: mal noch Passat-Einflüsse, mal schon frisches Frühjahrswetter aus Westen. Ein Törn für alle, die echte Blauwassererfahrung sammeln oder vertiefen möchten. Eine erfahrene Stammcrew bringt dir alles bei, was du brauchst. Vorerfahrung ist hilfreich, aber kein Muss – Neugier, Anpackbereitschaft und Lust auf das Leben an Bord reichen.

Was dich erwartet

Zehn Tage auf einer der geologisch und mythologisch spannendsten Atlantikrouten Europas. Tiefseeberge unter dem Kiel, Sagen im Kopf und der offene Ozean rund um dich. Möglicherweise Begegnungen mit Walen und Delfinen über den Auftriebsgebieten der Seamounts. Das Kap Finisterre als klassisches Highlight der iberischen Atlantikküste. Und am Ende eine Stadt, die vom Meer lebt – und in der du bei einem Glas Albariño über all die Meilen unter dem Kiel nachdenken kannst.

Komm an Bord. Segel über die Berge, die niemand sieht. Erlebe die Sagen des Atlantiks.

Porto Santo/ Madera – Vigo

Samstag, 6. März – Dienstag, 16. März 2027 

Ermäßigt: 1045 € | Erwachsene: 1485 €

Preise verstehen sich inklusive Unterbringung, Verpflegung, Hafengebühren und allem, was das Schiff kostet. Wir organisieren Ihren Segeltörn, Sie Ihre Reise zwischen Haustür und Hafen.

Highlights

Über die Tiefseeberge des Atlantiks Der Gorringe-Rücken – ein Unterwassergebirge, das höher ist als der Mont Blanc und dessen Gipfel nur 25 Meter unter der Oberfläche liegen. Wir segeln direkt darüber hinweg, ohne dass jemals ein Auge diese Berge sieht.

Wale, Delfine und Seevögel über den Auftriebsgebieten Wo Tiefseeberge sind, sammelt sich Leben. Über den Seamounts locken nährstoffreiche Aufstromwasser Pottwale, Delfine, Thunfische und riesige Vogelscharen an – erhöhte Chancen auf besondere Begegnungen.

Sagen, Mythen und Atlantis Genau in diesem Seegebiet vermuteten manche Platons versunkene Insel. Ein Törn, der so viel Fantasie transportiert wie Seemannschaft – ein blauer Ozean voller Geschichten.

Cabo da Roca – der westlichste Punkt des europäischen Festlands Auf dem Weg nach Norden passieren wir den dramatischsten Punkt der portugiesischen Küste: steile Klippen, Leuchtturm, das Ende Europas. Ein Anblick, der unter Segeln eine ganz eigene Wirkung entfaltet.

Ankunft in Galicien – Albariño, Pulpo und herzliche Häfen Vigo ist Spaniens wichtigster Atlantikhafen und Tor zu einer der herzlichsten Regionen Europas. Frische Meeresfrüchte, guter Wein und ehrliche Hafenatmosphäre als Belohnung nach der Passage.

Bordalltag

Erlebe die Faszination des Segelns an Bord der Brigg ROALD AMUNDSEN! Für diese einzigartige Strecke vereinen wir eine Crew aus unerfahrenen Trainess und erfahrener Stammcrew, die Seite an Seite segelt, lernt und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens auf hoher See meistert. Segel setzen, den Kurs halten und als Team agieren – das sind nur einige der Aufgaben, die auf dich warten.

**Einteilung ins Wachsystem – Gemeinsam Verantwortung übernehmen** 

Gleich zu Beginn wirst du einer von drei Wachen zugeteilt:

– **Wache 1:** 00-04 Uhr und 12-16 Uhr

– **Wache 2:** 04-08 Uhr und 16-20 Uhr

– **Wache 3:** 08-12 Uhr und 20-24 Uhr

In deiner Wache übernimmst du das Ruder, hältst Ausguck und hilfst bei der Navigation unter Anleitung der erfahrenen Crew. Sicherheit hat oberste Priorität: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitsanweisung, und die gesamte Crew lernt die grundlegenden Kommandos und die Bedienung der Tampen. Schritt für Schritt wirst du in den Bordalltag eingeführt – vom Klettern im Rigg bis hin zur aktiven Teilnahme bei Segel- und Schiffsmanövern.

**Teamwork und Kameradschaft auf See** 

An Bord zählt jede helfende Hand, und jede Wache trägt ihren Teil zum gemeinsamen Erfolg bei. Ob im Ausguck, am Ruder oder in der Kombüse: Durch Teamwork wächst die Crew zu einer echten Gemeinschaft zusammen. Alle packen mit an, sei es beim Reinigen des Schiffs oder in der „Backschaft“ (Kombüse). Tag für Tag wirst du mehr über die ROALD AMUNDSEN und die Prinzipien der traditionellen Seefahrt lernen, sodass du zunehmend selbstständig agieren und Verantwortung übernehmen kannst.

Auf der ROALD AMUNDSEN wirst du Menschen aus aller Welt kennenlernen, Sprachbarrieren überwinden und eng zusammenarbeiten. Nur durch koordiniertes Teamwork können die Segel optimal gesetzt und in den Wind gestellt werden – eine Aufgabe, die Vertrauen und Kommunikation erfordert. Ob beim Manövrieren an Deck oder beim gemeinsamen Klettern im Rigg, du wirst schnell lernen, dich auf deine Crewkollegen zu verlassen und Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten.

An- und Abreise

Anreise nach Porto Santo (Madeira-Archipel)

Porto Santo ist eine kleine Insel und nicht direkt aus Deutschland anzufliegen – ein bisschen Umstieg gehört zur Anreise, dafür ist das Ankommen umso schöner.

Mit dem Flugzeug: Der Aeroporto de Porto Santo (PXO) hat zwei Hauptverbindungen:

  • Über Madeira (Funchal, FNC): Die schnellste Variante. Aus allen größeren deutschen Städten direkt nach Funchal (mit TUI Fly, Condor, Eurowings, Lufthansa), dann mit einem 15-minütigen Kurzflug nach Porto Santo.
  • Über Lissabon: TAP bietet mehrmals pro Woche Direktflüge Lissabon–Porto Santo, mit Anschluss aus praktisch jeder deutschen Stadt.

Mit der Fähre (die schönste Variante): Zwischen Funchal und Porto Santo verkehrt die Lobo Marinho – Überfahrt rund 2,5 Stunden. Ein hübscher, entschleunigter Einstieg in die Reise.

Unser Tipp: Plane ein bis zwei Tage Porto Santo vor dem Törn ein. Ein Spaziergang am neun Kilometer langen Goldstrand, das kleine Kolumbus-Museum und eine Wanderung auf den Pico do Facho stimmen wunderbar auf die Atlantikreise ein.

Abreise aus Vigo (Galicien, Spanien)

Vigo ist von Deutschland aus gut erreichbar – ganzjährig und über mehrere Wege.

Mit dem Flugzeug: Der Aeropuerto de Vigo-Peinador (VGO) liegt nur rund 10 Kilometer östlich der Stadt.

  • Direktflüge nach Deutschland: Gibt es saisonal, meist über München oder Frankfurt.
  • Über Madrid oder Barcelona: Ganzjährig zuverlässige Verbindungen mit Iberia, TAP oder Vueling, Anschluss zurück in alle deutschen Großstädte.
  • Über Porto (Portugal): Der Flughafen Porto liegt nur rund 150 Kilometer südlich von Vigo und ist mit Bus (ALSA, FlixBus, etwa 2,5 Stunden) direkt erreichbar. Eine oft günstige und praktische Alternative – Porto wird aus vielen deutschen Städten mehrmals täglich angeflogen.

Mit dem Zug: Vigo ist über das spanische Schnellzugnetz (Renfe AVE) mit Madrid verbunden – die Fahrt dauert rund 4 bis 5 Stunden. Von Madrid geht es mit Nachtzug oder über Paris zurück nach Deutschland. Eine schöne, entschleunigte Alternative für alle, die den Flug vermeiden möchten.

Mit dem Bus: FlixBus, ALSA und andere Anbieter verbinden Vigo mit Porto, Madrid und darüber hinaus mit dem europäischen Fernbusnetz.

Unser Tipp: Bleib gerne noch ein paar Tage in Galicien. Die Region ist eine der schönsten Ecken Spaniens und wird von deutschen Reisenden immer noch unterschätzt:

  • Die Islas Cíes vor der Bucht von Vigo – Teil des Nationalparks Islas Atlánticas de Galicia, mit einem der schönsten Strände der Welt (Playa de Rodas). Im März noch ruhig und ohne die sommerliche Zutrittsbegrenzung.
  • Santiago de Compostela – nur eineinhalb Stunden von Vigo entfernt. Die berühmte Kathedrale, das Ziel des Jakobswegs, ist unbedingt einen Tagesausflug wert.
  • Ría de Arousa und Ría de Pontevedra – die weiteren Rías Galiciens, alle mit charmanten Fischerorten, Muschelfarmen und exzellenter Küche.
  • Combarro – ein winziges Fischerdorf mit historischen Hórreos (Getreidespeichern) direkt am Wasser, wie eine Kulisse aus einer anderen Zeit.
  • Ourense – die Thermalstadt Galiciens, mit heißen Quellen direkt am Fluss Miño. Perfekt, um die Muskeln nach den Wachen zu entspannen.

Praktische Hinweise

Wetter im März: Auf der Passage von Süd nach Nord wechseln sich subtropische Verhältnisse (in Porto Santo mild und sonnig, um 18 Grad) mit dem frischen Frühjahrswetter Galiciens ab (Vigo eher um 14 bis 16 Grad, feuchter, wechselhafter). Gute Regenkleidung, warmes Unterzeug und feste Schuhe gehören ins Gepäck.

Sprachen: Englisch reicht in beiden Häfen. Portugiesisch (Porto Santo/Madeira) und Spanisch bzw. Galego (Vigo) helfen zusätzlich – ein bo día! zur Begrüßung öffnet in Galicien fast jede Tür.

Währung: Beide Häfen verwenden Euro – der Länderwechsel innerhalb des Törns ist logistisch unkompliziert.

Ein Törn, der geologische Sensationen mit alten Sagen verbindet und dich am Ende in einer Region an Land setzt, die noch immer ein Geheimtipp ist. Eine Reise, die sich lange nachhallt.