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16.01.19 :: english website :: druckfreundliches Layout
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Hier findest Du Reiseberichte von Törns auf der Roald.

 

Ein Traum wird war von N.N.

Die Reise zurück von Sebastian Rogge

HSHS Reisebericht von Karo


HSHS Reisebericht von Karo

Jedes Jahr im Herbst starten 30 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse aus ganz Deutschland eine gemeinsame Reise. Sechs Monate sind sie zusammen mit vier Lehren auf einem Großsegler unterwegs. Es geht es quer über den Atlantik, in die Karibik, nach Costa Rica, Kuba und wieder zurück ,,Gemeinsam Stürmen trotzen, ferne Länder entdecken, Menschen am anderen Ende der Welt kennenlernen: Das ist die High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer.“

So oder so ähnlich stand es auf der Website von High Seas und dann standen diese 30 fremden Gesichter plötzlich vor mir und wir sind zusammen los gesegelt. Eigentlich gar nicht so kompliziert.

Mein Name ist Karo, und eines Tages bin ich irgendwie, eher zufällig auf die ,,Roald Amundsen“ gestolpert. Vorher hatte ich eigentlich nicht viel mit Schiffen am Hut, das hat sich geändert als ich die Brigg kennengelernt habe. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen schöneren Platz auf der ganzen Welt. Ohne dieses Schiff wäre mein Leben wohl etwas anders verlaufen, ich habe in den letzten Jahren ziemlich viel Zeit an Bord verbracht und liebe das Schiff. Das was man gibt kommt dort immer wieder zurück.

Aber die Roald als ein segelndes Klassenzimmer? Einen ganzen Winter lang? Das war für mich ein neues Projekt und ein ziemlich spannendes noch dazu. Praktischer Weise handelte es sich bei mir auch noch um den Winter nach meinen Abiturprüfungen. So kam schnell das eine zum Anderen...

Am am 11. 0ktober 2015 war es dann so weit. Die 23. HSHS-Reise startete bei schönstem Wetter am Tiessenkai in Kiel. An Bord 30 ziemlich aufgeregte SchülerInnen nur ein paar Jahre jünger als ich, vier LehrerInnen und die Stammbesatzung (einschließlich mir) die den Schülern das Segeln beibringen sollte und dann?

Die Route ist ja bekannt: Zunächst der gute alte NOK, dann ging es mit frischem Wind auf die Nordsee Richtung Ostende, eine kleine Übung bevor die doch recht stürmische Biskaya folgte. Vigo mit seinen verwinkelten Gassen und Straßen, dann der große, weite, wunderschöne Atlantik. Einige Landaufendhalte wie die Ilhas Selvagens (natürlich mit offizieller Genehmigung) und Santa Crus de Teneriffe, dann die Kursänderung nach Westen, hinein in das endlose, tiefe, zeitlose Blau. Irgendwann Dominica, Regenwälder Wasserfälle und Kokosnüsse, die karibische See, Costa Rica und Kuba, Bimini (Bahamas) mit der Forschungsstation für Haie, und St. Georges auf Bermudas wo wir fasst eine Woche lagen. Der Nordatlantik, die Azoren mit Horta und Ponta Delgada, dann Richtung Norden (uii war das kalt nach einem so warmen Winter) Der gute alte englische Kanal mit dem entzückendem Alderney. Schließlich Ostende der NOK und ein letzter Tag auf der Ostsee.

Es ist unmöglich 7 Monate in ein, zwei Textseiten zu verpacken. Da gibt es zu viele Bilder, Eindrücke und Geschichten, Gerüche und Erinnerungen an fliegende Fische, Wale und Delfinschulen, an atemberaubende sternenklare Nächte, mehr als 100 Sternschnuppen in einer Stunde, an Regentropfen, die am morgen leuchten wie Diamanten, wenn sie beim Sonnenaufgang vom Himmel fallen, an Regenbögen in der Nacht an Wellen, die in den letzten Minuten vorm Wachwechsel alle komplett durchnässen und an Seekrankheit in der Biskaya.

Die Existenz beziehungsweise Nichtexistenz von Handybojen. Die mich anfangs auch ein bisschen überrascht hat und das unglaubliche Gefühl wenn man mit dem ersten Morgenlicht zum auspacken auf der Royal (dem obersten Segel) steht, dass kann man nicht beschreiben, das muss man erleben.

Eine so lange Reise muss einfach ein Abenteuer werden. Dass was für mich High Seas High School jedoch zu einer einzigartigen Erfahrung gemacht hat, das war die Crew. Die Crew ist sowieso immer das wichtigste! Ich habe jeden einzelnen der Schüler ins Herz geschlossen, ziemlich schnell und ich glaube es ist jedem klar wie sehr man bei einer solchen Reise über sich hinauswächst. Und wie selbständig, stark, mutig und erwachsen die Schüler geworden sind.

Jemand an Bord hat das mal so ausgedrückt: ,,Wenn du so lange zusammen auf einem Schiff unterwegs bist, geht es irgendwann nicht mehr nur ums Segeln, dann wird Segeln Mittel zum Zweck.“

15 oder 16 Jahre alt zu sein ist echt ziemlich anstrengend wenn ich mich recht erinnere. Es ist wirklich verrückt was dann im Kopf abgeht, wie unsicher man selbst ist und wie kompliziert alles auf einmal wird. Ich glaube das ist genau das richtige Alter für eine solche Reise.

Ich persönlich war damals in der Schule ziemlich unsicher und wusste nie wie ich mich verhalten sollte, das Gefühl hatte ich an Bord nie, dort habe ich immer einen Platz gefunden. Eigentlich bist du an Bord ziemlich gebunden. Die Schüler waren voll eingeplant und hatten fast immer etwas zu tun. Reinschiff, Backschaft, Unterricht, Wache gehen, Schiffserhalt. Der Alltag an Bord hat Struktur. Ja eigentlich ist der Tag viel krasser durchgeplant als Zuhause und trotzdem fühle ich mich so unglaublich frei an Bord. Jedes mal wenn ich ins Rigg klettere oder am Ruder stehe. Ich glaube das ging den Schülern ganz genau so, zumindest meistens.

Das Schiff ist eine eigene Welt die nur funktioniert wenn jeder da ist. Es kommt nicht darauf an was du hast sondern darauf was du tust, was für ein Mensch sich hinter der Fassade versteckt mit der du durch den Alltag zuhause durchlebst.

Und du hast ein großartiges Backup, ja eine Familie auf die du dich verlassen kannst. Zwischenmenschliche Beziehungen sind nie ganz einfach und natürlich geht mit 30 Jugendlichen auch so einiges ab. Aber das gehört bei einer Familie halt auch dazu und wir haben es geschafft damit umzugehen. Manöver funktionieren nur wenn jeder zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige macht. Du musst mit den anderen Zusammenarbeiten und ihnen Vertrauen. Anders funktioniert es nicht. Diese Einstellung übernimmt man dann in den gesamten Bordalltag. Du weißt wenn du es brauchst kannst du dich auf die anderen Verlassen.

Das alles gibt dir Raum und Sicherheit um herauszufinden was du eigentlich für ein Mensch sein willst.

Deswegen glaube ich, eine solche Reise hilft um zu lernen, selbst zu denken! Wir leben auf einem so wunderbaren Planeten, schon der Dichter Thomas Traherne schrieb im 17. Jahrhundert: „Du wirst die Welt niemals richtig genießen, bis nicht das Meer durch Deine Adern fließt, dich der Himmel zudeckt und die Sterne Dich krönen.“ Darin steckt definitiv ein Stückchen Wahrheit unsere Erde ist so wunderschön.

Wie sollen wir, die nächste Generation, die Probleme vor denen wir heute stehen lösen können wenn uns das nicht bewusst ist, wenn wir nicht weltoffen durchs Leben gehen und nicht anfangen Fragen zu stellen und selbst zu denken?

So oder so, ich bin dankbar für jeden Tag den ich an Bord war. Es war großartig zu sehen wie die Schüler sich entwickelt haben. Ich habe so viel von ihnen gelernt und bin stolz auf sie, wenn ich höre wie sie nun durchs Leben gehen

 


Die Reise zurück - Sebastian Rogge

Ein Mitglied unserer Stammcrew, Sebastian Rogge, hat seine Segelreisen-Erfahrungen auf der Roald Amundsen in einem Buch zusammengefasst, dieses ist nun für jederman als pdf verfügbar.

 

Das Buch soll vor allem unterhalten - es beschreibt den Alltag auf der Roald aus einer nicht technischen, dafür aber sehr persönlichen Sicht und will die erlebten Menschen und Ereignisse für einen größeren Kreis zugänglich machen.

 

Für viele unserer Vereinsmitglieder ist die Erzählung auch deswegen interessant, weil man unter den beschriebenen Personen manchmal sehr leicht, manchmal auch etwas schwerer Teile unserer Crew wiedererkennen kann.

 

Die Reise zurück als PDF


Aus dem Tagebuch eines Mitseglers

Ein Traum wird war: Mit dem Windjammer Roald Amundsen nach Tenerifa

Nach einem kurzen Aufenthalt der "Roald Amundsen" in Hamburg, bei dem das Schiff mit einem "maritimen Kunststück" auffiel, da sie unter nahezu vollen Segeln an der Ueberseebrücke anlegte, ging die Reise dann weiter über Lissabon zu den Kanarischen Inseln.

 

Und ich, eine Göttinger Landratte, war dabei! Alt ist sie ja nicht, die Brigg "Roald Amundsen". Obwohl sie mit ihrer aufwendigen Takelage durchaus so wirkt wie ein alter Windjammer. Der 50 m lange Segler wurde 1952 in Roßlau an der Elbe im Rahmen einer großen Serie von Hochsee-Fischerei-Loggern gebaut und erst 1992/93 im Wolgast vom Verein "LebenLernen auf Segelschiffen"e.V. in eine traditionelle Brigg verwandelt. Schon am Ankunftstag geht es im Hafen von Lissabon los mit Sicherheitseinweisung und Wacheinteilung. Der Kapitän Jürgen Mais und die ausgebildete Stammcrew begrüßen die Gäste als Trainees an Bord. Dann geht es ans Eingemachte. Das Besondere auf diesem Traditionssegler ist die aktive Mitwirkung jedes einzelnen, dazu beizutragen, daß das Schiff segelt. Und wir sollen uns an allen Aufgaben an Bord beteiligen. Dazu gehören Backschaft, Putzen und natürlich auch die Arbeit im Rigg.

 

 



Die Masthöhe beträgt immerhin stolze 34 Meter, die zu bewältigen sind. Die Stammcrew muß, die Teilnehmer dürfen in den Wanten aufentern und in den Fußpferden stehend die ersten Handgriffe für das zukünftige Segelein- und auspacken üben. Beim ersten Mal hatte ich ganz schön Angst auf den Rahen. Aber es ist super, wenn man sich überwunden hat. Hinterher bin ich richtig stolz gewesen. Den Ausblick aus 30 Metern Höhe zu genießen, ist ein tolles Gefühl. Wir bewunderten anschließend die Seeleute früherer Jahrhunderte, die diese schwere Arbeit täglich und bei jedem Wetter erledigen mußten - nicht freiwillig versteht sich.

 

Am nächsten Tag geht es dann früh in Richtung Madeira. Endlich raus auf den Atlantik. Zunächst mit gemischten Gefühlen. Mit 18 Segeln an zwei Masten mit insgesamt 850 qm Segelfläche schwimmt die "Roald Amundsen" majestätisch auf dem Wasser. Und die Landratte? Die ist nichtmal seekrank geworden.

 

Der Passat schiebt uns kräftig vorwärts, so daß wir nach drei Tagen und Nächten (gesegelt wird rund um die Uhr, eingeteilt in drei Wachen) vor Funchal, der Hauptstadt von Madeira, vor Anker gehen. Die Zeit auf See vergeht wie im Flug. Es gibt viele Leinen auf dem Schiff, Funktionen und Namen müssen gelernt werden. Das Aufentern in die Rahen ist noch ungewohnt und dauert auch unter Anleitung noch entsprechend lange. Die Stammcrew ist immer zur Stelle und beantwortet geduldig jede Frage. Und Fragen werden eine Menge gestellt. Wer kann sich schon auf einmal die vielen Begriffe wie Gordinge, Geitaue Brassen, Schoten und Fallen, Großstengestagsegel, Voruntermars, Bram und Royal usw. usw. merken?

 

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Nach ein paar Metern an Land hat uns die schöne Insel verzaubert. Einige mieten sich ein Auto, andere fahren mit dem Bus, um die Insel zu erkunden. Die obligatorischen Postkarten werden nach Hause geschickt. Während eines Spaziergangs bot sich uns ein bezauberndes Bild, die Silhouette der " Roald Amundsen" in der Bucht von Funchal. Dieses erinnert an die grosse Zeit der Segelschiffe.

 

Nach zwei Tagen an Land gab der Kapitän dann das Kommando: "Anker auf und klar zum Setzen der Segel". Über der Insel waren dunkle Wolken aufgezogen, es fing an zu regnen. So kamen unsere Gummistiefel und die Regensachen doch noch zum Einsatz. Ein Gewitter mit heftigen Böen ging über uns hinweg. Nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei, die Sonne kam zum Vorschein, sodaß wir später wieder an Deck Mittagessen konnten. Der frischgebackene Kuchen am Nachmittag ist eine willkommene Zwischenmahlzeit, denn die Seeluft und die ungewohnten Tätigkeiten machen ganz schön hungrig, daher ist der Smut (Koch) ein wichtiges Crewmitglied.

 

Auf dem Weg nach Teneriffa erleben wir wunderschöne Tage auf See. Nachts meistens sternklarer Himmel, Sonnenauf- und Untergänge wie im Bilderbuch und tagsüber strahlenden Sonnenschein. Die Ausstrahlung der Ruhe durch die überwältigende Weite des Meeres, die Farben, der Geruch von Wasser und Schiff. Das sind die Dinge, von denen ich geträumt habe. Ehe wir in Santa Cruz, dem Zielhafen unserer Reise einlaufen, ankern wir in einer herrlichen Bucht zum Baden. Danach wurden wir von einem Lotsen sicher in den Hafen gebracht. Bevor sich alle Teilnehmer, sowohl Stammcrew als auch Trainees, in ihre Heimat begeben, hat der Smut als kulinarischen Höhepunkt einen Grillabend auf der Mole vorbereitet. Und dadurch fällt der Abschied den meisten noch schwerer. Adressen und Telefonnummern werden ausgetauscht - man möchte sich gerne einmal wiedersehen...

 

Im Sommer segelt die ,Roald Amundsen" in der Regel mit Jugendlichen ab 16 Jahren in der Nord- und Ostsee, auch erwachsene Einzelreisende können an den Fahrten teilnehmen. Das Schiff überwintert auf den kanarischen Inseln, wo neben Urlaubsangeboten auch spezielle Ausbildungstörns und Navigationsseminare stattfinden.



Aktuelles:
20.11.18 17:25
Kalender 2019 und Chronik "25 Jahre in Fahrt"
Chronik: Brigg ROALD AMUNDSEN - 25 Jahre in Fahrt

… ab jetzt per Email bestellen im Schiffsbüro ...

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15.11.18 09:29
aktualisierter Törnplan 2018/2019

aktualisierter Törnplan mit Werftzeit in Emden und Daten bis 12.10.2019

 

Stand: 14.11.2018

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11.10.18 13:07
Feier-Tag: 25 Jahre in Fahrt

.. die Jubilarin strahlt im Sonnenschein, viele Besucher, Gäste und Freunde der Brigg ROALD AMUNDSEN gratulieren. DANKE!

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